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Interview: IOTA basiertes Projekt Espiota weckt riesiges Interesse

Espiota gehört zu den interessantesten Projekten innerhalb der IOTA Community. Bei diesem handelt es sich um ein Micropayment-Gerät, das auf das Empfangen und Versenden von IOTA spezialisiert ist. Das Gerät, genannt Espiota, ist ein winziger, konfigurierbarer Device, der es jedem elektrisch betriebenen Gerät ermöglicht, eine bestimmte Aktion auszulösen, wenn eine IOTA Zahlung erfolgt. Im nachfolgenden hat uns der Entwickler des Projekts, Christian Oosting, interessante Einblicke in die Technologie, den Fortschritt und das bereits vorhandene Interesse gegeben.

Hallo Christian, zunächst vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst uns Einblicke in Espiota zu geben. Zunächst wäre es schön, wenn du dich kurz vorstellen könntest. Machst du das Espiota Projekt Vollzeit? Welchen beruflichen und akademischen Hintergrund hast du?

Mein Name ist Christian Oosting. Ich habe Informatik studiert und arbeite als selbständiger Softwareentwickler in Hamburg. Espiota entwickle ich zusammen mit Felix Reichard, dem Betreiber von IOTAShops. Aktuell beschäftigen wir uns beide mehrere Stunden täglich mit Espiota, arbeiten aber nebenbei noch an anderen Projekten, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wie bist du darauf gekommen Espiota zu entwickeln und welche Resonanz hast du bisher erhalten?

Mir ist aufgefallen, dass es viele PoCs gibt, die ein Gerät nach Zahlungseingang für eine bestimmte Zeit anschalten können. Jedoch sind diese alle sehr spezifisch auf das jeweilige Gerät zugeschnitten und in den meisten Fällen waren weder das Wi-Fi, die IOTA-Adresse noch die Kosten konfigurierbar. Daher wollte ich eine Lösung entwickeln, die für unterschiedlichste Anwendungsfälle genutzt werden kann, ganz ohne Programmierkenntnisse. Die Resonanz darauf war so groß, dass ich beschloss Espiota über den PoC hinaus weiterzuentwickeln.

Du hast dich für den IOTA Ecosystem Fund beworben. Wie ist da der aktuelle Stand und welche Unterstützung erhältst du derzeit von der IOTA Stiftung? Gab es bereits Gespräche mit der Stiftung hinsichtlich einer Unterstützung? Wie muss man sich den Prozess vorstellen, wie eine Art „Pitch“?

Wir stehen in regem Austausch mit der IOTA Foundation, haben uns offiziell aber noch nicht beworben. Da der Development Fund nur Open-Source-Projekten zur Verfügung steht, können wir auf dieser Basis nur einzelne Komponenten der Software entwickeln. Aktuell arbeiten wir an den Details der Spezifikation, um einerseits der Community freie Software zur Verfügung zu stellen und andererseits ein valides Geschäftsmodell darauf aufzubauen. Unabhängig vom Development Fund benötigen wir für die Entwicklung der Hardware jedoch weiteres Funding und sprechen daher mit möglichen Investoren.

Als Anwendungsfälle stellst du auf der Espiota Website unter anderem die Bereiche Unterkünfte, Smart Cities, Mobility und die Industrie vor. Besonders die Akzeptanz in die Industrie oder auch Smart Cities stelle ich mir sehr schwierig, als „kleiner“ Entwickler vor. Wie möchtest du diese Ziele erreichen? Rechnest du mit einer Unterstützung durch die IOTA Stiftung?

Richtig. In diesen Bereichen existieren zudem sehr spezielle Anwendungsfälle, welche Espiota (noch) nicht abdecken kann. Für viele Anwendungen gilt dies aber wiederum nicht. Möchte sich der externe Reinigungsbot an einer Steckdose aufladen, könnte schon in naher Zukunft ein Espiota zum Einsatz kommen. Im Bereich Smart City ist das ähnlich. Auf dem nächtlichen Heimweg die Laternen für ein paar Minuten anschalten und mit IOTA bezahlen? Kein Problem, einfach einen Espiota zwischenschalten. Die größere Hürde besteht darin, den Städten das Potenzial dezentraler Technologien deutlich zu machen und Verantwortliche zu finden, die bereit sind neue Wege zu gehen. Sobald der Zeitpunkt gekommen ist, stehen wir mit der richtigen Technologie in den Startlöchern.

Derzeit befindet sich Espiota ja noch im Prototyp-Status. Wann planst du die Veröffentlichung des fertigen Produkts? Welche weiteren Funktionen möchtest du noch implementieren, was muss noch verbessert werden?

Wir hoffen im Jahr 2021 ein fertiges Produkt auf den Markt zu bringen. Die größte Hürde ist die Entwicklung der Hardware. Dies ist extrem zeit- und kostenintensiv, wenn alle gesetzlichen Bestimmungen für einen Vertrieb in Deutschland eingehalten werden sollen. Softwareseitig geht es vor allem darum Espiota für unterschiedlichste Anwendungsfälle konfigurierbar zu machen. Von der Steckdose über den Hotelsafe bis zur Kaffeemaschine und vielem mehr entstehen unterschiedlichste Anforderungen an die Software, die möglichst breit und effizient abgedeckt werden sollen.

Zum Beispiel kann das Guthaben eine Safes negativ werden, wenn dieser nach Ablauf der Nutzungsdauer noch verschlossen ist. Der Endnutzer müsste die Schulden also erst begleichen, um ihn wieder öffnen zu können. Eine Klimaanlage wiederum sollte sich in den meisten Fällen einfach abschalten, sobald kein Guthaben mehr vorhanden ist. Eine Kaffeemaschine allerdings benötigt oft nur ein einmaliges Signal. Der Betreiber soll in der Lage sein all diese Geräte seinen Bedürfnissen entsprechend zu konfigurieren.

Welche Ambitionen verfolgst du mit Espiota? Was sind die nächsten Schritte (neben der Veröffentlichung des fertigen Produkts) und wo siehst du Espiota in einem und drei Jahren?

Als nächsten Schritt entwickeln wir eine Lösung, die mit existierender Hardware genutzt werden kann. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Anwendung, die viele Basisfunktionen schon bereitstellt und bereits in der Praxis genutzt werden kann bis die zugehörige spezialisierte Hardware marktreif ist. Dazu werden wir in absehbarer Zeit etwas veröffentlichen und eventuell bereits erste Bestellungen entgegennehmen können. Das finale Produkt wird auf dieser Lösung aufbauen und sie um diverse praktische Anwendungen erweitern.

Momentan ist die Funktionalität deiner Erfindung ja auf die Zahlung per IOTA beschränkt. Wäre auch eine Fiat-Schnittstelle, die für den Transfer den Zahlbetrag in IOTA umwandelt, denkbar? So könnte sicherlich eine größere und schnellere Akzeptanz erreicht werden. Was denkst du darüber?

Ja, das ist denkbar. Wir haben schon mit einer Exchange gesprochen, die eine solche Funktion zur Verfügung stellen würde. Der Endbenutzer könnte beispielsweise per Paypal oder Kreditkarte zahlen und der Betrag würde automatisch in IOTA umgewandelt und an die Adresse des jeweiligen Endgeräts gesendet werden. Wir halten solch eine Funktion für essenziell, bevor Kryptowährungen von der breiten Masse angenommen werden.

Hattest du bereits erste Kontakte zu Unternehmen, die Interesse an Espiota gezeigt haben? Wie sehen deine Pläne hinsichtlich des Vertriebs und des Marketings aus? Wer könnten deine ersten Kunden sein?

Ja, wir stehen in Kontakt zu diversen Unternehmen wie beispielsweise ZipEnergy aus London, welche zusammen mit der University of Leicester ein Batteriemodul entwickeln. Dieses soll Bauern in Entwicklungsländern den Zugang zu Elektrizität auf Basis von Micropayments gewährleisten. Dafür wollen sie unseren Prototypen testen und eine erste Testphase soll nächstes Jahr in Kenia beginnen. Außerdem haben wir diverse weitere Anfragen und sogar schon Bestellungen erhalten, obwohl es noch gar kein Produkt gibt. Das Interesse ist riesig und motiviert uns jeden Tag weiterzumachen.

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Jake Simmons

Jake Simmons ist seit 2016 ein Krypto-Enthusiast. Seit er von Bitcoin und der Blockchain-Technologie gehört hat, beschäftigt er sich täglich mit dem Thema. Jenseits von Kryptowährungen studierte Jake Informatik und arbeitete 2 Jahre lang für ein Startup im Blockchain-Bereich. Bei CNF ist er für die Beantwortung technischer Fragen zuständig. Sein Ziel ist es, die Welt auf eine einfache und verständliche Weise auf Kryptowährungen aufmerksam zu machen.

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