Ethereum Hard Fork für ProgPoW vorraussichtlich im Juli

  • Ethereum wird voraussichtlich im Juli den umstrittenen EIP 1057, ProgPow, implementieren und damit seinen Mining Algorithmus zugunsten des GPU Minings ändern.
  • Der Hard Fork wird ASIC Miner nicht aus dem ETH Netzwerk aussperren, aber deren Effizienz-Vorteil gegenüber GPUs wesentlich einschränken.

Das Thema des Programmatic Proof of Work (alias ProgPoW) wurde über das vergangene Jahr lang und breit diskutiert. Wie die Ethereum Core Entwickler vor wenigen Stunden im Core Devs Meeting #81 besprochen haben, könnte diese Diskussion bald ein Ende finden. Im Rahmen des Meetings beschlossen die Core-Entwickler (erneut), dass ProgPoW implementiert werden soll. Der Hard Fork ist vorläufig für Juli geplant.

Der Zeitplan sieht vor, dass der Hard Fork drei Wochen nach dem EIP 1962 stattfinden soll, einem umstrittenen Update, das Ethereum um zusätzliche kryptographische Funktionen erweitern wird. Der EIP 1962 soll voraussichtlich im Juni live gehen.

Warum ist ProgPoW für Ethereum von Bedeutung?

ProgPoW ist vermutlich der am kontroversesten diskutierte EIP der letzten Jahre innerhalb der Ethereum Community. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob das Ethereum Netzwerk durch ASIC Miner zentralisiert ist. Ethereum war entsprechend des Whitepapers als dezentrales Netzwerk, welches über leicht zugängliche Computer Hardware in Form von GPUs betrieben wird, konzipiert.

Als Bitmain die ersten ASIC Miner in 2018, speziell für Ethereum (ETH), veröffentlichte, waren die Ethereum Core-Entwickler zögerlich einen neuen Mining-Algorithmus zu implementieren. In der Folge entbrannte eine Diskussion über die zunehmende Zentralisierung des Ethereum Netzwerks durch ASIC Mining. Die Befürchtung: Eine Handvoll Miner könnte potenziell die Kontrolle über das Netzwerk mittels eines 51% Angriffs erlangen.

Hinzu kam, dass zahlreiche GPU Miner über eine mangelnde Wirtschaftlichkeit klagten. Eine Gruppe namens IfDefElse schlug im Rahmen der Diskussion deshalb einen neuen Algorithmus namens ProgPoW vor. Durch die Implementierung soll die Effizienzlücke für GPU Miner gegenüber den spezialisierten ASIC Minern geschlossen werden. Auf Ethash aufbauend wurde vorgeschlagen, dass der Vorteil, den zukünftige ASICs gegenüber GPUs genießen sollen, auf maximal 20% reduziert wird.

Anschließend wurde ProgPoW unter EIP 1057 eingereicht und monatelang innerhalb der Ethereum Community und in den Ethereum Core Developer Calls diskutiert. Bereits Am 4. Januar 2019 erfolgte die erste (vorläufige) Genehmigung. Im Meeting #52 wurde ProgPoW sowie eine Auditierung im Meeting 54 am 1. Februar 2019 beschlossen. Die Ethereum Cat Herders wurden beauftragt ein Audit durchzuführen. Dieses befindet sich derzeit noch in Arbeit.

Sorgen über einen möglichen Hard Fork

Obwohl ProgPoW bereits mehrfach die Zustimmung der Core-Entwickler erhalten hat, ist die Diskussion noch im Gange. Einige wenige äußern Bedenken über die Möglichkeit einer Spaltung der Gemeinschaft. Einige Gegner des Vorschlags befürchten, dass Börsen beide Ethereum Versionen, mit und ohne ProgPoW, betreiben könnten. In dem aktuellen Core Devs Meeting sagte der Koordinator von Ethereum, James Hancock, dass eine Spaltung unwahrscheinlich sei. ProgPoW sei der „startbereiteste“ der aktuellen Verbesserungsvorschläge (frei übersetzt):

Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass es eine ideologische oder Personen gibt, die bereit sind, sich zu engagieren und tatsächlich eine Netzwerkspaltung zu haben. Wenn ich falsch liege, werde ich als Koordinator für harte Arbeit zurücktreten.

Mindestens zwei einflussreiche Projektleiter sind jedoch gegen ProgPoW. SpankChain-CEO Ameen Soleimani und Gnosis Gründer Martin Köppelmann äußerten Einwände gegen das Upgrade. Beide wurden während des aktuellen Meetings jedoch eingeladen, an dem nächsten teilzunehmen. Dies werde jedoch nichts an der Entscheidung des Teams ändern, konstatierte Hudson Jameson:

Es wird viel Zeit für offene Meinungsverschiedenheiten geben, die die Entscheidung nicht unbedingt ändern werden, denn wir sind schon zweimal hin und her gegangen und haben sie zweimal gebilligt.

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About Author

Jake Simmons has been a crypto enthusiast since 2016, and since hearing about Bitcoin and blockchain technology, he's been involved with the subject every day. Beyond cryptocurrencies, Jake studied computer science and worked for 2 years for a startup in the blockchain sector. At CNF he is responsible for technical issues. His goal is to make the world aware of cryptocurrencies in a simple and understandable way.

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