- Am 6. Januar war es im Iran soweit: Man hätte rund 1 Million Rials für einen Dollar bezahlen müssen. Das Durchschnittseinkommen betrug etwa 25 Millionen Rials oder 400 Euro – vorher.
- An diesem Morgen gab es nichts mehr, das man für iranische Rials noch hätte kaufen können. Die Händler in den Basaren des Landes nahmen ihn schlicht nicht mehr an.
Seitdem haben die Iraner keine funktionierende Währung mehr. Schon vorher hatten die Händler im Großen Basar in Teheran die Preise für ihre Waren mehrmals am Tag erhöht, und es kam zu Protesten der Bevölkerung.
Dann blockierten die Behörden für die Mehrheit der Iraner die Internet-Kommunikation – aber nicht für alle, denn das ist technisch nicht möglich.
Kryptonutzung trotz Internetsperre
Das Internet ist zwar blockiert, aber nicht vollständig abgeschaltet. Netblocks‑Messungen zeigen, dass die Zahl der Verbindungen zur Außenwelt auf etwa ein Prozent des normalen Niveaus gesunken ist.
Das bedeutet eine extreme Einschränkung, aber kleine Datenmengen kommen oft durch, denn Blockchain-Transaktionen bestehen eben nicht aus PDF-Seiten, sondern aus kleinen Datenmengen. Außerdem haben viele Regionen noch mehrmals am Tag Zugang zum Netz.

Und schließlich gibt es vier weitere Möglichkeiten, ins Internet zu kommen:
- Satelliten-Internet
Mehrere Berichte erwähnen, dass Iraner sich über Starlink einloggen konnten. Den Vorteil haben allerdings nur Personen mit hohen Einkommen, und inwieweit diese Verbindungen anderen zugänglich gemacht werden, ist nicht feststellbar. - Mesh‑Netze und lokale Peer‑to‑Peer‑Tools
Im Iran werden Mesh‑Tools verwendet, mit denen man trotz Blackout Transaktionen signieren und weiterleiten kann.
Dabei verbinden sich Smartphones direkt miteinander und die Daten wandern von Gerät zu Gerät. Dazu braucht es kein Internet, und die Bandbreite reicht aus, um Transaktionen zu senden.
Sobald die entsprechenden Signale auf einen funktionierenden Node treffen, werden sie eingespeist und die Transaktion wird weitergeleitet. Das Verfahren ist einfach und in anderen Krisengebieten erprobt. - Offline‑Signatur und zeitversetzte Übertragung
Krypto‑Transaktionen können offline vorbereitet werden. Eine Wallet erstellt die Transaktion und der Absender speichert sie als QR‑Code oder Datei.
Sobald ein Zugangspunkt – VPN, Satellit, Mesh, Hotel‑WLAN, oder ein ausländisches Netz in einer Grenzregion – verfügbar ist, wird die Transaktion ausgeführt.
Viele Wallets haben dieses Prozedere als Standardfunktion integriert. - Grenzregionen
Als Flächenland hat der Iran Grenzen zur Türkei, dem Irak, zu Armenien, Aserbaidschan, Pakistan und Afghanistan. Dort gibt es überall das entsprechende ausländische Mobilfunksignal, das vom Iran aus genutzt werden kann – seit Jahren gängige Praxis.
Momentan ist die Situation noch zu unübesichtlich, um eine realistische Prognose zu wagen, wann sich die Lage normalisieren wird.

