Coinbase hat mächtig Ärger in den USA: Anklagen wegen Insiderhandels und Wertpapierbetrug

  • Die US-Staatsanwaltschaft wirft drei Coinbase-Führungskräften vor, die Kenntnis interner Informationen über künftige Börsennotierungen rechtswidrig zum eigenen Vorteil genutzt zu haben.
  • Das Unternehmen selbst wird beschuldigt, digitale Vermögenswerte anzubieten, die als Wertpapiere einzustufen seien – doch Coinbase weist dies zurück.

Am 21. Juli wurden drei Führungskräfte von Coinbase wegen Insiderhandels angeklagt, teilte der New Yorker Staatsanwalt Damian Williams mit. Es handelt sich um Ishan Wahi, einen ehemaligen Produktmanager, seinen Bruder Nikhil Wahi und seinen Freund Sameer Ramani, die ausserdem noch der Verschwörung zum Betrug beschuldigt werden. Sie sollen aufgrund interner Informationen über künftige Börsennotierungen digitale Vermögenswerte frühzeitig gekauft haben, bevor die Öffentlichkeit davon erfuhr. Staatsanwalt Williams sagte:

„Die heutigen Anklagen sind eine weitere Warnung dass dasn Web3 keine rechtsfreie Zone ist.  Erst letzten Monat habe ich den allerersten Fall von Insiderhandel im Zusammenhang mit NFTs bekannt gegeben, und heute gebe ich den allerersten Fall von Insiderhandel im Zusammenhang mit Kryptobörsen bekannt. Unsere Botschaft sollte klar sein: Betrug ist Betrug ist Betrug, egal ob auf der Blockchain oder an der Wall Street.  Und der Southern District of New York wird weiterhin unerbittlich sein und Betrüger vor Gericht bringen, wo immer wir sie auch finden.“

Die Staatsanwaltschaft teilte weiter mit, dass Ishan Wahi versuchte, vor einer geplanten Befragung durch die Coinbase-Sicherheitsabteilung nach Indien zu fliehen, doch die Polizei griff vorher zu und verhinderte die Flucht.

SEC schlägt separate Einreichung, beschuldigt Coinbase der Notierung von Wertpapieren

Die U.S. Securities and Exchange Commission SEC hat einen eigenen Bericht über diesen Fall von Insiderhandel eingereicht. Die SEC-Abteilungsleiterin Carolyn M. Welshhans teilte mit:

„Innerhalb von fast einem Jahr erzielten die Angeklagten zusammen über 1,1 Millionen Dollar an rechtswidrigen Einkommen, indem sie sich an einem Insiderhandelssystem beteiligten, bei dem wiederholt wesentliche, nicht-öffentliche Informationen verwendet wurden, um im Vorfeld von Coinbase-Börsenankündigungen zu handeln.
Wie der heutige Fall zeigt, erfüllen wir unseren Auftrag, indem wir den Insiderhandel mit Wertpapieren aufdecken und bekämpfen, ganz gleich, ob es sich um Aktien, Optionen, Kryptowährungen oder andere Wertpapiere handelt, wo immer wir ihn sehen.“

Interessanterweise stufte die SEC neun dieser gehandelten Vermögenswerte als „Wertpapiere“ ein. Coinbase bestreitet schlicht alles. Der Leiter der Coinbase-Rechtsabteilung, Paul Grewal, schrieb kurz und bündig in einem Blogbeitrag:

„Coinbase listet keine Wertpapiere. End of story.“

Unter Berufung auf die CFTC-Kommissarin Caroline Pham sagte Grewal, dass dies ein bemerkenswertes Beispiel für Zwangsregulierung ohne Rechtsgrundlage durch die SEC sei. Coinbase teilte mit, man weise den Vorwurf des Wertpapierbetrugs vollständig zurück. Anwalt Paul Grewal ergänzte:

„Sieben der neun Vermögenswerte, die die SEC anführt, sind auf Coinbase gelistet, doch keiner davon ist ein Wertpapier. Bei Coinbase gibt es ein strenges internes Verfahren zur Analyse und Überprüfung jedes digitalen Vermögenswerts, bevor er auf unserer Börse gehandelt wird – eine Prozedur, die von der SEC selbst überprüft worden ist.“

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