- Sparkassen werden ab Sommer 2026 den Bitcoin-Handel in ihrer App ermöglichen.
- Podcaster Tröster hält die damalige Entscheidung für richtig und relativiert „50 Mio. Kunden“-Headlines.
Ein X-Post des deutschen Bitcoin-Podcasters Daniel „Loddi“ Tröster entfacht zum Jahresauftakt eine Debatte über den Kurswechsel der Sparkassen beim Kryptohandel: Nach einer „Nichtempfehlung“ im Sparkassenverband 2021/22 soll Bitcoin ab Sommer 2026 direkt in der Sparkassen-App verfügbar werden, wie CNF am Montag berichtete.
Jetzt ist Bitcoin-Handel „bankreif“
Tröster, bekannt durch den „Sound Money Bitcoin Podcast“, schrieb am 2. Januar, die damalige Entscheidung gegen Bitcoin in der Sparkassenwelt sei „richtig“ gewesen. Er verweist dabei auf ein Projekt beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), das 2021/22 die Einführung von Kryptohandel innerhalb der Sparkassenorganisation geprüft habe.
Ergebnis: eine „Nichtempfehlung“. Gleichzeitig betont Tröster, der DSGV könne einzelnen Sparkassen den Bitcoin-Handel nicht untersagen; „eine klare Absage gab es lediglich durch Meinungen und Aussagen einzelner Personen“.
Tröster erklärte, dass er damals Projektbeteiligter war, und liefert eine Begründung, die weniger mit Bitcoin selbst als mit der Marktinfrastruktur zu tun habe.
„Ich war Teil des Projektes damals und das Ergebnis war natürlich enttäuschend. Rückblickend betrachtet war es die richtige Entscheidung! Das lag aber nicht an Bitcoin, eher an der Bitcoin-Industrie“, schrieb er.
Aus seiner Sicht habe es 2022 in Deutschland noch keine „so soliden Anbieter für den Handel und die Verwahrung von Bitcoin auf einem institutionellen Niveau“ gegeben.
Diese Lage habe sich inzwischen verändert. Tröster argumentiert, dass heute „3,5 Jahre später“ die nötige Dienstleisterlandschaft vorhanden sei: Handel, Verwahrung, On-Chain-Analyse sowie Marktdaten, die Banken für die Überwachung von Marktmissbrauch und für „Marktgerechtigkeit“ benötigen.
Gleichzeitig widersprach Tröster den weitläufig zu findenden Headlines, dass Sparkassen nun flächendeckend „50 Millionen“ Kunden bedienen würden. Sein Hinweis:
„PS: Nur die Kunden der zum Start teilnehmenden Sparkassen können das Angebot der DekaBank nutzen – nicht 50 Mio. Menschen.“
Konkret kommentierte Tröster einen X-Post von Smart Money Crypto (@HugotoCrypto), der die Entwicklung als strategische Kehrtwende einer konservativen Bankengruppe skizzierte:
„Die Sparkasse hat euch Bitcoin ausgeredet – um es euch später teurer zu verkaufen“, heißt es in dem Beitrag. Und weiter: „Das ist keine Adoption. Das ist Kapitulation. Sie steigen nicht ein, weil sie an Bitcoin glauben. Sie steigen ein, weil sie Kunden verlieren.“
Der Post arbeitet zudem mit einer starken Zuspitzung: „Oma und Opa können bald Bitcoin kaufen wie Aktien. Kein eigenes Wallet. Keine Seed Phrase. Kein echtes Ownership. Bitcoin mit Stützrädern.“
Trösters Argumentation läuft in eine andere Richtung: Gerade die Sparkassen-App, die „praktisch jeden Test von Banking-Apps gewinnt“, könne den Kauf „viel einfacher und mit weniger Hürden“ machen als bei Krypto-Börsen. Das ist weniger Bitcoin-Revolution als Produktlogik und zugleich ein indirekter Hinweis darauf, dass UX, Compliance und institutionelle Prozessketten inzwischen als entscheidende Variable gelten.

