Hamas wollte sich über Bitcoin finanzieren – Israel beschlagnahmte die Kryptos

  • Die Hamas hatte Gelder in Bitcoin gesammelt, aber die israelische Regierung beschlagnahmt nun die Kryptowährung und kappt die Finanzierung.
  • Die Extremistengruppe begann vor zwei Jahren mit der Spendensammlung in Bitcoin – doch nun ist die Sache schiefgegangen.

Vor zweieinhalb Jahren startete die militante palästinensische Gruppe ihren Aufruf und bat um Bitcoin-Spenden, nachdem ihre bisherigen Finanzierungskanäle identifiziert und blockiert worden waren. Nun wird auch der Krypto-Fluss trockengelegt. Die israelische Regierung hat angekündigt, dass sie BTC beschlagnahmt, die der Hamas gehören.

Die Hamas entstand 1988 aus dem Widerstand gegen die israelische Besetzung des Gazastreifens. Seitdem hat sie sich zu einer militanten Extremisten-Gruppe entwickelt, deren erklärtes Ziel es ist, Israel zu zerstören. So überrascht es nicht, dass die israelische Regierung sie als Terror-Organisation einstuft, ebenso wie die Europäische Union und die USA.

„Unterstützen Sie den Widerstand finanziell durch die Bitcoin-Währung“, verlangte ein Hamas-Sprecher im Januar.

Jetzt teilt Israels Verteidigungsministerium mit, dass Bitcoin-Wallets, die mit der Gruppe verbunden sind beschlagnahmt werden. Minister Benny Gantz genehmigte die Beschlagnahmung, nachdem eine verdeckte Operation „ein Netz von Wallets aufgedeckt hat, die von der Hamas benutzt werden, um Gelder mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu beschaffen“.

Das Ministerium teilt weiter mit, die Wallets seien im Gaza-Streifen betrieben worden und sie seien eine wichtige Alternative für die Terrorgruppe gewesen, weil seriöse Finanzinstitute sie seit Jahren meiden.

Doch die Hamas sammelte nicht nur Bitcoin. Sie erhielt auch Spenden in XRP, Ethereum, Tether und sogar Dogecoin.

Minister Gantz bemerkte dazu:

„Die nachrichtendienstlichen, technologischen und rechtlichen Mittel, die es uns ermöglichen, das Geld von Terroristen auf der ganzen Welt in die Hände zu bekommen, stellen einen operativen Durchbruch dar.“

BTC ist kein sicherer Hafen für Kriminelle

Die Beschlagnahmungen kommen zu einer Zeit, in der zunehmend Vorwürfe laut werden, Bitcoin werde vorwiegend kriminell genutzt. Fabio Panetta,  Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank, beschrieb Bitcoin als „ein gefährliches Tier, das für illegale Aktivitäten verwendet wird“.

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Bitcoin ist jedoch keineswegs ein sicherer Hafen für Kriminelle. Tatsächlich ist die Verwendung von Bitcoin für einen Kriminellen riskanter als die meisten anderen Methoden des Geldtransfers. Bitcoins Blockchain ist nicht nur unveränderlich, sie ist auch transparent und öffentlich. Das ermöglicht es den Behörden, die Transaktionen zurückzuverfolgen und erhöht die Chancen, die Kriminellen zu fassen. Erst kürzlich haben die USA über 2 Millionen Dollar, die von Colonial Pipeline als Lösegeld an Hacker gezahlt wurden, wiederbeschafft.

Noa Mashiah, CEO der Israelischen Blockchain Association, schloss sich dieser Meinung an. Im Gespräch mit der Times of Israel wiederholte sie, dass dies ein weiterer Beweis dafür sei, dass sich die Behörden bei der Verfolgung Kimineller auf Bitcoin verlassen könnten.

„Die Beschlagnahmung und die Blockade der Hamas-Spenden beweise, dass Bitcoin eine sichere Währung ist. Kriminelle, die dieses Finanzsystem nutzen, werden auf die harte Tour herausfinden, dass das offene Transaktionsprotokoll, die Blockchain, sie entlarvt und es den Strafverfolgungsbehörden ermöglicht, erfolgreich gegen sie vorzugehen.“

Dem pflichtete Omri Segev, bei. Der CEO der Cybersecurity-Firma Profero kommentierte: “Sobald man über die Grenzen der Blockchain hinaus in die Welten der Handelsplattformen geht, verliert man sofort die Anonymität und dann sind, wie im vorliegenden Fall, Staaten und Strafverfolgungsbehörden in der Lage, die Währungen von kriminellen und terroristischen Organisationen zu lokalisieren und einzufrieren.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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