- Die japanische Finanzaufsicht FSA arbeitet zurzeit an einer umfassenden Reform der Regulierung von Krypto-Assets. Wird sie genehmigt, könnten Banken zu Kryptohändlern werden.
- Damit wären Digital-Assets in Japan vollständig in den dortigen Finanzmarkt integriert – und das könnte Signalwirkung in Südostasien haben.
Japan ist weltweit für seinen liberalen Regulierungsansatz bekannt. Jetzt plant Japans Finanzaufsicht eine Reform, die einen voll umfänglichen Einstieg japanischer Banken in die Krypto-Branche erlauben könnte.
Das bedeutet, dass das japanische Großbanken in der Lage wären, digitale Vermögenswerte ähnlich wie Aktien und Staatsanleihen zu behandeln. Ihr jahrelanger Lobbyismus war offenbar erfolgreich in Gestalt der nun kommenden Regulierungsreform durch die Financial Services Agency (FSA).
Einem Bericht der Yomiuri Shimbun zufolge wäre die Reform, falls sie von der Politik grünes Licht erhält, der Schritt, der die Kryptobranche endgültig im Mainstream-Finanzsystem etablieren würde. Wie CNF berichtete, glauben Analysten, dass japanische Banken und Versicherer hinter den Kulissen schon lange Bitcoin bunkern, wenn auch inoffiziell.
Noch ist es Banken in Japan gemäß einer Richtlinie aus dem Jahr 2020 untersagt, Kryptowährungen zu Investitionszwecken zu erwerben. Dir Finanzaufsicht hatte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, vor allem wegen Bedenken hinsichtlich der Volatilität und der möglichen Auswirkungen auf die Finanzstabilität.
Allerdings wurden die politischen Entscheidungsträger durch das wachsende Interesse der Institutionen, das auch durch die weltweite Verbreitung dieser Anlageform angeheizt wurde, in Zugzwang gebracht. Ein Chainalysis-Bericht sieht die Asean-Pacific-Region als die am schnellsten wachsende „Krypto-Region“, mit einem fast 70% Anstieg des Werts der On-Chain-Assets im Vergleich zum Vorjahr.
Dem Bericht zufolge prüft die FSA auch die Möglichkeit, Bankengruppen als Betreiber von Kryptobörsen zu registrieren. Dadurch könnten Banken ihren Kunden direkt Krypto- Handels- und ander Börsendienstleistungen anbieten.
Das Thema wird im Rat für Finanzdienstleistungen, einem Beratungsgremium des Premierministers, diskutiert werden. Sollte die Reform verabschiedet werden, würde sich Japan anderen führenden Volkswirtschaften wie den USA und der Euro-Zone anschließen und die Tür für eine institutionelle Beteiligung an den Kryptomärkten öffnen.
Viele Wirtschaftsexparten sehen das als notwenig an, da Japan mit 240% eine der höchsten Schuldenquoten der Welt hat, was manche an der langfristigen Stabilität der Finanzen zweifeln lässt.
Vor diesem Hintergrund könnten digitale Vermögenswerte wie Bitcoin immer attraktiver werden. Die Erlaubnis für Banken, Kryptowährungen zu halten und zu handeln, würde nicht nur Japans Finanzsystem diversifizieren, sondern könnte auch beispielhaft sein für die verantwortungsvolle Integration von Digital-Assets in eine hochindustrialisierte Volkswirtschaft.
Sollte die Reform genehmigt werden, wäre dies eine Abkehr der insgesamt eher vorsichtigen Regulierung restriktiven, entscheidender Meilenstein in Japans sich entwickelnder Haltung gegenüber Kryptowährungen. Einst als vorsichtige Regulierungsbehörde nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox im Jahr 2014 angesehen, hat Japans FSA allmählich einen ausgewogeneren Ansatz verfolgt, der Innovationen fördert und gleichzeitig strenge Compliance-Standards durchsetzt.

