China hat Bitcoin erneut verboten – was man aber nicht zu ernst nehmen sollte

  • China hat Bitcoin schon mehrfach verboten und droht dieses Mal sogar mit Maßnahmen gegen ausländische Börsen, deren Mitarbeiter und OTC-Plattformen.
  • Das führte zwar zu einem Kurssturz von 5,9%, sollte aber nicht zu ernst genommen werden, da wir all das schon erlebt haben und Bitcoin immer noch auf dem Vormarsch ist.

China hat diese Woche erneut ein Bitcoin-Verbot verhängt. Wie CNF berichtete, führte das Verbot zu einem sofortigen Preisverfall, wobei Bitcoin 2.600 Dollar verlor. Die Anleger waren beunruhigt und viele befürchteten, dass dies zu einem größeren Marktabverkauf führen könnte.

Das Verbot in China ist jedoch nichts Neues. Die kommunistische Regierung geht nun schon seit fast einem Jahrzehnt auf die eine oder andere Weise gegen Kryptowährungen vor. Einer der ersten Fälle war 2013, als die Volksbank von China den Zugang der Banken zu Bitcoin beschränkte. „Bitcoin ist keine echte Währung im eigentlichen Sinne des Wortes“, hieß es damals. Sie verbot jedoch nicht die Teilnahme am Bitcoin-Handel.

Seit diesem ersten Verbot ist Bitcoin um über 42.000 Dollar gestiegen.

Seit 2013 wurde Bitcoin in China in der einen oder anderen Form noch viele weitere Male verboten, vom berüchtigten ICO-Verbot über weitere Verbote für Banken, die BTC-Transaktionen abwickeln, bis hin zum Ausschluss von OTC-Plattformen. Hinzu kommt das brutale Abwürgen des Minings, das dazu geführt hat, dass Tausende von Minern abgeschaltet oder aus China vertrieben wurden.

Meltem Demirors, der Chief Strategy Officer bei CoinShares, erklärt gegenüber CNBC:

„Das ist bereits das 20. Mal, dass China Bitcoin verboten hat. Es ist immer rgend etwas anders an den Verboten, aber die passieren ständig und sind nie wirklich dramatisch im größeren Rahmen.“

Ulrik Lykke, Geschäftsführer des Krypto-Hedge-Fonds ARK36, bemerkte, dass Chinas Verbote nun einen immer geringeren Einfluss auf den Markt haben.

„Die „China-verbietet-Bitcoin-Geschichte hat deshalb in der Bitcoin-Gemeinschaft fast einen Meme-ähnlichen Status erreicht“, sagte er gegenüber MarketWatch.

Warum ist China so feindselig gegenüber Bitcoin?

Es gibt verschiedene Theorien, warum China der Kryptowährungsbranche so feindselig gegenübersteht. Eine sieht die Kommunistische Partei unter der Führung von Xi Jinping als grund, die es schlicht nicht ertragen kann, etwas nicht vollständig kontrollieren zu können.

Bitcoin hingegen ist der Inbegriff von Freiheit, finanziell und darüber hinaus, und das kann Peking nicht ertragen. Nobelpreisträger F. A. Hayek hat einmal gesagt: „Geld ist ein der größten Instrumente der Freiheit, die der Mensch je erfunden hat.“

Senator Pat Toomey, ein Republikaner, der im Bankenausschuss des US-Senats sitzt, wies auf Twitter darauf hin und bezeichnete die jüngste Aktion als „autoritäres Durchgreifen gegen Kryptowährungen“.

Der Senator, der Pennsylvania im Kongress vertritt, fügte hinzu:

„Peking ist der wirtschaftlichen Freiheit so feindlich gesinnt, dass es nicht einmal dulden kann, dass seine Bürger an der wohl aufregendsten Innovation im Finanzwesen seit Jahrzehnten teilhaben. Wirtschaftliche Freiheit führt zu schnellerem Wachstum und letztlich zu einem höheren Lebensstandard für alle.“

Chris Bendiksen, Leiter der Forschungsabteilung von CoinShares, stimmt dem zu. Er erklärte: „Es sollte niemanden überraschen, dass China den Bitcoin nicht mag. Er ist die pure Antithese zu ihrem Regime der zentralisierten Währungskontrolle von oben nach unten.“

Ein weiterer Grund für das harte Durchgreifen Pekings, wenn auch ein neuer, ist das Aufkommen der digitalen Währung Electronic Payment (DC/EP) oder des digitalen Yuan, wie er im Volksmund genannt wird. Die CBDC steht kurz vor der Einführung, und einigen Berichten zufolge peilt die China die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 als Starttermin an.

Mit einer digitalen Währung in der Pipeline würde China es rechtfertigen, den jeden potenziellen Konkurrenten vom Markt fernzuhalten. Und anders als die meisten Länder ist das Land nicht schüchtern, wenn es um seine Absichten geht. Vor einem Jahr änderte es seine Währungsgesetze, um dem digitalen Yuan eine Rehtsgrundlage zu geben und gleichzeitig die Ausgabe von digitalen Token zu verbieten, die den Marktumlauf der CBDC ersetzen könnten.

Bitcoin würde zweifellos eine Konkurrenz für den digitalen Yuan sein, und die chinesische Zentralbank ist nicht gewillt, das zu riskieren, daher die nicht enden wollenden Anti-Bitcoin-Maßnahmen.

China Bitcoin wirkungsvoll verbieten?

China hat Anstrengungen unternommen, gegen Bitcoin vorzugehen, aber kann es die Kryptowährung wirklich in der Praxis verbieten? James Ledbetter, ein Fintech-Titan, glaubt das nicht. Im Gespräch mit CNBC merkte er an, dass es zwar Möglichkeiten gibt, wie die Regierung den Zugang zu einer Kryptowährung einschränken kann, ein komplettes Verbot aber nahezu unmöglich ist.

„Ich glaube nicht, dass selbst eine konzertierte Aktion verschiedener Länder und Zentralbanken den Bitcoin tatsächlich abschaffen könnte. Ich glaube nicht, dass das technologisch möglich ist. Aber es gibt Wege, wie Bitcoin reguliert werden könnte.“

Unchained Capital, ein Anbieter von Kryptowährungskrediten, vergleicht den Versuch, Bitcoin zu verbieten, mit der Zeit, als US-Präsident Franklin Delano Roosevelt 1933 den Besitz von Gold illegal machte. Nach dem Verbot verlor Gold nicht seinen Wert oder verschwand als Zahlungsmittel. Im Gegenteil: sein Wert stieg. Das Verbot wurde drei Jahrzehnte später wieder aufgehoben.

„Um Bitcoin zu verbieten, müsste man verhindern, dass Open-Source-Softwarecode ausgeführt wird und dass digitale Signaturen, die durch kryptografische Schlüssel erstellt werden, im Internet verbreitet werden, stellt Unchained fest. Ein solches Verbot müsste über mehrere Gerichtsbarkeiten hinweg koordiniert werden, aber im Fall von Bitcoin gibt es keine Möglichkeit zu wissen, wo sich die Schlüssel überhaupt befinden …

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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