- Vitalik Buterin hat einen vertrauenswürdigen Onchain-Gas-Terminmarkt vorgeschlagen, der Ethereum-Kunden gegen zukünftige Transaktionsgebühren absichern würde.
- Kritiker geben zu Bedenken, dem Modell fehle eine natürliche Short-Seite und sei nur schwer zu implementieren.
In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf X unterbreitete Ethereum-erfinder Vitalik Buterin der Ethereum-Community einen Vorschlag, der es Kunden und Entwicklern ermöglichen soll, sich gegen künftige Transaktionsgebühren abzusichern.
Er will einen vertrauenswürdigen On-Chain-Gas-Terminmarkt schaffen, was bedeutet würde, dass die Ethereum-Gasgebühren für die Kunden besser planbar wären. Gasgebühren decken die Computing-Kosten für die Interaktion mit der Ethereum-Blockchain ab.
Buterin schrieb:
„Anwender fragen oft, ob die relativ niedrigen Gebühren von heute in den nächsten zwei Jahren bestehen bleiben werden, auch wenn die Skalierungsarbeiten bei Ethereum weitergehen.“
Um dieses Problem zu lösen, schlug Buterin der Ethereum-Gemeinschaft ein futuristisches System vor. In dem von Buterin als „Prognosemarkt auf der Basisgebühr“ bezeichneten System könnte Gas für bestimmte zukünftige Zeiträume im Voraus gekauft werden. Die Kunden könnten sich so gegen steigende Netzkosten absichern, die meist bei hoher Netzwerkaktivität auftreten.
Buterin zufolge würde ein solcher Markt „ein klares Signal für die Erwartungen der Menschen in Bezug auf künftige Gasgebühren liefern“ und die Transparenz im gesamten System verbessern. Buterin schrieb:
„Die Kunden würden ein klares Signal über die Erwartungen der Höhe künftiger Gasgebühren erhalten und wären in der Lage, sich gegen künftige Erthöhungen abzusichern, indem sie für eine bestimmte Menge Gas in einem bestimmten Zeitintervall im Voraus bezahlen.“
Kritik
Die Idee wurde von mehreren Seiten in Frage gestellt, unter anderem von Hasu, dem pseudonymen Strategieverwalter von Flashbots. Ihm zufolge wollen sich zwar viele Nutzer gegen höhere Gaspreise absichern, was bedeute, dass es eine große Nachfrage nach Long-Positionen auf Gas gebe.
Hasu schrieb auf X:
„Das Problem ist, dass dieser Markt keine natürliche Short-Seite hat. Viele Leute sind Short-Gas und wollen sich absichern. Aber niemand ist Long-Gas. Es gibt vielleicht ein paar Geräusche im Handel, aber nicht genug Interesse, um einen Markt in einer bedeutenden Größenordnung zu schaffen.“
Buterin fragte daraufhin, ob „das Protokoll die Short-Seite sein sollte“, und schlug eine On-Chain-Auktion für die Rechte zur Einforderung der Grundgebühr vor. Eine mögliche Lösung könne sein, das Protokoll als Short Side agieren zu lassen, möglicherweise durch eine On-Chain-Auktion.
Dabei könnten Rechte für die Einforderung von Grundgebühren für Teile des Blockgases gewährt werden. Hasu entgegnete, dass solche Käufer immer noch fast den gesamten Wert an das Protokoll selbst zurückzahlen würden, was die Anreize verringern und das zentrale Ungleichgewicht nicht lösen würde.

