- El Salvadors Verhandlungen über den Verkauf der staatlichen Bitcoin‑Wallet „Chivo“ stehen laut IWF vor dem Abschluss.
- Die Wallet war 2021 landesweit eingeführt worden, als El Salvador Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt hatte.
Der IWF bestätigte, dass der Verkauf zu den Bedingungen eines größeren Kredits über 1,4 Milliarden Dollar gehörte. Im Mai hatte der IWF eine erste Tranche von 120 Millionen Dollar freigegeben, verbunden mit klaren Auflagen.
El Salvador muss die staatliche Bitcoin‑Kontrolle begrenzen. Die Nutzung von Bitcoin im Privatsektor muss freiwillig bleiben und die staatliche Beteiligung an der Chivo‑Wallet muss verringert werden.
Der Verkauf ist demnach zentrale Bedingung der IWF-Kreditfreigabe, um fiskalische Risiken zu verringern.
Streit um staatliche Einflussnahme
Doch die politische Situation ist kompliziert: Der IWF geht aufgrund eigener Daten davon aus, dass El Salvador seit Dezember 2024 keine Bitcoins mehr gekauft hat. Dem widerspricht Salvadors Regierung. Sie behauptet, es gab und gebe weiter regelmäßige Käufe, darunter allein im November 1090 BTC für rund 100 Millionen Dollar.
Präsident Nayib Bukele erklärte öffentlich, dass die täglichen Bitcoin‑Käufe nicht aufhören würden – ein klarer Verstoß gegen die IWF-Kreditbedingungen.
Die Chivo‑Wallet ist seit ihrer Einführung umstritten. Anwender berichten von technischen Problemen, häufigem Identitätsdiebstahl und einer nur insgesamt nur geringen Nutzung.
Die meisten Salvadorianer haben die App nur ein einziges Mal benutzt: Sie hoben den staatlichen Startbonus von 30 Dollar ab. Seitdem verwenden sie weiter Bargeld und ihre normalen Bankkonten.
Für den IWF ist die Chivo-Wallet daher ein krachend gescheitertes Experiment, aber immer noch ein finanzielles Risiko, das die Stabilität des Staatshaushalts beeinträchtigen könnte.
Chivo-Wallet: leer für immer?

Ihr Verkauf würde den Staatshaushalt entlasten und die notorisch schlechten Beziehungen zum IWF reparieren. El Salvadors Regierungschef Bukele könnte seine Bitcoin‑Strategie offiziell politisch weiterführen.
Er könnte sein Gesicht wahren, allerdings ohne jeden künftigen Einfluss auf den operativen Betrieb der Wallet. Potenzielle Käufer sind allerdings zurzeit nicht bekannt, und offizielle Angaben dazu gibt es nicht.
Trotzdem ist allein die Entscheidung zum Verkauf eine Cäsur für das staatliche Bitcoin‑Experiment. El Salvador nähert sich nach dem erfolgreichen passieven Widerstand der eigenen Bevölkerung den internationalen Gepflogenheiten wieder an.
Die Zukunft des weltweit ersten „Bitcoin‑Staats“ bleibt jedoch weiter offen.

