Bank of England nervös: Bitcoin könnte Gefahr werden

  • Der Gouverneur der Bank of England (BoE) kritisiert Bitcoin als neues Zahlungsmittel ohne intrinsischen Wert.
  • Andrew Bailey zeigt sich optimistisch für Stablecoins, da die BoE ebenfalls an der Entwicklung einer eigenen Zentralbank-gestützten Digitalwährung arbeitet.

Zwar gehe von Bitcoin als neues potenzielles globales Zahlungsmittel laut EZB-Chefin Christine Lagarde keine direkte Gefahr aus, jedoch steht die größte Kryptowährung weltweit oft im Zentrum wichtiger Diskussionen. So hat der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, in einer öffentlichen Q+A-Sitzung mitgeteilt, dass Bitcoin seiner Meinung nach keinen intrinsischen Wert besitzt und der extrinsische Wert nur dadurch entsteht, weil die Menschen Bitcoin als Zahlungsmittel nutzen wollen:

Es ist schwer zu erkennen, dass Bitcoin das hat, was wir dazu neigen, als inneren Wert zu bezeichnen. Es kann einen äußeren Wert in dem Sinne haben, dass die Menschen es wollen.

Im Rahmen des Q&A betonte er weiter, dass er „sehr nervös“ sei, wenn Personen und Unternehmen Bitcoin als Zahlungsmittel nutzen würden wollen, da die Volatilität weiterhin sehr groß ist und deswegen große Risiken bei der Transaktionsabwicklung bestehen. Die Äußerung von Bailey kommt aber keinesfalls überraschend. In einer Rede vor dem Brookings Institute im letzten Monat führte Bailey bereits aus, dass Kryptowährungen „überhaupt keine Verbindung zum Geld haben“.

Bailey ist optimistisch für Stablecoins

Im Gegensatz zu Bitcoin oder Ethereum zeigt sich der Gouverneur der BoE überzeugt von Stablecoins, die an einen realen Vermögenswert wie den USD, das britische Pfund oder den Euro gebunden sind:

Stablecoins könnten einige nützliche Vorteile bieten. Zum Beispiel könnten sie die Reibungsverluste bei Zahlungen weiter verringern, indem sie möglicherweise die Geschwindigkeit der Zahlungen erhöhen und die Kosten senken (insbesondere, wenn globale Stablecoins eingeführt werden sollten).

Er sieht im ersten Schritt die Möglichkeit, dass eine digitale Währung der Zentralbank (CBDC) das aktuelle Finanzsystem ergänzen könnten:

[…] entweder als eigenständige Zahlungsoptionen oder mit Elementen des Stablecoin-Ökosystems, wie z.B. Wallets, die den Verbrauchern Zugang zu einer CBDC bieten.

Bemerkenswert ist, dass die BoE derzeit ebenfalls an der Entwicklung einer eigenen CBDC arbeitet. So hat der CEO und Gründer von L3COS im August der Bank ein Blockchain-basiertes Betriebssystem als Grundlage für die Einführung des digitalen britischen Pfund vorgestellt. Wie es damals hieß, könnten dadurch viele heutige Probleme wie Geldwäsche, Betrug oder Schwarzmarktfinanzierung bekämpft werden.

Durch den Einsatz der Blockchain kann jede Transaktion zurückverfolgt werden und damit Betrüger und Geldwäscher ausfindig gemacht werden. Am weitesten fortgeschritten im Bereich der Einführung eines CBDC ist China. Der digitale Yuan wird bereits in zahlreichen Regionen des Landes getestet.

Kürzlich veranstaltete China zudem eine Lotterie, bei der 10 Mio. digitale Yuan verteilt wurden. Über 2 Millionen Menschen hatten sich für die Lotterie beworben, und 50.000 Menschen gewannen je 200 Yuan. Die Gewinner können ihren digitalen Yuan nun bei über 3.000 Händlern verwenden.

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Collin is a Bitcoin investor of the early hour and a long-time trader in the crypto and forex market. He's fascinated by the complex possibilities of blockchain technology and tries to make matter accessible to everyone. His reports focus on developments about the technology for different cryptocurrencies.

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