Größter Bitcoin Hack der Geschichte: Mt. Gox Sanierungsplan erneut verschoben

  • Das Bezirksgericht Tokio hat der Verschiebung zur endgültigen Ausführung des Rehabilitationsplanes der einst größten Bitcoin-Börse Mt. Gox zugestimmt.
  • Bislang liegen nicht ausreichend finanzielle Mittel und Maßnahmen vor, um mit allen Parteien produktive Gespräche über den weiteren Verlauf der Verhandlungen zu führen.

Die einst größte Börse für Bitcoin., Mt. Gox, hat in einem neuen Schreiben bekanntgegeben, dass der Rehabilitationsplan nicht ausgeführt werden kann. Die Opfer der Börse müssen also erneut geduldig auf ihre Entschädigung warten. Dennoch haben die Geschädigten erneut Zeit, Ansprüche gegenüber der Börse geltend zu machen.

Erneut warten: Frist wird verschoben

Das Bezirksgericht in Tokio hat der Verschiebung des Termins zur endgültigen Aufstellung und Ausführung des Rehabilitationsplanes erneut zugestimmt. Das Kuratorium hatte einen Antrag auf Verlängerung der Einreichungsfrist eines Rehabilitationsplanes beim Bezirksgericht Tokio gestellt. Das Bezirksgericht Tokio hat am 25. Oktober 2019 beschlossen, die Frist für den Rehabilitationsplan bis zum 31. März 2020 zu verlängern.

Opfer, die Ansprüche gegen die Börse geltend gemacht haben, warten bereits seit längerer Zeit auf Bewegung in diesem Fall. Bislang wurden die Fristen immer wieder und wieder nach hinten verschoben. Das Ergebnisprotokoll einer Sitzung des Bezirksgerichts vom 01. Oktober 2019 stellt fest, dass viele Ansprüche, die geltend gemacht wurden, weiterhin den Status „In Verarbeitung“ besitzen.

Ein Großteil der Anträge wurde nach Angaben des Gerichts durch den Treuhänder Nobuaki Kobayashi sogar abgelehnt. Weiterhin gestaltet es sich schwierig, einen finalen Entwurf für den Sanierungsplan aufzustellen. Dennoch erhalten Geschädigte erneut die Chance, Ansprüche gegenüber der Börse einzureichen.

Die neue Ankündigung führt aus, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist einen Rehabilitationsplan aufzustellen (frei übersetzt):

Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, in einem Rehabilitationsplan angemessene Rückstellungen für Änderungen der Rechte der Rehabilitationsansprüche, Rückzahlungsmethoden und geeignete Maßnahmen für die unbestimmten Rehabilitationsansprüche zu bilden, und dementsprechend ist es praktisch nicht möglich, mit relevanten Parteien sinnvolle Gespräche über Rückzahlungen zu führen.

Das Dokument führt weiter aus, dass das Gericht erwartet, dass weitere Monate benötigt werden, bis ein sinnvoller, fundierter Rehabilitationsplan vorgelegt und Gespräche angestoßen werden können. Hierbei bleibt vorerst offen, ob die Gläubiger der Börse beabsichtigen, den Termin noch weiter nach hinten zu verschieben oder ob der 31. März 2020 als Zeithorizont eingehalten werden kann.

Die Geschichte von Mt. Gox

Mt. Gox war eine Börse für Kryptowährungen die ihren Hauptsitz in Tokio hatte und im Juli 2010 gegründet wurde. In der erfolgreichsten Zeit wickelte die Börse bis zu 70 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen weltweit ab und galt zu diesem Zeitpunkt als Marktführer in der Krypto-Branche.

Im Jahr 2014 wurde die Börse durch den größten Hack in der Geschichte von Bitcoin erschüttert. Dabei wurden mehr als 850.000 Bitcoins von Kunden gestohlen. Dies entsprach damals einem Betrag von ca. 450 Millionen USD. Mt. Gox schloss in Folge dessen die Börse und die eigene Webseite. Das Unternehmen beantragte den Insolvenzschutz für die Gläubiger im Jahr 2014. Im April des selben Jahres eröffnete die Gesellschaft hinter der Börse das Liquidationsverfahren.

Weitere Untersuchungen der Sicherheitsfirma WizSec kamen zu dem Ergebnis, dass die meisten oder fast alle gestohlenen Bitcoins im Laufe der Zeit von 2011 bis Ende 2014 aus dem Hot Wallet von Mt. Gox entwendet wurden. Der Treuhänder der Börse investierte mehr als 1,5 Millionen USD, um fehlende Gelder sowie deren Transaktionsfluss aufzuspüren. Dadurch konnten mehr als 140.000 Bitcoins gefunden und gesichert werden.

Es bleibt zum jetzigen Zeitpunkt jedoch weiterhin offen, wann und ob ein Sanierungsplan vorgelegt und umgesetzt werden kann.

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Collin is a Bitcoin investor of the early hour and a long-time trader in the crypto and forex market. He's fascinated by the complex possibilities of blockchain technology and tries to make matter accessible to everyone. His reports focus on developments about the technology for different cryptocurrencies.

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