- Die Europäische Kommission will die praktische Krypto-Aufsicht an die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA delegieren.
- Die Initiative dazu kommt von Frankreich, Österreich und Italien, die eine stärkere Rolle der ESMA wollen, weil die Banken im Jahr 2026 Euro-Stablecoins einführen werden.
Die Europäische Kommission beabsichtigt, die Aufsicht über die Kryptobranche der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu übertragen, Das soll eine einheitliche Anwendung der MiCA-Vorschriften innerhalb der EU garantieren. Die Maßnahme soll die Unterschiede der praktischen Umsetzung der MiCA-Verordnung in den 27 Mitgliedsstaaten beseitigen.
Die EU-Kommision hält das für notwendig, weil die Staaten bisher die MiCA-Vorschriften unterschiedlich anwenden, was die Einheit des Krypto-Rahmens gefährdet, und zu ungewollten Standort-Vor- und Nachteilen führen kann. Die Kommission betonte am Donnerstag, dass die Aufsicht durch die ESMA die regulatorische Konsistenz verbessern und sicherstellen wird, dass alle EU-Kryptounternehmen einer einzigen, supranationalen Behörde unterstehen.
Die Kommission wies darauf hin, dass eine koordinierte Aufsicht notwendig ist, um eine Fragmentierung zu vermeiden und die Effizienz der Märkte in den EU-Staaten zu verbessern:
„Die EU-Finanzmärkte sind nach wie vor stark fragmentiert, klein und wenig wettbewerbsfähig, wodurch potenzielle Größenvorteile und Effizienzgewinne ungenutzt sind.“
EU etabliert zentrale Krypto-Aufsicht
Frankreich, Österreich und Italien drängten die EU-Kommission im September, der ESMA eine stärkere Rolle bei der Durchsetzung der MiCA zuzuweisen. Das Europäische Parlament und der Europäische Rat müssen diese Autoritätsverschiebung allerdings genehmigen, und deren inhaltliche Ausgestaltung hängt von Verhandlungen EU-Mitgliedstaaten ab.
Die ESMA spielt eine ähnliche Rolle wie in den USA die Börsenaufsicht SEC, hat aber in der Vergangenheit die Märkte eher koordiniert als beaufsichtigt. Wenn die ESMA direkte Aufsichtsbefugnisse erhält, würde sie zu einer einer EU-Börsenaufsicht mutieren und die Durchsetzung der MiCA-Vorschriften in den Mitgliedsstaaten standardisieren.
Das Projekt würde die Aufsicht über die Kryptobranche und andere Finanzdienstleistungen in einer einzigen Behörde vereinen. Die MiCA-Verordnung enthält klare Leitlinien, deren konsequente Umsetzung ein stabileres, berechenbareres Umfeld für Kryptounternehmen schaffen würde, als das real existierende Umfeld.

