Nic Carter: Elon Musk ist ungeeignet, die Kampagne „Sauberer Bitcoin“ anzuführen

  • Nic Carter von Castle Island Ventures ist überzeugt, Elon Musk sei nicht geeignet, die Kampagne „Sauberer Bitcoin“ anzuführen.
  • Laut Carter wird der US-Dollar häufiger für illegale Transaktionen verwendet als Bitcoin.

Tesla-Chef Elon Musk wird öfter als Vorreiter und Umweltaktivist gefeiert, der die Welt durch erneuerbare Energieerzeugung verändern will. Erst kürzlich führte er eine Kampagne gegen den Kohlenstoffausstoß des Bitcoin-Minings an, indem er die Akzeptanz des Bitcoin als Zahlungsmittel für Tesla-Fahrzeuge widerrief. Musks kürzliches Treffen mit nordamerikanischen Bitcoin-Minern führte zur Gründung des Bitcoin Mining Council. Dessen Ziel ist es, die Transparenz bei der Energienutzung zu fördern und sicherzustellen, dass nachhaltige Initiativen weltweit beschleunigt werden.

Obwohl einige Umweltaktivisten fest hinter ihm stehen, glaubt Nic Carter von Castle Island Ventures, dass Musk ungeeignet ist, um die Kampagne „Sauberer Bitcoin“ anzuführen. Carter meint zu wissen, dass die Bitcoin-Community Musk als widersprüchlich ansieht.

„Bitcoiner sind immer noch sehr skeptisch gegenüber Musk, und sie sehen ihn als konfliktbehaftet an, da sein Geschäft teilweise den Verkauf von Offsets beinhaltet.“

Carter hat jedoch generell keine Probleme mit dem Vorschlag. Er sagte, das Bestreben, von Minern Transparenz ihres Energiebedarfs zu verlangen, sei ein richtiger Schritt, unabhängig davon, wer ihn anführe.

Carter: „Bitcoin verbieten ist keine gute Idee“

China strebt an, bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden und den Höhepunkt der Emissionen bis 2030 zu erreichen, als Teil des Pariser Abkommens von 2015 zur Eindämmung der globalen Erwärmung. Interessanterweise wird mehr als die Hälfte neuer Bitcoins in China geschürft. Das bedeutet, dass Chinas Initiative zur globalen Erwärmung nicht mit dem Bitcoin-Mining koexistieren kann – was das jüngste, harte Durchgreifen Chinas erklären könnte. Die Regierung der Inneren Mongolei hat ebenfalls ihre Absicht bekannt gegeben, das Bitcoin-Mining zu stoppen und bestehende Betriebe zu schließen. Dies geschieht, um die Emissionen von Kohlekraftwerken zu begrenzen.

Laut Carter ist ein Verbot von Bitcoin keine Lösung des Problems. Als Begründung gibt er an, die Kryptowährung sei eine synthetische, dezentralisierte Ware, resistent gegen Regulierungsversuche.

„Wenn Sie Bitcoin in der einen Jurisdiktion verbieten, wird die Hash-Power einfach in eine anderen Jurisdiktion fließen. Es wird keinen Mangel an freundlichen Gerichtsbarkeiten geben, selbst wenn einzelne Staaten Länder Bitcoin verbieten.“

Seiner Meinung nach sollten anstatt des Verbots grünere Stromnetze für Bitcoin geschaffen werden. Carter glaubt auch, dass die Kryptoindustrie gerettet werden kann, wenn die Bitcoin-Miner ihre Energie-Beschaffung und -Verwendung transparenter machen. Nordamerikanische Bitcoin-Miner sollen beispielsweise sauberer sein als viele herkömmliche Branchen, die Strom verbrauchen.

Der US-Dollar ist häufiger bei kriminellen Machenschaften zu finden als Bitcoin

Carter verteidigte den Bitcoin und erklärte, dass jedes Währungssystem auch kriminell genutzt werden könne. Der US-Dollar werde häufiger für illegale Transaktionen verwendet als Bitcoin, und so sei die angeblich hohe Kriminalität im Zusammenhang mit der Kryptowährung ein merkwürdiges Argument.

„Schließlich haben wir auch den US-Dollar nicht verboten, nur weil Pablo Escobar haufenweise Dollars im Keller hatte.“

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John ist seit Jahren ein begeisterter Krypto- und Blockchainjournalist. Besonders fasziniert ist er von aufstrebenden Startups und den versteckten Mächten hinter Angebot und Nachfrage. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Geographie und Wirtschaft.

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