Commerzbank beantragt Lizenz für Krypto-Dienstleistungen bei der Bafin

  • Die Commerzbank hat als erste Großbank in Deutschland eine Kryptoverwahrlizenz bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beantragt.
  • Seit dem 1. Januar 2022 müssen alle Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen anbieten wollen, von der BaFin eine entsprechende Zulassung vorweisen.

Die Commerzbank hat eine Kryptoverwahrlizenz beantragt. Es ist der erste Antrag dieser Art in Deutschland. Ein Sprecher der Commerzbank bestätigte dies am 14. April. Er sagte, die Bank habe die Lizenz im ersten Quartal 2022 bei der BaFin beantragt. Das Betreiben regulierter Finanzdienstleistungen ist ohne die BaFin-Erlaubnis eine Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Die Commerzbank gehört zu den größten Banken Deutschlands. Sie  hat über 18 Millionen Kunden, davon über 70.000 institutionelle Kunden. Sollte die Lizenz erteilt werden, wäre die Bank berechtigt, die üblichen kryptobezogenen Dienstleistungen anzubieten. Das sind im wesentlichen der Betrieb einer Kryptobörse, die Verwahrung von Krypto-Vermögenswerten und deren Anlage unter Berücksichtigung des Verbraucherschutzes. Die Dienstleistungen hauptsächlich auf den institutionellen Kundenstamm ausgerichtet sein.

Commerzbank drängt auf die Einführung von Kryptowährungen

Bislang hat die BaFin nur vier Unternehmen eine Lizenz erteilt. Die deutsche Niederlassung von Coinbase war das erste, das im Juni 2021 eine Genehmigung erhielt. Das jüngste Unternehmen ist das Berliner Fintech-Unternehmen Upvest, das seine Lizenz im März erhielt.

In der Zwischenzeit haben 25 weitere Unternehmen ihre Anträge gestellt, wobei sich die Commerzbank als jüngstes Unternehmen in die Warteschlange eingereiht hat.

Der Schritt der Commerzbank ist keine Überraschung, da sie seit 2018 großes Interesse an Blockchain-Projekten bekundet hat. Die Bank hatte schon 2019 zusammen mit zwei anderen Banken die ersten Transaktionen auf der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) durchgeführt, einer Plattform, die Kredite mit Wertpapieren als Sicherheit vergibt.

Eine weitere Partnerschaft wurde im August 2021 geschlossen. Die Commerzbank und die Deutsche Börse investierten gemeinsam in ein Unternehmen, das Blockchain-basierte digitale Marktplätze für Vermögenswerte wie Kunst und Immobilien entwickelt.

Die Kryptobranche in Deutschland

Bis 2021 hatte Deutschland bereits eine Reihe von Vorschriften für Blockchain-Datenbanken und Kryptowährungen entwickelt. Die Regeln sind zwar streng, sollen aber die Einführung von Kryptowährungen ermöglichen, wobei besonderer Wert auf den Verbraucherschutz und die Bekämpfung von Krypto-Kriminalität gelegt wird.

Zum Beispiel erlauben die Gesetze in der Kategorie „Spezialfonds“ institutionellen Anlegern, bis zu 20 Prozent ihres Portfolios in Kryptowährungen zu investieren. Union Investment, ein rund 420 Milliarden Euro schwerer Vermögensverwalter, will Berichten zufolge Bitcoin in mehrere seiner Fonds investieren.

Ein weiteres Gesetz, das auch in die Kryptobranche hineinwirkt, ist das neue deutsche Geldwäschegesetz , das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Es erlaubt Finanzinstituten, ihren Kunden neben traditionellen Anlageprodukten, wie Aktien und Anleihen, auch Kryptowährungen anzubieten.

In Deutschland gibt es eine zunehmende Verbreitung von Kryptowährungen in Bereichen, die nicht der Genehmigungspflicht durch die BaFin unterliegen. Einem Bericht von Kucoin vom März zufolge sind 44 Prozent der Deutschen motiviert, in Kryptowährungen zu investieren. Darüber hinaus haben 37 Prozent der heutigen Krypto-Eigentümer erst vor einem Jahr mit dem Handel digitaler Vermögenswerte begonnen.

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