Führende Zentralbanken schließen sich zusammen – Ripple und Stellar Lumens überflüssig?

  • Die Bank of England hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sie in Zusammenarbeit mit weiteren Zentralbanken den Einsatz einer zentralbankgestützten Digitalwährung erforschen wird.
  • Dieser Schritt könnte langfristig in Konkurrenz oder zu einer Kannibalisierung von Projekten aus dem Kryptowährungsraum, wie Ripple oder Stellar Lumens führen.

Die Bank of England hat gestern in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sie mit der Zentralbank Kanadas, des Vereinigten Königreichs, Japans, der Europäischen Union, Schwedens und der Schweiz sowie der  Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) an der Forschung und Einführung einer zentralbankgestützten Digitalwährung (CBDC) arbeiten wird.

Forschung soll Maßnahmenkatalog für CBDC bringen

Das Ziel der Zusammenarbeit ist es mögliche Anwendungsfälle für CBDCs in ihren jeweiligen Rechtsgebieten zu untersuchen. Jedes Land besitzt eine eigene Gesetzgebung und damit unterschiedliche Anforderungen an das technische Design einer CBDC. Die Task-Force beschreibt ihr gemeinsames Ziel wie folgt (frei übersetzt):

Die Gruppe wird CBDC-Anwendungsfälle, wirtschaftliche, funktionale und technische Designentscheidungen, einschließlich der grenzüberschreitenden Interoperabilität, und den Austausch von Wissen über neue Technologien bewerten. Sie wird sich eng mit den einschlägigen Institutionen und Foren – insbesondere dem Financial Stability Board und dem Committee on Payments and Market Infrastructures (CPMI) – abstimmen.

Die Forschungsgruppe wird gemeinsam von Benoît Cœuré, Leiter des BIZ-Innovationszentrums, und Jon Cunliffe, stellvertretender Gouverneur der Bank of England und Vorsitzender der CPMI, geleitet. Weiterhin werden hochrangige Vertreter der Zentralbanken der jeweiligen Länder ebenfalls an Bord sein.

Die Präsidentin der europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, kündigte bereits auf einer Pressekonferenz Mitte Dezember an, dass die EZB eine Task Force in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Zentralbanken gründen wird, um die Entwicklung eines digitalen Euro voranzutreiben. Die ersten Ergebnisse sollen bereits Mitte des Jahres vorgestellt werden.

Die steigende Nachfrage nach schnellen, günstigen und sicheren Überweisungsdienstleistungen steigt. Jedoch stehen für Lagarde nicht Kryptowährungen, wie Bitcoin, sondern Stablecoins im Vordergrund, da diese eine geringe Volatilität vorweisen und sich deswegen besser für den Einsatz in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft eignen. Lagarde beschreibt (frei übersetzt):

Wir haben eine Task Force eingerichtet, und wir werden die Arbeit dieser Task Force beschleunigen, indem wir auf die Ressourcen des gesamten Eurosystems zurückgreifen, d.h. auf die nationalen Zentralbanken, die sich bereits an dieser Forschung beteiligen und sich bereits an dem Projekt in Form von Experimenten beteiligt haben, sowie auf Piloten hier und da. Ich denke, wir versuchen, das bis Mitte 2020 zu erreichen.

In China läuft die Pilotphase der zentralbankgestützten Digitalwährung bereits auf Hochtouren. Wie wir bereits berichteten, testet China das System bereits in den Provinzen Hebei, Ehjiang und der Millionenstadt Shenzhen und wird damit die erste Zentralbank der Welt sein, die eine CBDC in einem großen Massenmarkt einsetzen wird.

Werden Kryptowährungen wie Ripple’s XRP oder Stellar Lumens (XLM) überflüssig?

Das Projekt Libra von Facebook hat laut Ripple CEO Brad Garlinghouse ein Vertrauensproblem und wird seiner Meinung nach einige Zeit benötigen, bis es endgültig starten kann. Ripple als auch Stellar Lumens stellen eine Infrastruktur bereit, welche die eben genannten Ziele der Zentralbanken von kostengünstigen und schnellen grenzüberschreitenden Überweisungen bereits leisten können.

Durch den Einsatz von Ripple’s Zahlungstechnologie können Millionen von USD innerhalb weniger Sekunden zu sehr geringen Gebühren, nicht mal einem Penny, von den USA ans andere Ende der Welt geschickt werden. Die Überweisung mit einer traditionellen Bank würde mehrere Tage dauern und unverhältnismäßig hohe Gebühren nach sich ziehen.

Wenn die Zentralbanken jedoch eine ähnliche Dienstleistung anbieten werden, könnten damit Projekte wie Ripple oder Stellar langfristig überflüssig werden. Lagarde führte auf einer kürzlichen Konferenz aus, dass die Zentralbanken auch versuchen könnten weitere Mittelsmänner bzw. dazwischen geschaltete Institutionen auszuschalten (frei übersetzt):

Versuchen wir, die Kosten zu senken? Versuchen wir, die Mittelsmänner auszuschalten? Versuchen wir, eine kostenlose Inklusivfinanzierung zu erreichen? Es gibt eine ganze Reihe von Zielen, die verfolgt werden können.

Zur Zeit verzeichnen Partner von Ripple, wie z.B. MoneyGram weiterhin ein starkes Wachstum, jedoch könnte dieses Geschäftsfeld langfristig komplett von Zentralbanken übernommen werden. Zunächst bleibt jedoch abzuwarten, wie schnell Fortschritte durch die Zentralbanken erzielt werden können.

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Collin is a Bitcoin investor of the early hour and a long-time trader in the crypto and forex market. He's fascinated by the complex possibilities of blockchain technology and tries to make matter accessible to everyone. His reports focus on developments about the technology for different cryptocurrencies.

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