Ethereum gegen Bitcoin – Ist ein Überholmanöver realistisch?

  • Ethereum als ewiger Zweiter hinter Bitcoin – das ist für viele eine Art Urzustand, doch der ist nicht festgeschrieben für alle Zeiten, denn Ethereum hat enorm aufgeholt.
  • Etliche Daten deuten darauf hin, dass Ethereum Bitcoin tatsächlich überholen kann. Noch fehlt Ethereum die dazu nötige Unabhängigkeit, doch das kann sich schnell ändern.

Bitcoin hatte 2021 einen Zuwachs von 105%, Ethereum aber um 505%, also um fast das Fünffache. Die Gemeinsamkeit besteht im Kursanstieg. Doch die gibt es auch bei fallenden Kursen, wie sich aus der Historie ablesen lässt. Betrachtet man die anderen Altcoins, gibt es die Korrelation mit Bitcoin meist nicht. Insofern hat sich Ethereum bereits von den anderen Altcoins abgekoppelt. Ein Binance-Sprecher sagt dazu:

„Man muss sehen, dass Ethereum kein Altcoin mehr ist, sondern einzigartige Eigenschaften entwickelt. Gründe für den neuesten Anstieg sind die wachsenden Metaverse-, GameFi- und NFT-Entwicklungen, die auf dem Ethereum-Netzwerk aufsetzen.“

Obwohl Ethereum noch lange nicht vollständig entkoppelt ist, ist eine Eigenständigkeit keine Utopie mehr, sondern sie ist als reales Szenario vorstellbar.

Ethereum auf dem Weg zur Unabhängigkeit

Igneus Terrenus von der Kryptbörse Bybit, erklärte in einem Cointelegraph-Interview, der Wert digitaler Vermögenswerte werde letzten Endes von den Anlegern bestimmt. Nach über sechs Jahren Entwicklung und vielen Smart-Contract-Anwendungen, die auf Ethereum aufbauen – einschließlich DeFi und NFT – habe Ethereum ein eigenes Ökosystem entwickelt, unabhängig von Bitcoin. Er fügte hinzu:

„Da die Demografie der Bitcoin- und Ethereum-Lager weiter auseinandergeht, erwarten wir auch, dass sich ihre jeweiligen Preisbewegungen allmählich noch weiter voneinander entfernen.“

Ethereum ist einzigartig positioniert

Orbs-Mitgründerin Netta Korin sagte gegenüber Cointelegraph, der geradlinige Kursanstieg von Ethereum seit Oktober lasse erwarten, dass Ether Bitcoin tatsächlich überholen kann. Ethereum habe sich eindeutig als „Treibstoff für DApps“ erwiesen. Was kaum beachtet werde, sei die Tatsache, dass Ethereum Bitcoin als meistgenutzte Blockchain längst überholt hat. Auch bei der Erholung nach Markteinbrüchen zeige Ethereum eine bessere Performance. Das bevorstehende Eth2-Upgrade werde die Nachfrageperspektive weiter verbessern. Korin sagte weiter:

„Neue Angebots- und Nachfragemechanismen von Ethereum und seine Position als führende Finanzinfrastruktur und Backbone für populäre Projekte wie MakerDAO und Uniswap machen die Abkopplung von Ethereum zu einer realen Möglichkeit.“

Darüber hinaus könnte Ethereum sich in Zukunft auch als Inflationsschutz erweisen, denn die Bestrebungen der Anleger, der 2022 vermutlich steigenden Inflation zu entkommen, werden zunehmen. Auch das ist ein Indiz, dass Ethereum Bitcoin als führende Kryptowährung überholen kann.

Könnte Bitcoin auf die Konkurrenz reagieren?

Bitcoin-Großanleger mit langfristiger Perspektive dürften kaum ihr Verhaltensmuster ändern sondern sich weiter an Bitcoin halten, ganz gleich, wie die Charts aussehen. Im Übrigen gilt Bitcoin bereits jetzt als Inflationsschutz, eine Reputation, die Ethereum sich erst verdienen muss.

Die wachsende Marktmacht von Ether ist den großen Banken nicht entgangen. JPMorgan Chase äusserte sich vor kurzem dahingehend, dass Ethereum eine bessere Wahl sein könnte als Bitcoin. Der fünffache Anstieg von Ethereum im Vergleich zu Bitcoin im letzten Jahr habe dazu geführt, dass Ethereum heute eine Marktkapitalisierung hat, die fast halb so groß ist, wie die von Bitcoin.

Entscheidend aber könnte sein, das Ethereum im Web 3.0 Fuß fassen kann, auch wenn das noch einige Jahre entfernt sein mag. Es gibt eine realistische Chance, dass Ethereum im dezentralen Web 3.0 eine große Rolle spielen wird.

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Im Übrigen wird das kürzlich implementierte Londoner-Upgrade des Ethereum-Netzwerks dazu führen, ETH deflationär zu machen, was für Institutionen und andere langfristig planende Großanleger attraktiv ist.

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