- Die BRICS-Gruppe hat das UNIT-System gegründet, um die Grenzen der auf Zentralbanken basierenden nationalen Währungsstrukturen zu überwinden.
- Das aktuelle Finanzsystem wird wegen seiner Inflationsanfälligkeit und seiner aus politischen Gründen verhängten Sanktionen gegen BRICS-Mitglieder infrage gestellt.
Die BRICS-Gruppe, inzwischen bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, Iran, Saudi-Arabien, den VAR, Ägypten, Äthiopien und Indonesien, hat das goldgedeckte UNIT-Zahlungssystem eingeführt, das zur Abwicklung des internationalen Handels zwischen den Mitgliedsländern dienen soll.
UNIT ist jedoch nicht als traditionelle Fiat-Währung gedacht. Sein Wert soll sich aus einer Kombination von physisch eingelagertem Gold und einem Währungskorb aus den nationalen Währungen der BRICS-Staaten ergeben. Er soll die Abhängigkeit vom US-Dollar als Weltwährung beenden, aber mindestens dieselbe Stabilität haben.
Das System sieht vor, dass für die Prägung von UNIT-Coins der Gegenwert in Gold und den Währungen der BRICS-Mitglieder hinterlegt werden muss. Die Deckung besteht aktuell zu rund 40% aus Gold und 60% aus BRICS-Währungen, wobei der Anteil jeder Währung begrenzt ist, um zu verhindern, dass eine einzelne Währung zuviel Gewicht bekommt.
Im Rahmen dieser Goldstrategie hat Brasilien seine Reserven im September um rund 16 Tonnen Gold aufgestockt. Unter den anderen BRICS-Mitgliedern sind drei Länder nach wie vor die größten Gold-Eigentümer: Russland mit rund 2.336 Tonnen, China mit rund 2.298 Tonnen und Indien mit rund 880 Tonnen.
Das UNIT-Netzwerk stützt sich auf die Blockchain-Technologie, um Transparenz zu gewährleisten und Abrechnung, Clearing und Zahlungen außerhalb des traditionellen globalen Finanzsystems zu ermöglichen.
Warum UNIT?
Der Vorstoß für UNIT ist Teil der Bemühungen der BRICS-Staaten, die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Gold ist ein traditioneller sicherer Hafen: Es ist unanfällig für Währungsrisiken, Inflation oder geopolitische Instabilität, im Gegensatz zu Fiat-Währungen oder Dollar-basierte Reserven.
Im Gegensatz zu Dollarreserven oder Assets, die an westliche Finanzsysteme gebunden sind und eingefroren werden können, wird Gold physisch „im Keller“ aufbewahrt und sein Preis ist schwer von außen zu kontrollieren. Durch die Anhäufung von Gold stärken die BRICS-Staaten ihre fähigkeit, die Hegemonie des Dollars zu schwächen.
Zölle sind ein weiterer Punkt, der Anlass zur Sorge gibt. Am 2. April stellte Präsident Donald Trump eine umfassende neue Zollinitiative vor. Während ein allgemeiner Zoll von 10% auf alle US-Importe erhoben wurde, wurden Länder, die als Störfaktor für das Dollarsystem gelten, mit noch höheren Zöllen belegt. Wie CNF berichtete, warnte das Weiße Haus die BRICS-Staaten, dass jeder Schritt in Richtung einer alternativen Währung zu 100% Zoll oder zum Ausschluss vom US-Markt führen könnte.

