- Qubic entwickelt aktiv am Dogecoin-Mining. Nach der Monero-„51%-Demo“ sorgt das für Unruhe.
- Laut 21Shares ist ein direkter 51%-Angriff auf DOGE kaum machbar, ein Risiko durch „vampire mining“ besteht.
Qubic hat die Debatte um einen möglichen Angriff auf Dogecoin neu entfacht: In einem frischen Post auf X erklärt das von Sergey Ivancheglo (Ex-NXT-Gründer, IOTA-Mitbegründer) geführte Projekt, dass die Integration von Dogecoin-Mining „aktiv in der Entwicklung“ ist. In der DOGE-Community sorgt das Update für Unruhe, weil Qubic im Sommer letzten Jahres für einen vermeintlichen 51%-Angriff auf Monero verantwortlich war.
Am 22. Januar verwies der offizielle Qubic-Account auf X zunächst auf die frühere Entscheidung der Qubic-Gemeinschaft:
„Die Integration von Dogecoin-Mining ist aktiv in der Entwicklung. Die Community hat nicht gezögert. Die Abstimmung war eindeutig: DOGE gewann mit 301 Stimmen.“
Qubic betonte zugleich, dass die Integration zwar arbeitsaufwendig, dafür aber sehr lukrativ ist. Ein konkretes Releasedatum nannte das Team nicht:
„Dies ist kein Plug-and-Play-Upgrade. Die Integration von ASIC-Hardware in uPoW erfordert echtes Engineering, tiefgreifende Protokollarbeit und Zeit, um alles korrekt umzusetzen. Doch das Potenzial ist beträchtlich. DOGE repräsentiert eine der größten und etabliertesten Mining-Ökonomien im Kryptobereich. Die Integration in Qubics bewährtes Proof-of-Work-Modell erweitert uPoW über die Theorie hinaus und ermöglicht Skalierung. […] Die Entwicklung läuft. Dies ist erst der Anfang.“
Zur Erinnerung: DOGE war als „nächstes Ziel“ nach Monero bereits im August 2025 Thema, als Qubics Community Dogecoin ausgewählt hatte. Die News ist, dass Qubic nun aktiv am Dogecoin-Mining arbeitet.
Qubic hatte im August 2025 öffentlich eine „51% Takeover-Demo“ kommuniziert und dabei selbst beschrieben, über 51% der Hashrate erreicht zu haben. Das Projekt setzte auf „Selfish Mining“ als Taktik und berichtete von mehreren auftretenden „Orphaned Blocks“ bzw. sechs „Reorg-Blocks“, welche die Monero-Blockchain erschütterten.
Könnte Dogecoin eine 51% Übernahme erleiden?
Wie die Gefahrenlage für Dogecoin aussieht, hat der Schweizer Anbieter börsengehandelter Krypto-Produkte 21Shares im August letzten Jahres bereits untersucht. 21Shares erklärte, dass ein klassischer 51%-Angriff auf DOGE ökonomisch kaum vorstellbar ist.
Dogecoin lag (im August 2025) laut 21Shares bei rund 2,78 PH/s Hashrate. Qubic müsste erst die gesamte bestehende Hashrate erreichen und dann übertreffen. Das Unternehmen beziffert die Kosten auf rund 2,85 Milliarden US-Dollar für Hardware plus etwa 2,5 Millionen US-Dollar Stromkosten pro Tag. Dabei ist die Logistik nicht eingerechnet. Letztlich schlussfolgert 21Shares:
„Solche Kosten machen einen direkten Angriff praktisch unmöglich.“
Damit rückt neben dem Hashrate-Wettrüsten ein zweites Szenario in den Vordergrund, das 21Shares ausdrücklich nennt: „vampire mining“. Gemeint ist ein Ansatz, bei dem Qubic nicht versucht, Dogecoin technisch zu überrollen, sondern bestehende Miner über zusätzliche ökonomische Anreize in eine für Qubic vorteilhafte Routing- oder Mining-Konfiguration zieht.
Genau diesen Ansatz verfolgte Qubic aber auch bei Monero: wirtschaftliche Anreize und Profitabilität. Allerdings nennt 21Shares mehrere Hürden, warum selbst dieser indirekte Pfad bei Dogecoin deutlich schwerer zu skalieren sei als bei Monero: von der schieren Größenordnung der petahash-basierten Mining-Ökonomie über die ASIC-Hardware-Realität bis hin zur Pool-Struktur und den Interessen der bestehenden Miner.

