Verkäufe der Bitcoin-Miner verhindern die Bitcoin-Kurserholung

  • Die Bitcoin-Miner machen keine Gewinne mehr und sind gezwungen, zu verkaufen, mehr Münzen zu verkaufen, um ihre Betriebskosten zu decken.
  • Laut Ki-Young Ju, CEO von CryptoQuant, ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem sie sich entscheiden müssen, ob sie bleiben oder gehen wollen.

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich derzeit knapp unter 21.000 Dollar. Eine weitere Erholung des Kurses findet nicht statt, weil die Miner verkaufen – was sie tun müssen – denn sonst geht es an ihre Existenz. Das wiederum sabotiert erfolgreich den Bitcoin-Kursanstieg.

Arcane Research berichtete kürzlich, dass eine beträchtliche Menge an Bitcoins derzeit aus den Wallets der Miner fliesst:

„In den ersten vier Monaten des Jahres 2022 verkauften die öffentlichen Mining-Unternehmen 30% ihrer Bitcoin-Produktion. Die sinkende Rentabilität des Minings zwang die Miner dazu, ihre Verkäufe im Mai erstmals über den eigenen Output ihrer Produktion zu schrauben.“

So hat Bitfarms, einer der führenden Bitcoin-Miner, in den letzten Wochen 3.000 Bitcoin für 62 Millionen Dollar verkauft. Damit wurde die Liquidität gesichert. Dies wurde von Coin Metrics bestätigt. Laut deren Schätzung verkauften die Miner in diesem Monat Bitcoin im Wert von mehr als 500 Millionen Dollar.

Ähnlich verhielten sich ander Miner. Laut Julio Moreno, leitender Analyst beim On-Chain-Datenunternehmen CryptoQuant, deutet dies darauf hin, dass der Tiefpunkt von Bitcoin möglicherweise bald erreicht ist. Die Auffassung basiert auf „historischen Mustern“, die zeigen sollen, das solche Ereignisse der letzten Phase des Bitcoin-Ausverkaufs vorausgehen:

„Unsere Daten zeigen, dass es zu einer Kapitulation der Miner gekommen ist, die in früheren Zyklen in der Regel dem Tiefpunkt des Marktes vorausgegangen ist.“

Nun ja. Auguren gab es zu allen Zeiten, und früher hat man aus tierischen Eingeweiden oder dem Flug der Vögel seine Schlüsse gezogen.

Angebot hat sich von der Nachfrage abgekoppelt

So bleiben denn auch meisten Bitcoin-Miner aktiv, denn sie wissen, dass die jahrtausende alte Auguren-Prognose „Auf Regen folgt Sonnenschein“ noch nie widerlegt worden ist, und heute kann sogar jeder Meteorologe erklären, warum.
Es wurde beobachtet, dass die Fundamentaldaten des Netzwerks von einem Höchststand von 30 Billionen leicht gesunken sind. Laut Ki-Young Ju, CEO von CryptoQuant, ist heute der Zeitpunkt, an dem sie sich entscheiden müssen, ob sie bleiben oder gehen wollen. Er begrüßte außerdem die Aktivitäten der Grossanleger und stellte fest, dass die durchschnittlichen Abflüsse aus Coinbase so hoch sind, wie seit neuen Jahren nicht. Das Gleiche gilt aber auch für die durchschnittlichen Zuflüsse.
Der Händler und Analyst Rekt Capital stellte jedoch die Dominanz der Käufer fest:

„Das aktuelle Bitcoin-Kaufvolumen nach der extremen Verkaufsspitze ist immer noch niedriger als das Volumen in der ähnlichen Situation des Marktes im Jahr 2018 – Ganz zu schweigen vom März 2020, als die Käuferseite durchzog.“

Experten erklären weiter, dass der Rückgang der Hash-Rate das Netzwerk dazu veranlasst, seine Mining-Diggiculty zu senken. Allerdings kann das Netzwerk erst mit Verzögerung ein Gleichgewicht mit den Minern erreichen, da die Difficulty-Anpassung nur alle zwei Wochen stattfindet. Das letzte Mal geschah dies gerade vor zwei Tagen, am 22. Juni. In Verbindung mit dem erzwungenen Verkauf von Minern könnte sich das weiter negativ auf eine Erholung von Bitcoin auswirken.

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John ist seit Jahren ein begeisterter Krypto- und Blockchainjournalist. Besonders fasziniert ist er von aufstrebenden Startups und den versteckten Mächten hinter Angebot und Nachfrage. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Geographie und Wirtschaft.

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