Juno-Community erkennt einem Besitzer von 2,5 Millionen Token das Eigentum daran ab

  • Die Juno-Community hat dafür gestimmt, einem Kunden das Eigentum an etwa 2,5 Millionen Token abzuerkennen, die dieser angeblich widerrechtlich erhalten hat.
  • Der Kunde war durch einen Airdrop den er manipuliert haben soll, an die Token gekommen und will nun die Node-Validatoren verklagen, wenn die Token nicht zurückgegeben werden – das könnte einen Präzedenzfall mit Auswirkungen für die gesamte Branche schaffen.

Im vergangenen Monat nahm ein Blockchain-Projekt eine heikle Entwicklung. Obwohl diese nicht viel Medienaufmerksamkeit erhielt, könnten deren Auswirkungen auf die Blockchain-Branche enorm sein. Bei dem Projekt handelt es sich um Juno, und es geht um einen Streit zwischen dem Gründer des Pojekts und dem Rest der Community, ein Streit, der vor Gericht enden und einen folgenschweren Präzedenzfall schaffen könnte.

Alles begann, als Juno einen Airdrop ankündigte. Das Projekt basiert auf Cosmos, einem Blockchain-Ökosystem, in dem die einzelnen Chains so konzipiert sind, dass sie frei miteinander interagieren können, was bedeutet, dass man Token von Juno an eine andere Cosmos-basierte Chain senden kann.

Mehr zum Thema: Was ist das Cosmos Netzwerk und welchen Nutzen hat der ATOM Token | Guide

Zurück zum Airdrop: Juno kündigte an, dass man JUNO-Token im Verhältnis 1:1 an Inhaber von ATOM-Token – dem nativen Token von Cosmos – ausgeben werde. Es sollte jedoch eine Obergrenze von 50.000 Token pro Wallet geben, selbst wenn ein Wallet Millionen ATOM-Token enhalten würde. Was die großzügigen Juno-Genies nicht bedachten, war dass ein einzelner Investor sehr wohl Millionen ATOM-Token halten konnte, aber eben in mehreren Wallets zu jeweils 50.000 Token.
Und genau das ist passiert. Ein ATOM-Großanleger hatte 50 Wallets mit je 50.000 JUNO-Token. Zunächst bemerkte es niemand, da Krypto-Wallets pseudonym sind und man nicht wissen kann, wer hinter den einzelnen Wallets steckt. Als der Anleger seinen neuen, vom Himmel gefallenen Token-Segen nun in einem einzigen Wallet zusammenführen wollte – 2,5 Millionen an der Zahl – wurde die Sache publik.

Unveränderliche Blockchain? Juno-Community sagt Nein

Im März stimmte die Juno-Community über den Vorschlag ab, das Guthaben des betreffenden Großanlegerkontos einzuziehen, weil dieser angeblich das System manipuliert hatte. Natürlich war man dafür. Es ist das erste Mal, dass ein On-Chain-Governance-Systeme benutzt werden sollte, um den Kontostand eines Kunden zu ändern.

Erwartungsgemäß stimmte die Community für den Vorschlag, alle Token außer den 50.000, die dem Kunden nach ihrer Auffassung zustanden, einzuziehen.

Der betroffene Anleger, der zu diesem Zeitpunkt anonym geblieben war, entpuppte sich nun als Takumi Asano, ein japanischer Investor, der ein Unternehmen namens CCN leitet. Er behauptet, dass das, was die Community getan hat, gegen das Grundprinzip des Blockchaingedankens verstoße: Die Irreversibilität von Transaktionen.

Asano nimmt den Schritt deswegen nicht einfach hin. Er sagte gegenüber CoinDesk, dass er die Node-Validierer vor Gericht bringen werde, wenn sie ihm die Token nicht zurückgäben. Er behauptet, dass die ATOM, die er hatte, den Investoren gehörten, die ihr Geld bei ihm angelegt hatten, und sie verdienten es, ihre JUNO-Token zurückzubekommen. Der Japaner erklärte:

„Wenn diese Sperre auf der Annahme beruht, dass der Vermögenswert an unsere Kunden zurückgegeben wird, haben wir nicht die Absicht, rechtliche Schritte einzuleiten. Beruht sie hingegen auf der Prämisse einer [b]urn oder dauerhaften Sperre, erwägen wir, rechtliche Schritte gegen jeden Validierer einzuleiten.“

Ist das, was die Juno-Community getan hat, falsch? Asano sagt verständlicherweise, es sei falsch und erklärt:

„Wenn der Gouverneur einer öffentlichen Chain die Daten eines Blocks umschreibt, wird diese Chain dann noch jemanden haben, der sie unterstützt? Wird es in der Gemeinschaft noch Hardcore-Blockchainer geben? Wir müssen abwarten und sehen, wie diese Frage ausgeht.“

Jack Zampolin, Mitglied des Juno-Gründungsteams, ist überraschenderweise ebenfalls auf Asanos Seite. Er hatte an die Knotenvalidierer appelliert, dem Vorschlag der Rückabwicklung der Tranaktionen nicht zuzustimmen. Zampolin ist ein starker Befürworter der Unveränderlichkeit und glaubt, dass der Schritt diese gefährde und einen Präzedenzfall dafür schaffen könnte, wie Blockchain-Projekte in Zukunft laufen könnten. Das Vertrauen in die Blockchain würde erheblichen Schaden nehmen. Zampolin sagt:

„Es gibt diese starke libertäre Freiheitsperspektive bei Blockchains. Diese … Governance sollte sich nicht gegen einzelne Konten oder Akteure innerhalb dieser Systeme richten“, und er fügte hinzu:

„Aber … was wir auf Juno sehen, ist, dass die Community mit überwältigender Mehrheit sagt: ‚Wir denken, dass der Wert, keine großen Konten zu haben, der in dem Airdrop kodifiziert wurde, ein Kernwert dieser Community ist, und wir sind bereit, Governance-Maßnahmen zu ergreifen, um das zu schützen“.

Die Community sieht das nicht so. Sie machte dies deutlich, indem sie an ihrem Standpunkt festhielt, dass Asano das System ausgenutzt und mehr erhalten hat, als er hätte erhalten dürfen. Ein Teil des Antrags lautete: „Tatsache ist, dass der Juno Genesis Airdrop von einer einzigen Person manipuliert wurde. Ob gewollt oder ungewollt, das ist in dieser Angelegenheit nicht relevant.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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