- Die US-Bitcoin-ETFs hatten in den vergangenen Tagen mit 1,23 Mrd Dollar extrem hohe Abflüsse – die Anleger reagierten auf einen stark volatilen Bitcoinkurs.
- Analysten rechnen jedoch mit sinkenden Zinsen, und die dadurch entstehende Liquidität könnte das Interesse der Anleger wieder aufleben lassen.
Die Bitcoin-ETFs in den USA erlebten letzte Woche einen enormen Abschwung und verzeichneten Nettoabflüsse in Höhe von 1,23 Mrd Dollar. Es ist die zweitgrößte BTC-ETF-Schrumpfung seit ihrer Einführung 2024.
Den Daten von SoSoValue zufolge verzeichneten Bitcoin-Spot-ETFs allein am Freitag Abflüsse in Höhe von 366,6 Mio $ und bildeten damit den Abschluss einer turbulenten Woche, die auf einen Zufluss von 2,7 Mrd $ nur wenige Tage zuvor folgte.
Die erste Oktoberwoche brachte in der Tat neue Rekorde für die Kryptobranche, da die US-Bitcoin-ETFs Rekordzuflüsse von 3,24 Mrd Dollar hatten. Es war der zweitgrößte Wochenzufluss seit November 2024, als sie bei 3,38 Milliarden lagen.
Die aktuellen Massenabhebungen fielen mit dem Achterbahn-BTC-Kurs zusammen, der von rund 121.000 $ am 10. Oktober auf ein Wochentief von etwa 103.700 am 17. Oktober fiel – ein Rückgang von fast 14 Prozent. Inzwischen notiert er wieder bei 110.800 $, nachdem er in den letzten 24 Stunden um 3,02 % gestiegen ist. Gleichwohl verlor der Kurs in der letzten Woche 3,92 und im letzten Monat 4,4 Prozent.
Etherum hat sich in den 24-Stunden-Charts ebenfalls erholt und nach einem Anstieg von 2,5 % handelt ETH jetzt bei 4.037,24 $. Dennoch ist der Kurs in der letzten Woche 2,62 und im letzten Monat um und 9,62 Prozent gefallen, und die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei von 486,7 Milliarden Dollar.
Marktanalysten führen die Abflüsse bei den börsengehandelten Fonds sowohl auf kurzfristige Gewinnmitnahmen als auch auf die makroökonomische Unsicherheit im Zusammenhang mit der US-Geldpolitik zurück. Die Anleger beobachten die nächsten Schritte der Federal Reserve genau, wobei die Spekulationen zunehmen, dass es noch in diesem Monat zu einer Zinssenkung kommen könnte.
Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, räumte ein, dass das Wachstum zwar fester als erwartet ist, der Arbeitsmarkt aber nach wie vor schwach ist: Analystin Rachel Lucas sagt:
„Diese Verschiebung hat die Anleiherenditen gesenkt und das Liquiditätsumfeld für Risikoanlagen, einschließlich digitaler Anlagen, verbessert.“
Trotz der massiven Abhebungen sehen einige Experten die Korrektur als Teil einer natürlichen Konsolidierungsphase nach Monaten starker Zuflüsse in Bitcoin-ETFs. Seit ihrer Auflegung haben sich diese Fonds zu einer wichtigen Anlaufstelle für institutionelle und private Anleger entwickelt, die ein reguliertes Engagement in Bitcoin anstreben, und haben dazu beigetragen, dem Markt erhebliche Liquidität zuzuführen.
In der Zwischenzeit gerieten auch Ethereum-ETFs unter Druck und verzeichneten in der vergangenen Woche Nettoabflüsse in Höhe von 311,8 Mio. USD – ein starker Kontrast zu den Nettozuflüssen in Höhe von 488,3 Mio. USD in der Vorwoche. Der synchrone Rückzug sowohl bei Bitcoin- als auch bei Ethereum-Produkten spiegelt die allgemeine Vorsicht der Anleger auf den Märkten für digitale Vermögenswerte wider.
Analysten vermuten, dass, wenn die Federal Reserve mit einer Zinssenkung fortfährt und ein frühzeitiges Ende der quantitativen Straffung signalisiert, Risikoanlagen wie Bitcoin wieder in Schwung kommen könnten. Im Moment zeigen die ETF-Daten, dass die Marktteilnehmer angesichts der anhaltenden Volatilität und des makroökonomischen Gegenwinds vorsichtig bleiben.

