IOTA Stiftung und Pickert stellen Lösung für die Fertigungsindustrie vor

  • Die Pickert & Partner GmbH und die IOTA Stiftung haben eine Lösung entwickelt, wie die Tangle-Technologie in der intelligenten Fertigungsindustrie für eine Null-Fehler-Produktion mithilfe von digitalen Zwillingen eingesetzt werden kann.
  • Mittels der entwickelten Lösung können die Daten aus der Produktion und dem Lebenszyklus unveränderlich auf dem IOTA Tangle gespeichert werden, um einen unveränderlichen digitalen Zwilling zu erzeugen.

Wie gestern bekannt wurde, arbeitet das deutsche Software Unternehmen Pickert & Partner GmbH gemeinsam mit der IOTA Stiftung daran in der intelligenten Fertigungsindustrie eine Null-Fehler-Produktion mithilfe von digitalen Zwillingen und dem IOTA Tangle zu schaffen. Pickert, das auf die Erstellung digitaler Zwillinge spezialisiert ist und 380 Kunden mit mehr als 215.000 Anwendern weltweit besitzt, möchte mittels der Integration des IOTA Tangle seine Prozesse erweitern, um eine nachträgliche Veränderung der Daten zu verhindern und gleichzeitig Vertrauen und Dezentralisierung zu schaffen.

Ziel der Lösung ist es während des Fertigungsprozesses eines Produktes die Rückverfolgbarkeit der Daten nicht nur während der Produktion abzusichern, sondern auch darüber hinaus. Hiermit soll letztlich das Ziel erreicht werden, dass es eines Tages nur noch einwandfreie Produkte produziert werden, es also beispielsweise keine überhitzenden Handy-Akkus oder defekte Waschmaschinen mehr gibt. Wenn dies erreicht wird, spricht man von einer Null-Fehler-Produktion.

Die technische Lösung von Pickert und IOTA im Detail

Bei der entworfenen Lösung werden alle relevanten Daten nicht nur zur Überwachung verwendet, sondern auch jedem Produkt und seiner eindeutigen Seriennummer individuell zugeordnet und aus Gründen der Rückverfolgbarkeit auf dem Tangle gespeichert. So entsteht für jedes individuelle Produkt ein digitaler Zwilling. Mit diesem ist es möglich, Fehler, im Nachhinein einfacher zu suchen, zu identifizieren und zu analysieren.

Die Kenntnis der Fehlerursache erleichtert außerdem die Vermeidung des Fehlers in Zukunft. Da der digitale Zwilling auf dem IOTA Tangle gespeichert wird, kann er auch nicht verändert werden, wodurch er auch als Beweismittel verwendet werden kann. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn es darum geht, ob Vorschriften eingehalten worden oder auch bei einer Reklamation oder einem Rückruf, bei dem die Ursache des Fehlers ermittelt werden muss.

Konkret funktioniert die von Pickert und der IOTA Stiftung entworfene Technologie derart, dass während der Produktion die Daten generiert und gesammelt werden. Wenn ein Prozessschritt abgeschlossen ist, sendet ZERO defects von Pickert die Daten über den IOTA Connector an den Tangle. Pickert beschreibt den Prozess wie folgend:

Normalerweise erfassen wir die Daten mit OPC UA, einem in der Industrie üblichen Standard. Dabei muss sichergestellt werden, dass alle beteiligten Systeme integriert sind. In einigen Fällen ist eine Nachrüstung von alten Maschinen und IoT-Geräten notwendig. Sobald wir die Daten haben, senden wir sie an ActiveMQ und verwenden sie bei ZERO defects, um die Live-Daten zu visualisieren und auf Anomalien zu reagieren.

Nach Abschluss eines Produktionsschrittes sendet ZERO defects die aggregierten Daten im JSON-Format an das ActiveMQ IOTA Topic. Der Microservice IotaConnector hat das ActiveMQ IOTA-Topic abonniert und sobald Daten eingehen, bereitet der IOTA Connector die empfangenen Daten auf und sendet sie als IOTA-Transaktion an den Tangle.

Folge uns für tägliche Crypto-News!

Wie die Pickert & Partner GmbH in ihrem Blogbeitrag weiter feststellt, ermöglicht diese Technologie auch neue Konzepte. Beispielsweise könnte der eingebaute IOTA Connector während der Lebensdauer des Produktes weiter Daten an den digitalen Zwilling senden. Dies könnte beispielsweise im Rahmen einer Rückruf-Aktion von großem Vorteil sein, wenn es darum geht, wo ein Produkt ist und wo die Fehlerquelle liegt.

Stimmen seitens der beiden Partner

Sven O. Rimmelspacher, geschäftsführender Gesellschafter bei Pickert erklärte zur dem neuen technischen Ansatz und der Integration des IOTA Tangle in die bestehende Softwarelösung seines Unternehmens:

Wenn Sie alle oben beschriebenen Daten im IOTA Tangle speichern, erhalten Sie eine vollständige Rückverfolgbarkeit jedes Produkts und seiner Komponenten, die wir den digitalen Zwilling nennen. Jedes Produkt kann anhand seiner Seriennummer identifiziert werden, und alle Daten sind sicher und unveränderlich gespeichert und zugänglich. Die öffentliche Infrastruktur des IOTA erfordert keine Gebühren oder gar die Verwendung von Kryptowährung, um Daten dezentral zu speichern. Damit bietet sie die optimalen Voraussetzungen dafür, dass digitale Zwillinge und andere Vermögenswerte vor Manipulationen sicher sind und sogar mit Partnern entlang der Produktionskette geteilt werden können.

Holger Köther, Direktor für Partnermanagement bei der IOTA Stiftung ergänzte:

Pickert demonstriert eindrucksvoll die Vorteile des Einsatzes von IOTA für digitale Zwillinge in der Fertigung. Die Daten werden nicht nur unveränderlich gespeichert, sondern können auch von den Fertigungspartnern als Teil eines größeren und komplexeren digitalen Zwillings problemlos angereichert werden. Die digitale Infrastruktur von IOTA bietet das Vertrauen, Authentizität und Herkunft zu dokumentieren und Transparenz über verschiedene Branchen hinweg zu schaffen.

About Author

Jake Simmons has been a crypto enthusiast since 2016, and since hearing about Bitcoin and blockchain technology, he's been involved with the subject every day. Beyond cryptocurrencies, Jake studied computer science and worked for 2 years for a startup in the blockchain sector. At CNF he is responsible for technical issues. His goal is to make the world aware of cryptocurrencies in a simple and understandable way.

Comments are closed.