- Der EU-Kryptomarkt ist im Wandel. Mit der Openbank und der DekaBank eröffnen zwei europäische Großbanken den Wettbewerb um private Kryptokunden.
- Sie nutzen die neue, klare Regulierung durch die MiCAR und reagieren auf die wachsende Kundennachfrage nach Bitcoin und Kryptowährungen.
Beide Institute reagieren damit auch auf den wachsenden Wettbewerb im Wertpapiergeschäft der Zukunft, in dem man nicht den Anschluss verlieren will.
Openbank
Openbank, die digitale Bank der spanischen Santander‑Gruppe, bietet den Kryptohandel für deutsche Privatkunden bereits an. Kunden können Bitcoin, Etherum und weitere etablierte Assets direkt im Onlinebanking kaufen, ohne externe Börsen und externe Wallets.
Die Bank verweist auf eine deutliche Zunahme der Krypto‑Nutzung in ihren Kernmärkten und sieht Deutschland als logische Erweiterung. Möglich wird dieser Schritt vor allem durch MiCA, den neuen EU‑Rechtsrahmen, der erstmals klare Regeln für Verwahrung, Transparenz und Risikomanagement vorgibt.
Bei der Openbank gehört der Krypto‑Service zu einer breiter angelegten Strategie: Klassische Bankdienstleistungen, Digital-Assets und KI‑gestützte Anlage-Tools sollen aus einer Hand kommen.
DekaBank
Die DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen, öffnet ebenfalls ihr Kryptoangebot für Privatkunden. Die Deka verfügt bereits über eine Kryptoverwahrlizenz der BaFin und hat bisher institutionelle Kunden bedient. Ab 2026 sollen nun auch Sparkassenkunden Zugang zu Digital-Assets erhalten – sozusagen 50 Millionen Bestandskunden.
Die Deka sieht Kryptowährungen nicht als weiteres, isoliertes Bank-Produkt, sondern als Einstieg in die kommende Token‑Economy, in der Fonds, Anleihen und Zertifikate zunehmend digital ausgegeben und in Echtzeit abgewickelt werden.
Klare Regulierung dank MiCA
Dass beide Banken gerade jetzt aktiv werden, ist kein Zufall. MiCA hat die jahrelange regulatorische Unsicherheit beendet und schafft erstmals einen einheitlichen EU-Rahmen. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Anleger Krypto zwar nutzen möchten, aber bei ihrer Hausbank, nicht bei Kryptobörsen.
Für die Banken ist das Chance und Risiko zugleich: Sie müssen ihren Kunden moderne Anlageformen anbieten und gleichzeitig ihre Rolle im Wertpapiergeschäft der Zukunft sichern. Hinzu kommt der Wettbewerb, unter anderem durch die DZ-Bank, Deutsche Bank und internationale Konkurrenz wie JPMorgan.

Für deutsche Privatkunden bedeutet der Einstieg von Openbank und DekaBank vor allem eins: Krypto wird zum regulierten Standardprodukt. Der Handel findet im vertrauten Bankumfeld statt, mit BaFin‑Aufsicht, MiCA‑Regeln und banküblichen Sicherheitsstandards.
Der Zugang ist einfach, weil keine externen Börsen, Wallets und zusätzliche Identitätsprüfungen nötig sind. Langfristig öffnet sich damit der Weg in eine tokenisierte Finanzwelt, in der digitale Wertpapiere, Echtzeit‑Abwicklung und automatisierte Prozesse zum Alltag gehören.
Trotzdem agieren die Banken vorsichtig. Sowohl die Openbank als auch die Sparkassen betonen, dass Kryptowährungen hochspekulativ sind und nicht aktiv beworben werden.
Doch die Richtung ist klar: Deutschland entwickelt sich zu einem der ersten großen regulierten Kryptomärkte für Verbraucherbanken.

