- Kalalohko steigt ins IOTA Business Innovation Program ein und will die Seafood-Lieferkette mit prüfbaren Daten statt Labels transparenter und fairer machen.
- Dafür setzt das Projekt auf IOTA Identity (Akteurs-Identitäten), IOTA Notarization (unveränderlicher Herkunfts-/Prozessnachweis) und die IOTA Gas Station (Kalalohko übernimmt Gebühren).
Kalalohko ist neu im IOTA Business Innovation Program. Das EU-geförderte Projekt will die Seafood-Lieferkette aufräumen, nicht mit einem neuen Siegel, sondern mit nachprüfbaren Daten. Dafür will Kalalohko IOTA Identity, IOTA Notarization und die Gas Station einsetzen.
Laut IOTA Stiftung ist die Seafood-Industrie von intransparenten, zentralisierten Strukturen geprägt, zulasten lokaler Fischer, der ökologischen Stabilität und mit wachsender Importabhängigkeit.
Und der Markt ist gigantisch. Die IOTA-Stiftung beziffert den Seafood-Markt in ihrer offiziellen Pressemitteilung für 2025 auf rund 262,26 Milliarden US-Dollar. Weiterhin heißt es:
„Sinkende Preise, steigende Kosten und Marktoligopole haben die Fischerei für viele wirtschaftlich unrentabel gemacht und einen Rückgang der lokalen Aktivitäten beschleunigt, der sowohl den Gemeinden als auch der marinen Biodiversität schadet.”
Kalalohko will laut IOTA eine Lieferkette bauen, die nicht nur effizient ist, sondern Transparenz und faire Bedingungen entlang der gesamten Kette ermöglicht. Und es geht um Geld und Verteilung, nicht nur um Tracking.
Kalalohko will, so beschreibt es IOTA, „höhere Löhne für Fischer und mehr Arbeit für lokale Logistikakteure“ ermöglichen. Im Idealfall komme am Ende „frischer, lokal bezogener Fisch“ raus und „niedrigere Preise für Endabnehmer wie Restaurants und Kommunen“.
Warum IOTA und warum überhaupt eine öffentliche DLT?
Tommi Lindholm, Chairman von Kalalohko, sagt in der Pressemitteilung:
„Wir sind im Geschäft, eine sehr konservative Branche aufzurütteln mit gut etablierten, zentralisierten Machtstrukturen und festen Abläufen. Aus unserer Sicht will IOTA genau diese Denkweise herausfordern und Transparenz, Dezentralisierung und Verantwortlichkeit in den Handel bringen.“
Denn solange zentrale Gatekeeper die Datenhoheit haben, bleibt ein internes System nur ein weiteres Kontrollinstrument. Zudem liefert IOTA noch einen zweiten Grund: Regulatorik und Nachhaltigkeitsdruck.
Die IOTA Stiftung nennt „kommende EU-Regulierungen“ sowie ein konkretes Signal aus dem Naturschutz: WWF Schweden habe industriell gezüchtete Regenbogenforelle von „grün“ auf „gelb“ eingestuft.
Die Botschaft: Herkunft und Nachhaltigkeit müssen künftig belastbar nachweisbar sein – nicht als Marketing, sondern prüfbar.
Kalalohko will drei IOTA-Bausteine verwenden. IOTA Identity soll „eine eindeutige, manipulationssichere digitale Identität“ liefern, „für jeden Akteur in der Logistikkette, vom Fischereibetrieb bis zum Restaurant“.
IOTA Notarization ist als durchgehendes Protokoll geplant. In der Mitteilung heißt es, es solle „als einziger, unveränderlicher Datensatz der gesamten Reise eines Fisches dienen“ – und damit sicherstellen, „dass seine Provenienz vom Moment an verifizierbar ist, indem er das Netz verlässt“.
Und dann kommt der Teil, der in der Praxis oft entscheidet, ob so etwas genutzt wird: Gebühren.
“IOTA Gas Station wird dafür sorgen, dass all diese Transaktionen transparent ablaufen und ein reibungsloses Benutzererlebnis bieten, indem sämtliche Transaktionsgebühren übernommen werden,” so die Pressemitteilung.
Kalalohko spricht nicht nur über Seafood. Das Projekt will das Modell später auch auf andere Bereiche übertragen, „mit ähnlichen Lieferketten-Dynamiken“, genannt werden „hochwertige handwerkliche Produkte“ und „weitere Protein-Vertikalen“. IOTA verkauft das als skalierbares Muster: ein Setup, das in einem schwerfälligen Markt startet und dann auf andere Branchen übertragbar sein soll.

