Ethereum erleidet unerwarteten Hard Fork nach Infura Bug

  • Ethereum Dienstleister Infura meldet einen Serviceausfall im Zusammenhang mit einer Fehlfunktion in einer alten Version des Geth Clients.
  • Die Core Entwickler von Ethereum führten einen unangekündigten Hard Fork auf Blockhöhe  1.1234.873 durch.
  • Der CEO von Binance berichtet, dass Gelder sicher verwahrt werden und kündigt die Wiedereinführung von Abhebungen an.

Vor wenigen Stunden meldete der Netzwerkinfrastruktur- und API-Zugangsanbieter Infura einen „erweiterten Dienstausfall“. Das Infura Team veröffentlichte seinen Bericht am 11. November um 8:12 UTC und führte die Ursache auf eine Fehlfunktion in mehreren Komponenten älterer Versionen des Ethereum-Clients Geth zurück, die einen kritischen Konsens-Fehler bei Blockhöhe 1.1234.873 verursachte.

Infura stellte fest, dass die Client-Komponenten von Ethereum, die mit neueren Versionen nach 1.9.19 laufen, nicht betroffen waren. Das Team konnte die Ursache des Problems identifizieren und eine entsprechende Lösung zur Wiederherstellung des Dienstes auf den Weg bringen. Infura musste jedoch „zusätzliche Ressourcen“ bereitstellen, um die Ursache finden zu können.

Zum Redaktionszeitpunkt laufen weitere Untersuchungen und eine Lösung zur Wiederherstellung des Dienstes wird vorbereitet. Die Seite von Infura zeigt größere Ausfälle in 5 Komponenten der API von Ethereum: Mainnet-Archivdaten, Mainnet-Filter, Mainnet-Protokolle, Mainnet WebSocket JSON-RPC und Mainnet HTTPS JSON-RPC API. Aufgrund dessen gab es Ausfälle in Infuras Preis-Feed, der sich auf die folgenden Börsen auswirkten: Binance, Upbit, Bithumb, Crypto.com und MetaMask. Laut Infura könnten weitere DeFi-Anwendungen betroffen sein, jedoch laufen die Untersuchungen nach wie vor. Abhebungen von den vorgenannten Börsen in ETH oder ERC20 Token waren kurzzeitig nicht möglich.

Unangekündigter Hard Fork?

Der CEO von Binance, Changpeng Zhao, bestätigte auf seinem Twitter-Account, dass Nutzer ab sofort wieder ihre Kryptowährungen abheben können. Die Nutzergelder waren von dem Bug nicht betroffen. Zhao führt auf Twitter im Detail aus:

Es gibt einen möglichen ETH-Chainsplit bei Block 1.1234.873. Etherscan und Blockchair zeigen zwei verschiedene Chains und Daten nach diesem Block.

Der Chefentwickler von Blockchair, Nikita Zhavoronkov, gab eine ausführlichere Erklärung ab. Die Ethereum Core Developer hatten auf Höhe des genannten Blocks „eine Änderung im Code vorgenommen“. Dies verursachte einen Chainsplit und den weiterhin anhaltenden Ausfall des Geth-Clients. Die Krypto-Community hat Infura und die Unternehmen, die von dem Vorfall nichts wussten, kritisiert. Diese Unternehmen sind seit dem Hard Fork „in einer Sidechain gefangen“, so Schaworonkow. Der Entwickler fügt jedoch hinzu:

Technisch gesehen war das ein unangekündigter Hard Fork. Etwas Ähnliches geschah mit Bitcoin vor 7 Jahren, als es ein Datenbank-Upgrade gab.

Der Core Entwickler von Ethereum Péter Szilágyi antwortete auf Zhavoronkov’s Ausführungen und bestätigte, dass technisch gesehen ein unangekündigter Hard Fork durchgeführt wurde. Das Update sollte einen bekannten Fehler beheben, der bereits seit mehr als 2 Jahren existiert und bekannt war. Die Verantwortung für den Ausfall der Services liegt laut Aussage der Entwickler von ETH nicht bei den Unternehmen selbst.

Szilágyi vertritt die Meinung, dass alle Nutzer ihren eigenen Node betreiben oder die Konsequenzen der Abhängigkeit von einem Drittanbieter akzeptieren sollten:

Hören Sie auf, mit älteren Geth-Clients mit dem Finger auf Infura zu zeigen. Es ist aus Sicht der Betreiber nur vernünftig, nicht auf den neuesten Versionen zu surfen. Wenn Sie Infura verwenden, können Sie sich nicht darüber beschweren, wie sie ihr Geschäft betreiben. Dieses Recht haben Sie aufgegeben, als Sie Ihren Node an sie delegiert haben.

Den Vorfall nutzte TRON (TRX) CEO Justin Sun, um Werbung für seine eigene Plattform zu machen. Sun führt aus, dass die Nutzer sich keine Sorgen über Ausfälle im ETH Netzwerk machen sollten, sondern lieber gleich TRX und USDT auf der Grundlage des TRON Netzwerks wechseln sollten. Ein Teil der Community reagierte genervt und empfahl ihm zunächst die Probleme auf seiner eigenen Plattform zu beheben.

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Reynaldo Marquez has closely followed the growth of Bitcoin and blockchain technology since 2016. He has since worked as a columnist on crypto coins covering advances, falls and rises in the market, bifurcations and developments. He believes that crypto coins and blockchain technology will have a great positive impact on people's lives.

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