Exklusiv: Expertenmeinungen zum Krypto-Verbot bei TikTok

  • TikTok verbietet Werbung für bistimmte Finanzprodukte auf seiner Plattform – auch Krypto-Anzeigen sind nicht mehr erlaubt.
  • Wir sprachen mit zwei Experten darüber, was das Verbot bedeutet und was in Zukunft auf die Krypto-Branche zukommen könnte.

TikTok, eine der weltweit führenden Social-Media-Plattformen, hat Werbung für für diverse Finanzprodukte verboten – auch für Kryptowährungen. Die Plattform hat Richtlinien für Markeninhalte aktualisiert, um Influencern zu verbieten, Kryptowährungen zu bewerben. Das Verbot kommt zu einer Zeit, in der TikTok eine Hochburg für Krypto-Influencer geworden ist, was nachweislich zu erheblichem Einfluss  auf Kryptowährungen wie Dogecoin geführt hat.

Laut FTAdviser, der Finanz-Website, die das Verbot publik machte, sind Kryptowährungen, das Verleihen und Verwalten von Geldvermögen, Schneeballsysteme, und Devisenhandel betroffen.

TikTok hat sich sensationell entwickelt, vor allem seit die COVID-19-Pandemie zuschlug und Milliarden Menschen in ihren Häusern gefangen hielt. Die Plattform hat nach eigenen Angaben über 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer, mehr als Reddit und Snapchat zusammen. Damit ist sie zu einem bedeutenden Faktor geworden, um Produkte zu pushen, Kryptos nichts ausgenommen.

Erst vor wenigen Tagen stieg Dogecoin um 20 Prozent nach einem TikTok Push. Die so genannte #DogecoinTikTokChallenge hatte das Ziel, den Dogecoin-Kurs auf einen dollar zu heben. Millionen Nutzer zogen mit. „Lasst uns alle reich werden! Investiere nur 25 Cent.  Sobald die Aktie einen Dollar  erreicht, hast du 10 Riesen [10.000 Dollar]. Erzähle das jedem, den du kennst.“ hieß es in einem der Beiträge dazu auf der Plattform.

Solche Kampagnen sind jetzt bei TikTok verboten. Einem Experten zufolge war das keine Überraschung, zumindest nicht für die Krypto-Community.

Oleg Bevz, Marketing-Direktor bei Blockster, einem spezialisierten sozialen Netzwerk für die Krypto-Community, sagte uns:

„Dass TikTok kryptobezogene Werbung verbietet, ist nicht im Geringsten überraschend. Es zeigt nur einmal mehr, dass trotz der wachsenden Akzeptanz eine Reihe von traditionellen Unternehmen Krypto immer noch meiden. Alteingesessene Unternehmen mit einem eher konservativen Geschäftsansatz versuchen, sich von Veränderungen und Dingen fernzuhalten, die sie nicht vollständig kontrollieren können – in diesem Fall Kryptowährungen, die in vielen Köpfen zu Unrecht mit Betrug und kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden“

TikTok-Verbot wird Krypto zugute kommen.

Es  ist nicht das erste Mal, dass Kryptos von einem globalen Tech-Giganten verboten worden sind. Google, Facebook, Twitter, MailChimp, LinkedIn, und Bing, sie alle haben Krypto-Anzeigen in der Vergangenheit verboten. Google machte jedoch eine Kehrtwende und akzeptiert Krypto-Anzeigen inzwischen wieder.

Folge uns für tägliche Crypto-News!

Die Effekte der anderen Verbote berücksichtigend, glaubt Bevz, dass das aktuelle TikTok-Verbot der Kryptowährung nur nützen wird:

„Ich glaube, dass die Kryptoindustrie von diesem Verbot nur profitieren wird. Sie wächst schnell und ist in jeder Hinsicht reich. Immer mehr Menschen und Unternehmen interessieren sich für Kryptowährungen, und wenn traditionelle Unternehmen sie weiterhin ablehnen, wird die Branche alle Ressourcen nach innen richten und ihre eigene Entwicklung vorantreiben.“

Das Verbot – wie übrigens auch all die anderen – wird dazu dienen, Krypto-bezogene Kriminalität zu vereiteln. Betrugsmaschen, die als angebliche Krypto-Investition daherkommen, sind auf dem Vormarsch, darunter eine in Südafrika, bei der sich die Kriminellen mit 3,6 Milliarden Dollar davongemacht haben.

Mehr zum Thema: Bitcoin-Betrug: AfriCrypt-Gründer verschwinden mit 69.000 Bitcoin im Wert von 3,6 Milliarden Dollar

„Während die Vereitelung von Krypto-Kriminalität für alle Beteiligten von Vorteil sein wird, umfasst das Verbot leider auch die Möglichkeit der Werbung selbst für lizenzierte Unternehmen,“ sagte uns Tatyana Shpakovych, Produktmanagerin bei Blockster.

Sie fügte hinzu:

„Meiner Meinung nach wäre es eine bessere Wahl, die Werbemöglichkeit für diese Branchen nicht pauschal zu stoppen, sondern eine ausgefeilte Verifizierungsmechanik zu entwickeln und eventuell eine gründliche Moderation einzuführen. Dann hätten die Nutzer die Gewissheit, dass die Inhalte, die sie erhalten, sicher sind, während die Unternehmen weiterhin die globale Reichweite nutzen könnten, die ihnen die Plattform bietet.“

About Author

Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

Comments are closed.