Großbritannien soll zum globalen Krypto-Hub werden – ohne die übliche „Beschaffungskriminalität“

  • Das Land will zum weltweit führenden Zentrum der Kryptobranche werden und gleichzeitig die kryptogestützte Cyberkriminalität ausrotten.
  • Kleinanleger im Vereinigten Königreich dürfen keinen Krypto-Derivatehandel mehr betreiben.

Der britische Minister für Digitale Angelegenheit, Chris Philp, hat die Entscheidung der Behörden bekräftigt, das Land zum besten und saubersten Kryptozentrum der Welt zu machen. Er ist jedoch besorgt über die Gefahr, dass auch Kriminelle davon profitieren könnten. Philp äußerte sich dazu am Mittwoch in einem Interview mit Bloomberg Radio. Der Minister erklärte:

„Wir wollen die besten Krypto-Akteure und -Projekte nach Großbritannien, insbesondere London holen. Wir sind jedoch sehr vorsichtig, wenn es um den Schutz unserer Bürger geht. Wir wollen nicht, dass digitale Assets für illegale Finanztransaktionen und andere kriminelle Zwecke verwendet werden.“

Anfang April bekräftigte das britische Finanzministerium seine Pläne, Großbritannien zu einem der maßgebenden Kryptozentren der Welt zu machen. Die Ankündigung löste Erleichterung in der Kryptobranche aus. Viele führende Krypto-Akteure halten die britischen Finanzaufsichtsbehörden bisher für zu streng gegenüber der Branche.

Britisches Finanzministerium verbietet Kleinanlegern Krypto-Derivatehandel

Das britische Finanzministerium hat strengere Marketing-Auflagen für Krypto-Geschäfte verhängt. Eine der Maßnahmen besteht in dem Verbot für Kleinanleger, mit Krypto-Derivaten zu handeln. In den letzten Jahren hat es im Kryptobereich zahlreiche Betrugsfälle gegeben. Viele Analysten machen jedoch die Behörden selbst für deren steigende Zahl verantwortlich.

Sie argumentieren, dass das Fehlen einer angemessenen Regulierung des Kryptomarkts die Hauptursache der steigenden Kriminalität sei. So beschuldigte eine US-Regulierungsbehörde beispielsweise die Anchorage Digital Bank vor zwei Monaten der Förderung von Geldwäsche. Die Bank habe es versäumt, offensichtlich fragwürdige Transaktionen zu melden.

Sowohl in den USA als auch in der EU gibt es spezielle Gremien, die den Kryptobereich überwachen. Ziel ist das Screening aller Krypto-Projekte auf ihre Legalität, damit die schwrzen Schafe strafrechtlich verfolgt werden können.

Zurzeit sorgen allerdings steigende Zinsen und der Absturz von Top-Krypto-Projekten für eine erhebliche Schrumpfung des gesamten Kryptomarkts. So hatte der Zusammenbruch des Terra-Netzwerks enorme negative Auswirkungen auf die Krypto-Marktkapitalisierung. Am 15. Juni notierte der Bitcoin-Kurs bei gerade noch 20.000 Dollar. Es ist das Niveau von Dezember 2020.

Minister Philp teilte mit, das Finanzministerium arbeite mit anderen Regulierungsbehörden in Großbritannien zusammen um das Vereinigte Königreich zum Top-Krypto-Hub zu machen. Er erwähnte ausdrücklich Die Bank von England, die Prudential Regulation Authority und die Financial Conduct Authority.

Londoner Börse schneidet aktuell besser ab als der NASDAQ

Philp sprach auch über die jüngsten Rückschläge an den Aktienmärkten:

„Während der Londoner Tech-Woche am Montag habe ich mich mit Gründern und CEOs unterhalten, deren Unternehmen an der Londoner Börse notiert sind. Viele sagten mir, dass der Aktienkurs gesunken wäre, wenn sie im NASDAQ und nicht an der Londoner Börse notiert gewesen wären. Ich glaube also, dass die Londoner Börse unter den derzeitigen Umständen besser abschneidet als der NASDAQ.“

Der britische All-Share-Index ist sechsmal kleiner als der NASDAQ-Composite-Index. Großbritannien plant jedoch, seine Politik zu überarbeiten, um die Londoner Börse noch wettbewerbsfähiger zu machen. Die Unternehmen wären dann nicht mehr gezwungen, sich im NASDAQ listen zu lassen.

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