Domino-Effekt: Voyager Digital sperrt Kundenkonten und setzt Handel aus

  • Die Kryptobörse Voyager Digital macht Zahlungsverzug von 3AC und die negativen Marktbedingungen für seine eigene Schieflage verantwortlich.
  • Angeblich schuldet 3AC dem Unternehmen 646 Millionen Dollar in Kryptowährung.

Die Krypto-Handelsplattform Voyager Digital hat die Aussetzung von Einzahlungen, Abhebungen und des Handels angekündigt. Voyager-Digital-CEO  Stephen Ehrlich gab eine offizielle Erklärung zu dieser Angelegenheit heraus. Das Unternehmen nennt den aktuellen Abschwung auf dem Kryptomarkt als Begründung für seine Entscheidung.

Am Montag sandte Voyager Digital eine Mahnung an Three Arrows Capital. Bisher gibt es jedoch keine Reaktion darauf. Die Liquidation des Krypto-Hedgefonds 3AC hatte enorme negative Auswirkungen auf den Krypto-Markt.

Viele Unternehmen, die davon betroffen waren, mussten ebenfalls Insolvenz anmelden.

Die 3AC-Verbindlichkeiten bei Voyager Digital

Ehrlich fügte hinzu, dass „das Unternehmen diese Zeit nutzen wird, um das Beste für alle Beteiligten zu tun, ohne die Werte der Plattform zu untergraben“. Nach Angaben der Krypto-Handelsplattform schuldet 3AC ihr 15.250 Bitcoin und USDC im Wert von 350 Millionen Dollar.

Basierend auf dem aktuellen Bitcoin-Kurs schuldet 3AC Voyager Digital 296,1 Millionen Dollar. Somit beläuft sich der Gesamtbetrag, den 3AC Voyager Digital schuldet, auf mehr als 646 Millionen Dollar. Anfang der Woche schickte Voyager Digital eine Zahlungsaufforderung an einen inzwischen aufgelösten Krypto-Hedgefonds.

Am 29. Juni ordnete ein Gericht auf den Britischen Jungferninseln die Liquidation der Vermögenswerte von 3AC an, damit das Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen, einschließlich der Rückzahlung seiner Schulden, nachkommt.

3AC wurde während des Krypto-Bullruns 2020 populär. Es leidet jedoch unter den Auswirkungen des Terra-Crashs im Mai. Anderen Kryptounternehmen, die stark im Terra-Netzwerk engagiert sind, erleiden dasselbe Schicksal.

Nach der Insolvenz von 3AC haben die meisten anderen Krypto-Kreditgeber wie Finblox, Deribit und BitMex ihre Positionen in 3AC aufgegeben, um ihre eigenen Verluste zu minimieren. Vor dieser Ankündigung reduzierte Voyager letzte Woche sein tägliches Abhebungslimit um über 50 Prozent.

Die Kunden konnten nur noch maximal 10.000 Dollar pro Tag abheben. Vorher waren es  25.000. Der Aktienkurs von Voyager fiel wenige Stunden nach der Ankündigung um 26 Prozent. In den letzten 30 Tagen fiel er um 87 Prozent.

Die beste Entscheidung treffen

In der Pressemitteilung von Voyager heißt es, dass das Unternehmen weiterhin die Dienste seiner derzeitigen Finanz- und Rechtsberater in Anspruch nehmen wird. Man vertraue auf deren Expertise bei der Entscheidung über die beste Option für das Unternehmen und eine mögliche Liquiditätszufuhr.

In einer Mitteilung von Voyager Digital vom 30. Juni heißt es, dass das Unternehmen 685,3 Millionen Dollar an digitalen Vermögenswerten besitzt. Es gebe Aussenstände von 1,12 Milliarden Dollar in Kryptowährungen. Darüber hinaus hält das Unternehmen 355,7 Millionen Dollar an Kundengeldern und 168,7 Millionen Dollar an besicherten Krypto-Vermögenswerten.

Anfang Juni hatte das Krypto-Kreditunternehmen Celsius-Network aus denselben Gründen dieselbe Maßnahme ergriffen und die Auszahlungen ausgesetzt. Babei ist es bis jetzt geblieben.

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