- Die EU verbietet Bargeldtransaktionen über 10.000 Euro und erzwingt den Identitätsnachweis bei allen gewerblichen Kryptotransfers.
- Die Reformen gegen Geldwäsche konzentrieren sich auf Börsen und Intermediäre, um illegale Geldströme in der EU zu verhindern.
Die Europäische Union führt neue Finanzvorschriften ein, die Barzahlungen auf einen Höchstbetrag von 10.000 Euro begrenzen, um die Transparenz zu erhöhen und Geldwäsche zu bekämpfen. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Anstrengung, die Finanzaufsicht zu stärken und große Geldtransaktionen in allen Mitgliedstaaten nachvollziehbar zu machen.
VERY CONERNING: 🇪🇺 The EU just banned cash payments over €10,000 and will require ID for every Bitcoin transaction starting 2027.
They're criminalizing privacy. pic.twitter.com/KIuWWaQ5J0
— Simply Bitcoin (@SimplyBitcoin) November 9, 2025
Ab 2027 werden kommerzielle Transaktionen über 10.000 € in der gesamten EU verboten sein – die Mitgliedsstaaten können aber niedrigere Grenzen festlegen. Zahlungen zwischen 3.000 und 10.000 Euro müssen dokunmentiert und den nationalen Finanzbehörden gemeldet werden. Die Maßnahmen sollen „Schwarzgeld-Geschäfte“ und Geldwäsche verhindern.
Die neuen Vorschriften erstrecken sich auch auf digitale Währungen und verlangen eine Identitätsprüfung für Bitcoin- und andere Krypto-Tranaktionen. Der Schritt steht in Einklang mit dem weltweiten Trend zur Regulierung anonymer digitaler Währungen. Die Vorschriften sind für Krypto-Plattformen und professionelle Vermittler gedacht, nicht für direkte Peer-to-Peer-Transaktionen zwischen Anlegern.
Identitätsüberprüfung bei Überweisungen über 1.000 Euro
Die Behörden wollen bis 2027 anonyme Wallets und private Münzen wie Monero und Zcash ebenfalls verbieten. Dienstanbieter müssen die Identität von Personen überprüfen, die mehr als 1.000 Euro über selbst verwahrte Wallets versenden. Diese Regeln zielen darauf ab, Krypto-Transfers stärker zu überwachen.
Die Europäische Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche wird Einrichtungen mit hohem Risiko beaufsichtigen, darunter die großen Krypto-Dienstleister mit hohem Transfer-Volumen. Gemäß den EU-Vorschriften 2023/1113 müssen die Unternehmen bei Fiat- und Krypto-Transfers Informationen über den Absender und den Empfänger erfassen und speichern. Laut Behörden helfen diese Maßnahmen Geldflüsse zu verfolgen und illegale Finanzströme in den Mitgliedsstaaten zu unterbinden.
Kritiker argumentieren, dass die Vorschriften die finanzielle Privatsphäre verletzen, da die obligatorische Identifizierung die persönliche Kontrolle über das Geld einschränken kann. Befürworter betonen, dass diese Regeln dazu beitragen, illegale Finanzaktivitäten zu unterbinden und das europäische Finanzsystem sicher zu halten. Sie betonen, dass die Regeln wichtig sind, da digitale Währungen in den Mitgliedsländern immer häufiger benutzt werden.
Neue Transparenzmaßnahmen sollen illegale Geldflüsse eindämmen
Die Anti-Geldwäsche-Verordnung stellt klar, dass sich die Regeln für Kryptowährungen und Bargeld auf Börsen und Vermittler konzentrieren, nicht auf Peer-to-Peer Zahlungen zwischen Personen. Dieser Ansatz unterstützt das übergeordnete Ziel, nicht zurückverfolgbare Geldströme in der EU zu verringern.
Die Behörden erklären, dass diese Reformen die Transparenz bei der Bewegung von Fiat-Geld und Kryptowährungen verbessern werden. Durch die Verknüpfung von Bargeldmeldungen mit Finanzbehörden und Krypto-Prüfungen will die EU erreichen, dass alle Mitgliedsländer ähnliche Überwachungsregeln befolgen, wodurch es für illegales Geld viel schwieriger wird, unbemerkt durch den Binnenmarkt zu fließen.
Experten warnen, dass strengere Meldevorschriften die Innovationsfähigkeit bremsen und die Einhaltung der Vorschriften für die Dienstleister teurer machen könnten. Dennoch betonen die Regulierungsbehörden, dass diese Schritte das Vertrauen der Menschen in digitale Finanzsysteme stärken und vor Betrug, Terrorismusfinanzierung und anderen Finanzverbrechen in der gesamten Union schützen.

