- Untersuchungen der Deutschen Bank legen nahe, dass Bitcoin bis 2030 von Zentralbanken bilanziert wird.
- Die wachsende Akzeptanz von Bitcoin und die Rekordnachfrage nach Gold verändern die Debatte über globale Reserven.
Die Deutsche Bank hat einen Bericht veröffentlicht, demzufolge sich Bitcoin und Gold bis 2030 einen Platz in den Bilanzen der Zentralbanken teilen könnten.
Die Studie hebt hervor, dass beide Vermögenswerte, die lange Zeit als Rivalen betrachtet wurden, stattdessen als komplementäre Absicherungen gegen Inflation und geopolitische Schocks dienen könnten.
Der Hintergrund sind volatile Märkte. Der Anteil des Dollars an den Devisenbeständen der Zentralbanken ist stetig gesunken, von 60 % im Jahr 2000 auf 43 % 2024.

Dieser Rückgang, gepaart mit der Sorge um die Unabhängigkeit der Fed und der Nervosität im Handel, veranlasste die Anleger, in andere Märkte umzuschichten.
Gold hat davon bereits profitiert. Der Preis ist in diesem Jahr auf 3.703 $ pro Unze gestiegen und hat damit selbst nach Bereinigung um die Inflation einen Rekordwert erreicht. Die Zentralbanken akkumulieren weiterhin, und eine Umfrage des World Gold Council aus dem Jahr 2025 ergab, dass 95 % einen weiteren Anstieg der weltweiten Reserven erwarten.

Bitcoin überschritt im August ebenfalls die Marke von 123.500 $ und bewegt sich nun zwischen 113.000 und 118.000 $, wobei die Deutsche Bank eine Rückkehr auf 120.000 $ noch vor Jahresende prognostiziert.
Bitcoin-Dominanz mit 2,3 Billionen Dollar Kryptomarkt-Anteil
Der Bericht zieht historische Vergleiche zwischen Bitcoin heute und Gold im 20. Jahrhundert. So wie Gold nach der Krise von 2008 zu einem sicheren Hafen wurde, hat BTC nach den ersten Jahren der Volatilität und Rückschläge langsam an Legitimität gewonnen.

Mit einem Wert von über 2,3 Billionen Dollar macht BTC mehr als die Hälfte des gesamten Kryptowährungsmarktes aus. Die Aktivität der Händler nimmt zu und wird im Durchschnitt fast 500.000 Mal pro Tag gehandelt.
Die im Jahr 2024 eingeführtenSpot-ETFs trieben die Akzeptanz ebenfalls weiter voran, da Unternehmen wie MicroStrategy und Tesla ihr Engagement erhöhten.
Die USA machten einen großen Schritt, indem sie mit dem Bitcoin Act von 2025 eine nationale Bitcoin-Reserve einrichteten, die mit der Beschlagnahmung von 207.000 BTC begann und das Ziel hat, bis zu 1 Million zu kaufen. Kleinere Staaten bauen ebenfalls Reserven auf, darunter El Salvador, die Ukraine und Bhutan.
Bitcoin und Gold als zwei Säulen der Diversifizierung
Die VorhersagederDeutschen Bank deutet darauf hin, dass Bitcoin und Gold nicht um die Vorherrschaft konkurrieren werden, sondern sich vielmehr gegenseitig als Diversifizierungspfeiler dienen. Beide bieten Knappheit, Zentralbankunabhängigkeit und Absicherungsfunktionen, aber Gold behält auch den Vorteil der Stabilität und Liquidität.

Die Analysten argumentieren, dass BTC anfällig für anhaltend hohe Volatilität, Cyberattacken und regulatorische Überwachung ist. Die historisch unkorrelierte Beziehung zu anderen Märkten und die zunehmenden institutionellen Fondsströme sind jedoch starke Argumente für einen langfristigen Zugang.
BTC und Gold könnten bis 2030 in den Tresoren der Zentralbanken nebeneinander existieren und die Bedeutung von Währungsreserven neu definieren, ohne die zentrale Rolle des Dollarszu verdrängen.

