- VanEck erwartet 2026 eine Bitcoin-Konsolidierung.
- Sinkende Volatilität und bereinigtes Leverage sprechen eher für Bodenbildung.
VanEck erwartet für Bitcoin 2026 ein Jahr der Konsolidierung, anstatt eines neuen parabolischen Anstiegs oder eines tieferen Crashs.
In einem Ausblick für 2026 mit dem Titel „Plan for 2026: Predictions from Our Portfolio Managers“ schreibt Matthew Sigel (Head of Digital Assets Research), dass der breitere Kryptomarkt „mit gemischten, aber konstruktiven Signalen in das Jahr 2026 geht. Bitcoin fiel im letzten Zyklus um etwa 80 %, aber die realisierte Volatilität ist seitdem um ungefähr die Hälfte zurückgegangen, was diesmal einen proportionalen Rückgang von rund 40 % impliziert.“
Kein Bitcoin-Kursziel, aber eine Bodenprognose
Da der Bitcoin-Kurs bereits fast 35 % unter dem Allzeithoch vom Oktober bei 126.199 US-Dollar liegt, geht VanEck davon aus, dass die weitere Fallhöhe eher gering sein dürfte. Ein 40-%-Drawdown vom Allzeithoch könnte ein Zyklus-Tief bei etwa 75.000 US-Dollar bedeuten.
Zusätzlich stützt sich Sigel auf den historischen Halving-Zyklus:
„Der historische Vierjahreszyklus von Bitcoin, der in der Regel unmittelbar nach den US-Wahlen seinen Höhepunkt erreicht, bleibt nach dem Höchststand Anfang Oktober 2025 unverändert bestehen. Dieses Muster deutet darauf hin, dass 2026 eher ein Konsolidierungsjahr als ein Jahr des rasanten Anstiegs oder des Zusammenbruchs sein wird.“
Zur Unterstützung dieser These hebt VanEcks Chefanalyst drei weitere Gründe hervor: Erstens sei die globale Liquidität „gemischt“: Mögliche Zinssenkungen könnten bullisch sein, während die US-Liquidität „etwas“ straffer werde, weil KI-getriebene Blasensorgen auf ein fragileres Funding-Umfeld treffen und sich Credit Spreads ausweiten. Dies ist eher bärisch.
Zweitens hat sich das Leverage-Niveau im gesamten Kryptomarkt nach mehreren „Washouts“, wie dem Crash vom 10. Oktober, zurückgesetzt, was ebenfalls ein bullisches Signal ist. Drittens beobachtet Sigel positive On-Chain-Signale, „auch wenn sie noch nicht eindeutig sind“.
Allerdings bleibt VanEck bewusst defensiv. Gegenüber seinen institutionellen Kunden empfiehlt der Vermögensverwalter „eine disziplinierte Bitcoin-Allokation von 1 bis 3 %, die über Dollar-Cost-Averaging aufgebaut wird“, ergänzt um aktives Timing: Nachkauf bei „Leverage-Unwinds“ und „in spekulative Exzesse hinein“ skalieren.
2026 predictions from VanEck PMs in replies. pic.twitter.com/iWpdSobkPE
— matthew sigel, recovering CFA (@matthew_sigel) December 22, 2025
Neben dem Makrogeschehen adressiert VanEck das immer lauter werdende Quantencomputer-Thema.
„Wir stellen außerdem fest, dass Quantum Security innerhalb der Community zu einem aktiven Thema geworden ist, und auch wenn es keine unmittelbare Bedrohung ist, könnte jede koordinierte Antwort den ersten Blocksize-Debatten ähneln.“
Entscheidend sei der Prozess: Während des Blocksize Wars 2017 „hat ein transparenter und technisch reichhaltiger öffentlicher Prozess große Zahlen neuer Beobachter in das Ökosystem gezogen und das langfristige Engagement gestärkt“, so Sigel.
Bitcoin Miner und Stablecoins
Die stärksten Chancen sieht VanEck jedoch nicht am Bitcoin-Spotmarkt, sondern im Mining-Sektor. Für 2026 erwarten die Autoren die „stärkste Chance“ in einem kapitalintensiven Wettbewerb: Miner müssten gleichzeitig Hashrate ausbauen sowie KI- und High-Performance-Computing-(HPC)-Infrastruktur finanzieren.
„Das bringt Bilanzen an ihre Grenzen und weitet den Spread bei den Kapitalkosten innerhalb des Sektors.“
Laut VanEck können Miner mit Hyperscaler-Partnerschaften neue Kredite zu attraktiven Konditionen aufnehmen, während zweitklassige Betreiber auf verwässernde Converts angewiesen seien oder „Bitcoin in Schwäche hinein“ verkaufen.
VanEck spricht von „dem saubersten Konsolidierungs-Setup seit 2020 bis 2021“ und sieht das beste Chance-Risiko-Profil bei Minern, die sich zu „energiegestützten Compute-Plattformen“ mit „glaubwürdiger HPC-Ökonomie“, günstigem Stromzugang und vorteilhaften Finanzierungswegen entwickeln.
Als zweite, selektivere These nennt VanEck Stablecoins im B2B-Zahlungsverkehr: Echte Settlement-Flows könnten das Working Capital verbessern und Cross-Border-Kosten senken. Die „dauerhafteste“ Chance verorten die Autoren allerdings eher bei Fintech- und E-Commerce-Betreibern, die Adoption ermöglichen, als bei breiter Token-Exposure.

