Mexikanischer Zentralbankchef: Bitcoin ist wie Tauschhandel, nicht wie eine entwickelte Währung

  • Der Gouverneur der mexikanischen Zentralbank bestreitet die Funktion von Bitcoin als Währung und bezeichnet Bitcoin-Transaktionen als Tauschhandel.
  • Er schloss außerdem aus, dass Mexiko jemals BTC als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren wird, wie es El Salvador kürzlich getan hat.

Bitcoin ist keine fortschrittliche Währung, sondern gar keine Währung, behauptet der Leiter der mexikanischen Zentralbank. Bitcoin sei nichts weiter als ein schlechtes Wertaufbewahrungsmittel und eine hochriskante Investition, und Mexiko werde ihn niemals als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennen.

Alejandro Diaz de Leon, der Gouverneur der mexikanischen Zentralbank, spielte die Bedeutung von Bitcoin in der Finanzwelt herunter und verglich sie mit dem Tauschhandel.

Er bemerkte dazu:

„Wer Bitcoin im Tausch gegen eine Ware oder eine Dienstleistung erhält, macht unserer Meinung nach eher ein Tauschgeschäft, da diese Person eine Ware gegen eine Ware tauscht, aber nicht wirklich Geld gegen eine Ware.“

Diese Anti-Bitcoin-Haltung ist für die Banxico, wie die Zentralbank im Volksmund genannt wird, nichts Neues. Im Juni veröffentlichte die Bank gemeinsam mit dem Finanzministerium eine Erklärung, in der sie die Mexikaner daran erinnerte, dass „virtuelle Vermögenswerte in Mexiko weder ein gesetzliches Zahlungsmittel noch eine Währung im Sinne des geltenden Rechtsrahmens sind“.

Dies geschah, nachdem Ricardo Salinas Pliego, einer der reichsten Männer Mexikos, behauptet hatte, dass seine Bank, die Banco Azteca, daran arbeite, die Kryptowährung zu akzeptieren.

Mehr zum Thema: Mexikos drittreichster Mann plant Eröffnung der ersten Bitcoin-Bank

Und wie Reuters jetzt berichtet, hat der Gouverneur von Banxico seine Meinung über Bitcoin nicht geändert, auch nicht, als er in El Salvador zum gesetzlichen Zahlungsmittel wurde.

„In unserer Zeit hat sich Geld zu Fiatgeld entwickelt, das von Zentralbanken ausgegeben wird. Bitcoin hat eher die Dimension von Edelmetallen als die eines  täglich benutzbaren gesetzlichen Zahlungsmittels.“

Niemand will in Bitcoin zahlen

Gouverneur Diaz de Leon kritisierte die Währungseigenschaften von Bitcoin, wie es auch viele andere Banker getan haben. Damit ein Instrument als Währung gelten könne, müsse es eine zuverlässige Zahlungsmethode sein, und das ist Bitcoin nicht, erklärte er. Darüber hinaus ist Bitcoin nicht in der Lage, seinen Wert zu sichern und unterliegt starken Schwankungen.

„Die Menschen wollen nicht, dass ihre Kaufkraft, ihr Gehalt von einem Tag auf den anderen um 10% steigt oder fällt. Sie wollen diese Volatilität der Kaufkraft nicht. In diesem Sinne ist es kein guter Schutz für den Wert.“

Trotz der ablehnenden Haltung des Gouverneurs und des Finanzministers hat Mexiko Kryptowährungen in rasantem Tempo angenommen. Und während Bitcoin für die meisten Menschen weltweit ein spekulativer Vermögenswert ist, betrachten die Mexikaner Kryptowährungen als eine Möglichkeit, die langwierigen und oft teuren Online-Zahlungswege zu umgehen.

Ab 2019 hat es sich das Land zur Aufgabe gemacht, gegen Geldwäsche vorzugehen, indem es strenge Standards für den Kapitalverkehr einführt. Die Normalbürger sind davon am stärksten betroffen, da einfache Transaktionen nun eine Vielzahl von Prozessen erfordern.

Bitso, die führende Börse des Landes, verzeichnete einen rasanten Anstieg der Nutzerzahlen und des Handelsvolumens. Bis Ende 2020 hatte Bitso mehr als doppelt so viele Nutzer wie 35 führende traditionelle Broker.

About Author

Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

Comments are closed.