
- Mit Unterstützung von Europol gelang in der vergangenen Woche die Zerschlagung eines internationalen Krypto-Geldwäscherings durch Deutsche und Schweizer Polizeibehörden.
- Im Mittelpunkt der Operation stand die Stillegung von „Cryptomixer“, eines illegalen Bitcoin-Mixers. 25 Millionen Euro in Bitcoin wurden eingezogen.
In der Schweiz wurden drei Server sowie die Domain „cryptomixer.io“ beschlagnahmt, außerdem über 12 Terabyte an Daten und Bitcoin im Wert von mehr als 25 Millionen Euro. Nachdem der illegale Dienst stillgelegt worden war, platzierten die Strafverfolgungsbehörden ein Beschlagnahmungsbanner auf der Website.
Verschleierung der Herkunft kriminell erlangter Assets
„Cryptomixer“ war ein hybrider Krypto-Mischer, der sowohl über das Clear Web als auch über das Dark Web zugänglich war. Er verschleierte die Herkunft der Beute aus Ransomware-Hacks, und anderen Formen der Krypto-Kriminalität. Krypto-Mischer oder „Crypto-Tumbler“ verhindern die Rückverfolgbarkeit von Token in einer Blockchain.
Solche illegalen Dienste sind erste Wahl für Cyberkriminelle, die illegale Erlöse aus einer Vielzahl krimineller Aktivitäten wie Drogenhandel, Waffenhandel, Ransomware-Angriffen und Kreditkarten-Betrug waschen wollten. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 wurden über den Dienst Bitcoin im Wert von über 1,3 Milliarden Euro gemischt und so deren Herkunft verschleiert.
Die von den Cyber-Kriminellen eingezahlten Gelder wurden für einen langen, zufällig bemessenen Zeitraum gepoolt, bevor sie zu ebenfalls zufälligen Zeitpunkten an die Zieladressen umverteilt wurden. Viele Kryptowährungen führen einen Public-Ledger und zeichnen in ihm alle Transaktionen auf, damit sie zurückverfolgt werden können. Mischdienste wie Cryptomixer sollen diese Rückverfolgung verhindern und damit die Herkunft der Kryptowährung verschleiern.
Mixing-Dienste oder Crypto-Tumbler bieten den Kriminellen Anonymität und werden häufig genutzt, bevor die gewaschenen Assets an Kryptobörsen gesendet werden. Von dort werden sie über Geldautomaten oder Bankkonten gegen andere Kryptowährungen eingetauscht oder als FIAT-Währung zu Geld gemacht.
Unterstützung gegen Cyberkriminalität durch Europol
Europol erleichterte den Informationsaustausch der Europäischen Polizeibehörden im Rahmen der Gemeinsamen Taskforce zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (J-CAT), die ihren Sitz in der Europol-Zentrale in Den Haag hat.
Ein Priorität von Europol ist, als Vermittler von Strafverfolgungswissen zu fungieren und eine Drehscheibe zu bieten, über die die Mitgliedstaaten miteinander in Kontakt treten und vom Kenntnisstand der anderen Mitgliedstaaten und von Europol profitieren.
