Ein Markt von 630 Milliarden Dollar: JPMorgan bietet als erste Bank Bitcoin auch Privatkunden an

  • JPMorgan wird nun auch seinen Privatkunden Bitcoin anbieten und damit seinen Kundenkreis für das Produkt erweitern, der bisher nur aus Superreichen bestand.
  • Damit ist die Bank Vorreiter in den USA, und Bitcoin bekommt einen neuen 630 Milliarden Dollar schweren Markt auf dem Silbertablett…

JPMorgan schreibt Kryptowährungsgeschichte, indem sie die erste Bank in den USA wird, die Bitcoin für Privatkunden anbietet. Bisher konnten nur Superreiche über JPMorgan an Bitcoin gelangen. Nun öffnet sich Bitcoin ein neuer, 630 Milliarden Dollar schwerer Markt.

Die Entscheidung wurde laut Business Insider  Anfang dieser Woche gefällt. Unter Berufung auf Quellen innerhalb der Bank enthüllte das Nachrichten-Portal, dass die New Yorker Bank ein Memo an ihre Finanzberater geschickt hat, in dem es heißt, sie sollten Kauf- und Verkaufsaufträge von ihren Vermögensverwaltungskunden für fünf bestimmte  Kryptoprodukte akzeptieren.

Von den fünf Produkten werden vier vom Krypto-Riesen Grayscale angeboten: sein Bitcoin Trust, sein Bitcoin Cash Trust, sein Ethereum Trust und seine Ethereum Classic Produkte. Das einzige Krypto-Produkt, das nicht von Grayscale stammt, ist der Bitcoin Trust von Osprey Funds.

Für Osprey Funds, das noch zwei andere Trusts betreibt – Polkadot und Algorand – drückte Gründer und CEO Greg King seine Begeisterung aus. Im Gespräch mit Forbes erklärte er:

„Wir freuen uns, in die JPMorgan-Vermögensplattform aufgenommen zu werden. OBTC ist nach wie vor der günstigste börsennotierte Bitcoin-Fonds in den USA, und wir glauben, dass die Kunden von JPMorgan den Wert dieses Produkts erkennen werden.“

Mehr zum Thema: Bitcoin ist im Niedergang, warnt JPMorgan, da er bei 37.000 Dollar feststecke

If you can´t beat them, join them …

Laut Business Insider dürfen die Berater von JPMorgan Krypto-Trades nur im Auftrag der Kunden ausführen. Sie dürfen keine Produkte empfehlen.

Die Krypto-Produkte werden allen Kunden zur Verfügung stehen, die eine Anlageberatung wünschen, einschließlich derjenigen, die die Chase-Handels-App nutzen. Sie werden für wohlhabende Kunden der JPMorgan Advisors Division verfügbar sein.

JPMorgan, die größte Bank in den USA und sechstgrößte weltweit, gibt ihren Kunden damit die Möglichkeit, in einen aktiv verwalteten Bitcoin-Fonds zu investieren. Die Krypto-Firma NYDIG stellt die Depot-Dienste für den Fonds zur Verfügung.

Das Kuriose an alledem ist:  JPMorgan hatte lange Zeit nichts am Hut mit Krypto. CEO Jamie Dimon ist noch immer nicht allzu begeistert von dezentralen Währungen. Noch 2017 hatte er gedroht, Mitarbeiter zu kündigen, die mit Bitcoin handelten, mit genau dem Produkt, zu dessen Kauf er seine Kunden jetzt animieren will.

Er war außerdem ein lautstarker Kritiker der Branche. Er griff Bitcoin einmal mit den Worten an: „Ich bin kein Bitcoin-Anhänger. Ich kümmere mich nicht um Bitcoin. Ich habe kein Interesse daran. Andererseits sind die Kunden daran interessiert, und ich sage den Kunden nicht, was sie tun oder lassen sollen.“

Da wird die pragmatische Einstellung deutlich: „If you can´t beat them, join them – Wen du nicht besiegen kannst, mit dem verbünde dich“

In dieser Woche sagte Mary Callahan, Chef des Asset and Wealth Managements der Bank, gegenüber Bloomberg:

„Viele unserer Kunden sagen, das ist eine Anlageklasse, in die ich investieren möchte. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu helfen, ihr Geld dort anzulegen, wo sie investieren wollen.“

About Author

Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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