Interview mit IOTA-Gründer: Die Zukunft des Internet der Dinge

  • IOTA Gründer David Sønstebø diskutiert die Bedeutung und den Fortschritt der Distributed Ledger Technologie und die Zukunft der Kryptowährung.
  • Sønstebø beschreibt, dass IOTA eine „Maschinenwirtschaft“ aufbaut, die zukünftig in nahezu jeder Industrie eingesetzt werden kann.

IOTA hat in den letzten Monaten eine schwere Zeit erlebt, in der sich die Community als auch die Technologie selbst stark weiterentwickelt hat. Trotz des Hackerangriffs auf das Trinity Wallet, dem Rücktritt des IOTA Mitbegründers Sergey Ivancheglo und der negativen Entwicklung des Kryptomarktes im März aufgrund der COVID-19-Pandemie ist es IOTA gelungen, das Alltagsgeschäft fortzuführen.

In einem Interview für den Podcast Crypto 101 äußerte sich IOTA Mitbegründer David Sønstebø optimistisch über den Fortschritt und die weitere Zukunft des Projekts. IOTA will keine Idee verwirklichen, die einfach umzusetzen ist und die es vielleicht schon gibt, sondern eine komplett neue Ökonomie aufbauen (frei übersetzt):

Wir haben uns von Anfang an für den schwierigsten Weg entschieden.

IOTA und der Bau sicherer Maschinenökosysteme

Sønstebø sprach über die Gefahren und Verwundbarkeiten des Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Er beschreibt, dass die Nutzer dieser Technologien dazu neigen könnten, „Dinge als selbstverständlich zu betrachten“. Sønstebø erklärte, dass technologische Fortschritte die Menschen dazu bewegen sollten, Maschinen zu entwickeln, denen sie jederzeit vertrauen können:

Wir sprechen von autonomen Fahrzeugen, die alles in irgendeiner Weise autonom machen. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Flotte von autonomen Fahrzeugen, die auf der Straße unterwegs ist, und plötzlich beschließen einige Terroristen zu sagen: „Hey, lassen Sie mich diese 5.000 Fahrzeuge ineinander krachen. Stellen Sie sich das Chaos vor, das das bringen würde“ (…). Wir haben uns an die Fiktion gewöhnt. Deshalb nehmen wir sie wohl auch nicht mehr so ernst.

Sønstebø beschreibt, dass COVID-19 gezeigt hat, wie schnell und einfach gefährliche Szenarien in der heutigen Zeit eintreten können und ganze Länder weltweit lahmlegen kann. In diesem Sinne sei IOTA als ein Projekt gebaut worden, das sich darauf vorbereitet, diese Schwachstellen zu beseitigen und eine Zukunft mit sicheren Maschinen aufzubauen. Sønstebø führt aus, dass die Menschheit nicht vom schlimmsten ausgehen sollte, jedoch die Risiken immer im Auge behalten sollte:

Wenn es um die digitale Infrastruktur und insbesondere im Zeitalter des Internet der Dinge geht, müssen wir diese hypothetischen Angriffe wirklich akzeptieren. Ja, sicher sind sie hypothetisch, aber sie sind real. Es ist unvermeidlich (…) Darum geht es beim IOTA-Protokoll von Anfang an. Deshalb haben wir einen ungewöhnlichen Schritt gemacht und den schnellen Start unseres verteilten Ledger geopfert, indem wir von Anfang an Quantenkryptographie implementiert haben (…) Deshalb haben wir IOTA gebaut, um zu versuchen, der Entwicklung voraus zu sein, während wir in einen Bereich eintreten, in dem die Daten entscheiden.

Sønstebø sagte auch, dass sich Bitcoin, IOTA sowie weitere Kryptowährungen in der aktuellen Situation zum ersten Mal bewährt haben. Der IOTA Mitbegründer ist außerdem der Ansicht, dass die COVID-19-Krise einen Paradigmenwechsel zugunsten der Distributed Ledger Technologie und darauf aufbauender Projekte bewirkt hat.

Sønstebø: Daten werden das neue Öl sein

Der Mitbegründer von IOTA betonte die entscheidende Rolle, die Daten in Zukunft für das Funktionieren des Alltagslebens haben werden. Er führt weiter aus, dass das IOTA Protokoll die Nutzung und Anwendung dieser Daten in sicheren Anwendungsfällen ermöglichen wird. Sønstebø glaubt, dass die entscheidende Frage für die Zukunft lautet: Wem werden die Daten gehören?

Unsere endgültige Antwort, und das haben uns Land Rover und Jaguar in unserer Partnerschaft mitgeteilt, ist, dass Sie es natürlich sind. Sie besitzen das Auto, das ist Ihr Vermögen, und wenn Ihr Auto wertvolle Informationen gesammelt hat, die verkauft werden können, sollten Sie einen Gewinn erzielen (…). Daten sind das neue Öl, Sie haben buchstäblich riesige Datenmengen, die sehr wertvoll sein können, wenn sie richtig genutzt werden, sie können monetarisiert werden (…) Das ist es, was wir versuchen zu tun, das Ziel ist es, eine Datenwirtschaft zu etablieren (…) Aber nicht nur eine Datenwirtschaft, in der die Großen die Kontrolle über ihre Daten haben (…) Wenn Ihr Auto Informationen sammelt, die für einen Stadtplaner, für Versicherungsgesellschaften wertvoll sein können, können Sie diese Daten an sie verkaufen und von der neuen Datenökonomie ebenfalls profitieren.

Laut Sønstebø fand das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) vor allem im Automobilsektor Anwendung. Sønstebø führt weiter aus, dass der Aufbau einer Maschinenökonomie die nächste Stufe der Entwicklung darstellt und die Menschheit in einen neuen Lebensabschnitt führen wird.

About Author

Reynaldo Marquez has closely followed the growth of Bitcoin and blockchain technology since 2016. He has since worked as a columnist on crypto coins covering advances, falls and rises in the market, bifurcations and developments. He believes that crypto coins and blockchain technology will have a great positive impact on people's lives.

Comments are closed.