Teenager wegen Krypto-Diebstahls im Wert von 36,5 Millionen Dollar verhaftet

  • Ermittlungen haben ergeben, dass der Täter das Krypto-Konto eines US-Bürgers ausraubte und mit einem Teil des Geldes einen seltenen Benutzernamen in der Gaming-Community kaufte
  • Nach Angaben der Federal Trade Commission wurden fast 7000 Geschädigte zwischen Oktober 2020 und März 2021 durch Krypto-Kriminalität um über 80 Millionen Dollar gebracht

Die kanadische Polizei hat in Hamilton bei Toronto einen Teenager verhaftet, der einem US-Bürger Kryptowährung im Wert von 36,5 Millionen Dollar gestohlen haben soll. Laut einer Erklärung der Polizei ist die Verhaftung das Ergebnis einer gemeinsamen Operation des FBI und der Secret Service Electronic Crimes Task Force, die im März 2020 begonnen hatte.

Aus dem offiziellen Bericht geht hervor, dass das Opfer durch SIM-Swapping ins Visier genommen wurde, eine gängige Methode von Cyber-Kriminellen. Dabei werden Mitarbeiter von Mobilfunknetzbetreibern manipuliert und Telefonnummern kopiert, um an die nötigen Daten für die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu kommen. Mit diesen Informationen können Konten gehackt werden.

Umfassende Ermittlungen ergaben, dass der Teenager, nachdem er das Krypto-Konto des US-Opfers gekapert hatte, einen Teil des gestohlenen Geldes dazu verwendete, einen seltenen Benutzernamen in der Gaming-Community zu erwerben. Durch diesen Erwerb wurden die Behörden aufmerksam, untersuchten das Konto besgaten Benutzernamens und deckten den Diebstahl auf, was in der Folge zu der Verhaftung führte.

Außerdem haben die Behörden weitere Verhaftungen vorgenommen und Kryptowährung im Wert von über 5,5 Millionen US-Dollar beschlagnahmt.

Krypto-Kriminalität nimmt zu

Die Behörden haben das Alter des Täters bisher nicht bekannt gegeben. Nach Angaben von Detektive Constabler. Kenneth Kirkpatrick fordert das Jugendstrafrecht das Verschweigen des Alters.

Die gesamte Kryptomarktkapitalisierung hat inzwischen  Billionen Dollar erreicht und zieht Kriminelle an, eine Entwicklung die direkt mit dem Anstieg der Kurse der Kryptowährungen korreliert. Nach Angaben der Federal Trade Commission (FTC) haben fast 7000 Menschen zwischen Oktober 2020 und März 2021 mehr als 80 Millionen Dollar durch Krypto-Betrug verloren. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, in dem über 570 Krypto-Investitionsbetrügereien einen Verlust von 7,5 Millionen Dollar verursachten.

Jonathan Padilla, ehemaliger Verantwortlicher für die Blockchain-Strategie von PayPal und CEO/Mitgründer von Snickerdoodle Labs, brachte die Krypto-Diebstähle mit dem Fehlen eines Know-Your-Customer (KYC)-Protokolls auf der Blockchain in Verbindung. Es gebe keine Möglichkeit, zu unterscheiden, wer ein harmloser Kunde und wer ein verdächtiger Kunde ist. Padilla erklärte auch, dass trotz vieler Maßnahmen Krypto-Token, NFTs und Blockchains immer noch von zwielichtigen Akteuren genutzt werden können. Das Wichtigste sei, dafür zu sorgen, dass die Instrumente und die Maßnahmen zur Durchsetzung der Vorschriften schnell praxisgerecht überarbeitet werden.

„Die Technik ist gerade erst dabei, sich auf den Weg zu machen … damit wir nachvollziehen können, woher das Geld kommt und wohin es geht. Aber das war im letzten halben Jahr noch nicht der Fall.“

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John ist seit Jahren ein begeisterter Krypto- und Blockchainjournalist. Besonders fasziniert ist er von aufstrebenden Startups und den versteckten Mächten hinter Angebot und Nachfrage. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Geographie und Wirtschaft.

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