Wolken des Dramas verdunkeln IOTAs Neuanfang, Mitgründer droht mit rechtlichen Schritten

  • IOTA-Mitbegründer David Sonstebo hat einen wütenden Blog-Post geschrieben, in dem er behauptet, dass die IOTA Foundation Entscheidungen getroffen hat, die ihn betreffen, ohne ihn mit einzubeziehen
  • Davids Empörung bezieht sich auf etwa 65 Ti im Wert von über 130 Millionen Dollar, die Gegenstand intensiver Machtkämpfe in der IOTA-Community waren.

IOTAs Tag der Feier über seinen „New Dawn“ wurde etwas durch einen wütenden Tweet von David Sonstebo, Mitbegründer von IOTA und Ex-Vorstandsmitglied getrübt. Seine Wut mag berechtigt sein, da einige große Entscheidungen getroffen wurden, die ihn potentiell betreffen. Er meinte, dass er nicht dazu konsultiert wurde. Traurigerweise hat IOTA eine Geschichte von Streitigkeiten unter Mitgründern und die Community musste schon früher Partei ergreifen, zuerst als Come from Beyond (Sergey Ivancheglo) aus der Foundation ausschied und dann David Sonstebo.

Das Rätsel um die 65 TI

Die Einzelheiten des aktuellen Streits drehen sich um 65 Ti – das sind Terraiotas oder 65 Millionen Miotas (bei $2/Mi sprechen wir von einem Zeitwert  $130 Millionen USD). Diese 65 Ti haben eine ungewöhnliche Geschichte: einige stammen aus dem ursprünglichen Crowd-Sale – etwa 1% der Token wurden nie beansprucht; einige wurden bei früheren Netzwerk-Upgrades nie migriert; und einige stammen möglicherweise aus einer dritten Quelle (Details sind unklar).

Davids Firma, IOTA AS, hatte die rechtliche Verfügung für die Token. Die Wendung ist, dass Dominik Schiener und die IOTA Foundation mit der Chrysalis-Migration vorgeschlagen haben, dass diese Gelder in die Obhut der Community als Ökosystem-Entwicklungsfonds gelegt werden. Dieser wird basierend auf den Abstimmungen der Community zugeteilt. Dominik scheint David den Zugriff auf die Gelder verwehrt zu haben, schlug aber vor, einen Fork von IOTA zu erstellen (den IOTA AS Fork), in der David immer noch die Verfügung für die Gelder hätte. Dieser Vorschlag für einen Fork ist aber nicht sehr realistisch, so dass es eher wie eine persönliche Brüskierung gegenüber David aussieht, als ein tatsächlicher Lösungsvorschlag.

Gestern hat David geschrieben, dass ihm die Hände gebunden sind – dass er sich an die Behörden wenden muss, da er rechtlich verpflichtet ist, die Gelder zu verwalten, sich aber nun in einer „unmöglichen rechtlichen und logistischen Lage“ befindet. Er erklärt, dass er die IOTA Foundation durch die Verwahrung der Token durch IOTA AS vor dem potenziellen Ruin bewahrt hat, als ein aufgebrachter Sergey Ivancheglo die Gelder mit der Absicht einforderte, um sie auf den Markt zu werfen.

Er sagt dann: „Es gab einen Konsens im Vorstand und Aufsichtsrat, dass, wenn diese Token jemals aus ihrem Limbo-Zustand befreit würden, es offensichtlich war, dass IOTA AS die volle Verfügungsgewalt über ihr Schicksal hatte, da sie sie überhaupt erst geschaffen hatte.“ Allerdings stellt er nicht klar, in welcher rechtlichen Weise „es offensichtlich war“.

[Auch lesen: IOTA macht den Kuchen größer]

Der Trinity Moonpay-Hack

Eine dritte Wendung kommt in Bezug auf die Opfer des „Trinity-Moonpay-Hacks“ vom Februar 2020, wo eine Drittanbieter-Implementierung auf der Trinity-Wallet einem Hacker erlaubte, 8,55 Ti von verschiedenen Nutzer-Accounts zu entwenden. Dieser Hack führte zu einer schnellen Entscheidung der IOTA Foundation, alle Werttransfers im Netzwerk abzuschalten, was mehrere Wochen andauerte. Dies führte zu breiter Kritik an der Zentralisierung aus der Krypto-Community.

Kurz danach versprach David, dass er persönlich alle Leute, die bestohlen worden waren, entschädigen würde. Jetzt sagt er jedoch, dass er darüber nachgedacht hat, „möglicherweise die Verwahrungs-Token von IOTA AS zu nutzen“, anstatt diese aus seinen eigenen Mitteln zu erstatten. Es ist unklar, ob einige der Opfer noch erstattet worden sind.

Trotz dieses neuen Dramas funktioniert das Chrysalis-Netzwerk selbst sehr gut. Dominik hat heute nichts mehr über die 65 Ti erwähnt, aber er hat sich die Zeit genommen, zu kommentieren: „Das IOTA-Upgrade ist live und verarbeitet locker 250+ TPS. Es läuft zuverlässig Probleme. So sieht Produktionsreife aus.“ Vielleicht bricht die Sonne bald durch alle Wolken!

About Author

Kevin Young ist ein Biologe mit einem großen Interesse an Kryptowährungen, insbesondere an IOTA.

Comments are closed.