- Die Entscheidung beendet ein vierjähriges Verbot und ermöglicht britischen Privatanlegern jetzt den Zugang zu Bitcoin-ETNs.
- Das könnte mehr als 930 Milliarden Dollar für kryptogebundene Anlagen freisetzen.
Die britische Finanzaufsicht FCA hat ihr vierjähriges Verbot von börsengehandelten Kryptowährungen –Exchange Traded Notes – ETNs – offiziell aufgehoben und damit eine Kehrtwende vollzogen, die Privatanlegern die Teilnahme am Digital-Asset-Markt ermöglicht.
Das Verbot, das im Januar 2021 verhängt wurde, verhinderte den Zugang von Kleinanlegern zu ETNs aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Volatilität des Kryptomarktes und des Anlegerschutzes.
ETNs sind Finanzinstrumente, die die Wertentwicklung eines Basiswerts, wie z. B. Bitcoin, abbilden, aber im Gegensatz zu börsengehandelten Fonds halten sie den Vermögenswert nicht direkt. Stattdessen werden sie als unbesicherte Schuldverschreibungen ausgegeben, ähnlich wie Anleihen.
Die Entscheidung der FCA bringt das Vereinigte Königreich nun in Einklang mit anderen Märkten, wie den Vereinigten Staaten, die schrittweise regulierte Wege für Investoren eingeführt haben, um sich in Kryptowährungen zu engagieren.
Institutionelle Anleger durften im März 2024 wieder am ETN-Markt teilnehmen, als die Londoner Börse die Notierung von Bitcoin-ETNs genehmigte.
Die FCA bestätigte im August, dass Kleinanleger ab dem 8. Oktober nachziehen würden. Der Zugang wurde jedoch leicht auf den 13. Oktober verschoben, da die Aufsichtsbehörde die Genehmigungen für Emittenten, die Prospekte einreichen, abschließt.
Briten können demnächst Bitcoin- und Ethereum-ETNs kaufen
Obwohl das offizielle Verbot aufgehoben wurde, müssen Kleinanleger noch einige Tage warten, bevor sie Bitcoin- oder Ethereum-ETNs kaufen können. Die FCA hat am 25. September wieder damit begonnen, Anträge von Emittenten anzunehmen, so dass der Markt nur noch zwei Wochen Zeit hat, um in den Handel einzusteigen.
Während eine solche Verzögerung von Krypto-Enthusiasten kritisiert wurde, wird die Kehrtwende der Politik an sich als ein Schritt in Richtung einer größeren Offenheit des Finanzsystems für virtuelle Währungen angesehen.
Der Schritt der FCA wird auch als Fortsetzung des Bestrebens gesehen, das Vereinigte Königreich in der internationalen Finanzwelt wettbewerbsfähig zu halten.
Da die US-amerikanischen und europäischen Märkte bereits Bitcoin-ETFs und ETNs angenommen haben, haben die britischen Behörden nun versucht, ein Gleichgewicht zwischen Anlegerschutz und Innovation herzustellen.
Dieser Schritt könnte lokale Fonds dazu veranlassen, neue kryptogebundene Anlageinstrumente in einer streng kontrollierten Weise einzuführen.
930-Mrd-Dollar können jetzt in Krypto fließen
Die neue politische Entwicklung könnte Anlass sein, mehr als 930 Milliarden Dollar an Geldern, die in persönlichen Sparkonten und Renten-Sparplänen angelegt sind, in Krypto-Assets umzuschichten. Statistiken von 2023 zeigen, dass diese Konten mehr als 930 Milliarden Dollar enthalten.
Wenn die Aufsichtsbehörden ihr Einverständnis geben, dass Bitcoin- und Ethereum-ETNs in solchen steuerbegünstigten Konten notiert werden können, könnte der britische Kryptomarkt in naher Zukunft Zuflüsse von fast 1 Milliarde US-Dollar verzeichnen. Es wäre eine Entwicklung wie in den USA, wo Altersvorsorgegelder zunehmend in kryptogestützte Produkte fließen.
Bloomberg berichtet von der Absicht der Britischen Behörden, einen „Digital Markets Champion” zu ernennen, um die Blockchain-Einführung im traditionellen Finanzsektor zu leiten.
Die Initiative umfasst die Bildung einer „Dematerialization Market Action Taskforce”, um die papierbasierten Aktienzertifikate abzuschaffen und die Systeme für die Ausgabe und Abwicklung von Vermögenswerten zu modernisieren.

