Ex-BitMEX-CEO Arthur Hayes drohen fünf Jahre Haft – doch dazu wird es vermutlich nicht kommen

  • Ein Gericht in Manhattan fällt heute das Urteil im Verfahren gegen Arthur Hayes. Wegen Verstoßes gegen den Bank Secrecy Act drohen ihm maximal 5 Jahre Gefängnis.
  • Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass er tatsächlich ins Gefängnis muss. Vermutlich wird es auf eine Bewährungsstrafe hinauslaufen.

Einst war er einer der reichsten, mächtigsten und einflussreichsten Männer in der Kryptowelt. Heute wird er der Gnade eines New Yorker Richters ausgeliefert sein und muss im schlimmsten Fall für fünf Jahre hinter Gitter. Arthur Hayes, ehemalige CEO von BitMEX, bekommt im Laufe des Tages sein Urteil, doch wie ein Rechtsexperte mitteilt, ist es unwahrscheinlich, dass er eine Haftstrafe beokommen wird, die er tatsächlich antreten muss.

Hayes gründete BitMEX 2014 zusammen mit Benjamin Delo und Sam Reed, und innerhalb weniger Jahre wurde das Unternehmen zu einer der größten Bitcoin-Derivate-Handelsplattformen der Welt, die in der Spitze ein tägliches Handelsvolumen von über 1 Milliarde Dollar abwickelte.

Für Hayes und seine Kollegen ging es bergab, als die US-Aufsichtsbehörden begannen, sie wegen Verstößen gegen das Bankgeheimnis zu verfolgen. Der 1970 eingeführte Bank Secrecy Act verpflichtet alle Finanzinstitute in den USA, die Regierungsbehörden bei der Aufdeckung und Verhinderung von Geldwäsche zu unterstützen.

Hayes bekannte sich im Februar dieses Jahres zusammen mit Delo und Reed schuldig im Sinne der Anklage. Sie zahlten jeweils 10 Millionen Dollar Strafe, und Hayes ist der erste, der heute verurteilt wird.

Ihn erwartet eine mögliche Höchststrafe von fünf Jahren, aber wie ein Rechtsexperte sagt, wird der in Miami geborene 36-Jährige wahrscheinlich keine Haftstrafe antreten müssen.

Jaimie Nawaday, ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt im südlichen Bezirk von New York, wies darauf hin, dass der Fall Hayes der erste seiner Art sei und es daher keinen Präzedenzfall gebe, an dem man sich orientieren könne. Hayes ist die erste Person in der Kryptobranche, die wegen eines BSA-Verstoßes strafrechtlich verfolgt wird, ein Standard, den die Aufsichtsbehörden bisher bei Krypto-Unternehmen nicht angewendet haben.

BSA-Urteile sind in der Regel mit 6-12 Monaten Haft verbunden, und in den meisten Fällen gelingt es den Schuldigen, eine Gefängnisstrafe zu vermeiden und mit einer Bewährung oder einer Geldstrafe davonzukommen, sagte Nawaday, der derzeitiger Co-Leiter der Government Enforcement and Internal Investigations Group von Seward & Kissel ist, einer Anwaltskanzlei mit Büro in Nework. Der ehemalige Staatsanwalt fügte hinzu:

„In Anbetracht des niedrigen Strafrahmens, der Tatsache, dass es sich um eine neuartige Anklage handelt, worauf die Verteidigung zu Recht hinweist, und der Tatsache, dass die Bewährungshilfe sich im Wesentlichen auf die Seite der Verteidigung stellt und keine Haftstrafe befürwortet, würde ich sagen, dass dies ziemlich unwahrscheinlich ist.“

Die zuständige Staatsanwaltschaft hat jedoch durchblicken lassen, dass an Hayes ein Exempel statuiert werden solle, wie CNF berichtete.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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