- Bis Ende 2026 sehen viele Bitcoin bei 150.000–250.000 US-Dollar, getragen von institutioneller Nachfrage und US Spot-ETFs.
- Bärische Szenarien reichen von 70.000/56.000 bis 25.000 und im Extremfall 10.000 US-Dollar.
Zum Jahresende häufen sich wieder die Bitcoin-Prognosen für 2026 großer Banken, Asset Manager und prominenter Experten. Das Bild ist zweigeteilt: Die Mehrheit ist bullish und sagt einen Preiskorridor von 150.000 bis 250.000 US-Dollar zum Jahresende 2026 voraus. Gleichzeitig reicht das Spektrum der bärischen Szenarien von 70.000 bis zu 56.000, 25.000 und im Extremfall 10.000 US-Dollar.
Die bullischen Bitcoin-Prognosen für 2026
Im bullischen Lager sticht Fundstrat-Mitgründer Tom Lee hervor, der öffentlich eine Spanne von 200.000 bis 250.000 US-Dollar bis Ende 2026 genannt hat. Laut Lee werden die wachsende institutionelle Kaufnachfrage und die US-Spot-ETFs Bitcoin zu neuen Höhen katapultieren.
Selbst innerhalb von Fundstrat gibt es jedoch abweichende Meinungen: Sean Farrell, Head of Digital Asset Strategy, hält in einer internen 2026-Strategie eine tiefere Korrektur in der ersten Jahreshälfte für möglich und nennt dafür 60.000 bis 65.000 US-Dollar als Zielbereich für BTC.
Während einer Panel-Diskussion auf der Binance Blockchain Week am 4. Dezember 2025 erklärte Ripple-CEO Brad Garlinghouse, dass er 180.000 US-Dollar bis Ende 2026 erwartet. Solana-Foundation-Präsidentin Lily Liu blieb während des Talks weniger konkret, sagte jedoch einen Bitcoin-Kurs oberhalb von 100.000 US-Dollar voraus.
Auf Bankenseite stützt JPMorgan einen konstruktiven Ausblick mit einem Bewertungsmodell: Über eine „volatility-adjusted BTC-to-gold relative valuation“ liegt das abgeleitete Kursziel bei etwa 170.000 US-Dollar.
Standard Chartered hat seine zuvor aggressiveren Erwartungen deutlich gekürzt: für Ende 2025 auf rund 100.000 US-Dollar und für 2026 auf rund 150.000 US-Dollar. Als Begründung nennt die Bank die aktuelle Marktschwäche und nachlassende Treiber, darunter weniger „DAT“-Käufe und langsamere ETF-Zuflüsse.
Bernstein bleibt ebenfalls bei 150.000 US-Dollar, argumentiert aber, dass ein jüngster Rücksetzer nicht zwingend das Ende des Bullenmarktes sei und dass der Zyklus weniger strikt dem Halving-Zyklus folge, sondern durch institutionelles Kapital in eine längere bullische Phase übergehen könne.
Citigroup prognostiziert einen 12-Monats-Basis-Case von 143.000 US-Dollar und verknüpft ihn mit erwarteten ETF-Zuflüssen und einer positiven US-Krypto-Gesetzgebung. Gleichzeitig benennt Citi ein Schlüssel-Support-Niveau um 70.000 US-Dollar und legt drei Szenarien vor: 143.000 US-Dollar als Basis, 78.500 US-Dollar als bärische Variante und 189.000 US-Dollar als bullischer Fall bei breiter institutioneller und retail-seitiger Beteiligung.
Die bärischen Bitcoin-Prognosen für 2026
Dem gegenüber stehen bärische Szenarien, die weniger mit „fehlendem Upside“, sondern mit Nachfragemangel, Liquiditätsentzug und technischer Struktur argumentieren.
Die On-Chain-Analysefirma CryptoQuant argumentiert, dass das Nachfragewachstum stark nachgelassen habe und der Markt bereits in eine bearishe Phase übergegangen sei. Das Unternehmen nennt 70.000 US-Dollar als mittelfristige Zone; bei weiterem Momentumverlust wird ein tieferes Szenario um 56.000 US-Dollar skizziert, nahe der Realized-Price-Region, die historisch häufig das Bärenmarkt-Tief markiert habe.
Der renommierte Trader Peter Brandt ist für 2026 eher vorsichtig bis bearish, weil er eine strukturelle Schwäche im langfristigen Chart sieht (Bruch der parabolischen Trendstruktur). Er hält eine sehr tiefe Korrektur für möglich. Laut Brandt ist ein 80-%-Drawdown nicht ausgeschlossen, was einen Bitcoin-Kurs von rund 25.000 US-Dollar bedeuten würde.
Am unteren Ende der Spanne warnt Bloomberg-Intelligence-Experte Mike McGlone vor einem Extremfall um 10.000 US-Dollar, den er in der Quelle mit einem deflationären Makroregime, strafferer Liquidität und einer breiten Bereinigung spekulativer Assets verknüpft. Wichtig ist anzumerken, dass McGlone bereits seit Längerem (März dieses Jahres) vor einem Crash auf 10.000 US-Dollar warnt.
Im neutralen Bereich platzieren sich Barclays und VanEck. Erstere prognostizieren 2026 als potenziell „flaches bis schwächeres“ Marktjahr, falls Katalysatoren ausbleiben, und verweisen auf sinkende Spot-Volumina und eine schwächere Retail-Teilnahme. VanEck prognostiziert eher eine Konsolidierungsphase: keinen klaren Blow-off, aber auch keinen zwangsläufigen Crash, sondern ein Jahr, in dem der Markt frühere Volatilität „verdaut“.

