Celsius Network ist endgültig pleite – Bilanzdefizit: rund 1,2 Milliarden Dollar

  • Laut Celsius-Konkursantrag gibt es jedoch 765,5 Millionen Dollar Aussenstände.
  • Doch der Konkursantrag enthüllt vor allem eins: ein dubioses Geschäftsmodell.

Einen Tag, nachdem der Krypto-Kreditgeber Celsius Network seinen Konkursantrag in den, zeigt eine erste ein Defizit von fast 1,2 Milliarden Dollar in der Bilanz des Krypto-Kreditgebers. Das in New Jersey ansässige Krypto-Unternehmen hatte vor einigen Wochen alle Konten gesperrt, und die Kunden kamen nicht mehr an ihr Geld. Verantwortlich war jedoch niemand im Unternehmen, und die Geschäftsleitung schomn gar nicht, sondern der Markt und der aktuelle Krypto-Winter.

Diese Sperrung der Kundenkonten verunsicherte den ohnehin in der Krise befindlichen Kryptomarkt noch weiter. Celsius Network reichte seinen Konkursantrag ein. Aus ihm geht unter anderm hervor, dass das Unternehmen dem Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital 40 Millionen Dollar geliehen hatte.

Der Krypto-Hedge-Fonds hatte Anfang des Monats ebenfalls Konkurs angemeldet. An dem Tag, an dem Celsius Network seinerseits Konkurs anmeldete, hatte das Unternehmen 411 Millionen Dollar Aussenstände in Form von Krediten an Privatkunden. Diese wiederum sind durch digitale Vermögenswerte im Wert von 765,5 Millionen Dollar besichert.

Krypto-Kreditgeber erfreuten sich in der seit zweieinhalb Jahren grassierenden COVID-Pandemie eines großen Zuspruchs. Sie nutzten hohe Zinssätze und den leichten Zugang zu Krediten um Investoren anzuziehen. Gewinn machten sie durch den Verleih digitaler Vermögenswerten an zumeist institutionelle Anleger.

Nach der Baisse auf dem Kryptomarkt wurde jedoch Kritik an diesem Geschäftsmodell laut. Die Baisse wurde durch intensive Verkäufe von digitalen Vermögenswerten und den plötzlichen Absturz des Terra-Netzwerks, einschließlich seines Terra-USD-Stablecoins, verursacht; das war  im Mai

Vor ein paar Wochen meldete Voyager Digital, ebenfalls ein in den USA ansässiger Krypto-Kreditgeber, Konkurs an. Auch dieses Unternehmen hatte zuvor die Kundenkonten gesperrt. Ein weiterer Krypto-Kreditgeber mit Sitz in Singapur, Vauld, machte dasselbe – einschließlich der Sperrung der Kundenkonten.

Fragwürdige Details

Eine genauere Untersuchung des Insolvenzantrags von Celsius Network zeigt, dass der Kryptokreditgeber möglicherweise eine „Schattenbank“ betrieben hat. Eine Schattenbank macht bankähnliche Geschäfte, in der Regel Kreditgeschäfte, die im normalen Bankensektor so nicht stattfinden würden. Die ausgewiesene Krypto-Kritikerin und Wirtschaftswissenschaftlerin Frances Coppola schreibt in ihrem Blog, es sei unwahrscheinlich, dass die Celsius-Kunden ihr Geld je wiedersehen würden. Sie erklärt es so: Einlagen bei Banken und sogar verwaltete Vermögen sind nichts anderes als ungesicherte Kredite an die Bank. Sie gehören nicht zu den Kundengeldern und sind im Falle eines Konkurses vollständig gefährdet. Daher können die Banken ihren Kunden die Abhebung ihrer Guthaben verweigern, wenn sie nicht genug Bargeld haben. Das gilt selbst dann, wenn die Banken ausdrücklich behaupten und darauf hinweisen, dass die Kunden jederzeit über ihr Geld verfügen könnten.

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Eine genaue Betrachtungen der Geschäftsbedingungen von Celsius Network ergibt, dass das Unternehmen explizit darauf hinweist, dass Anleger im Falle eines Konkurses möglicherweise nicht auf ihr Geld zugreifen können.

Cory Klippsten, der Gründer von Swan Bitcoin, sagte, es gebe ausser dem von Celius Network gewählten Konkursantrag noch ein anderes Insolvenzverfahren, bei dem die Kunden Eigentumsrechte an den Vermögenswerten des Unternehmens gehabt hätten. Doch nun ist es zu spät.

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