Bitcoin: Craig Wrights Kurier für die Schlüssel des Tulip Trusts erscheint nicht

  • Der Kurier unter Zollverschluss, welcher die privaten Schlüssel von David Kleiman zu dem selbsternannten Bitcoin Erfinder, Craig Wright, bringen sollte, ist nicht erschienen.
  • Die Zweifel über die Echtheit der Dokumente werden damit bestätigt.

Wie CNF berichtete, sollte gestern, am 01. Januar 2020, der große Tag sein, an dem Craig Wright die Schlüssel zu dem berüchtigten Tulip Trust und 1,1 Millionen Bitcoin (BTC) durch einen Kurier unter Zollverschluss erhält. In allen Zeitzonen weltweit ist der erste Tag des Jahres jedoch bereits vorbei. Weder Craig Wright, noch andere Befürworter von Bitcoin SV haben sich bisher zu Wort gemeldet und die Ankunft des Kuriers erklärt.

Die Existenz des Tulip Trust bleibt weiter fraglich

Der Tulip Trust ist eine auf den Seychellen ansässige Treuhandgesellschaft, die angeblich von Craig Wright und dem verstorbenen David Kleiman eingerichtet wurde. Der Trust soll von beiden beauftragt worden sein, um alle in der Anfangszeit durch Satoshi Nakamoto generierten Bitcoin zu verwahren. Wie Wright behauptet, sieht der Vertrag von Tulip Tust vor, dass er am 1. Januar 2020 alle 1,1 Millionen BTC zurückerhalten wird.

Jedoch erklärte der selbsternannte Bitcoin Erfinder in einem Interview mit Bloomberg am 27. Dezember 2019 bereits, dass er „nicht sicher sein kann, dass die Informationen ankommen werden“. Zusätzlich erklärte er auch, dass er nicht die Absicht habe, alle BTC zu „dumpen“ (frei übersetzt):

Ich habe nicht vor, die BTC meiner Familie zu entsorgen, wie einige Leute vermuten oder wollen, da dies vielen Menschen in der Branche schaden würde.

In einem Interview vom 27. Dezember, mit dem Portal Coingeek, welches dem Bitcoin SV Anhänger und Milliardär Calvin Ayre gehört, lies sich Wright ebenfalls eine Hintertür offen. Er wies erneut darauf, dass es „keine Garantie“ gibt, dass die privaten Schlüssel zum 01. Januar verfügbar sein werden:

Wie ich bereits in dem Gerichtsverfahren erklärt habe, gehe ich davon aus, dass ich im Januar 2020 Informationen erhalten werde, die es uns ermöglichen, die Münzen zu identifizieren, die ich in den Jahren 2009 und 2010 in meinen Unternehmen geprägt habe, aber ich kann nicht sicher sein, dass alle diese Informationen auch wirklich ankommen werden. Ich habe nicht gesagt, dass die privaten Schlüssel zu diesen Münzen im Januar 2020 verfügbar sein werden oder, falls dies der Fall sein sollte, tatsächlich verwendet werden.

Zweifel an der Echtheit der Tulip Trust Dokumente

Bereits vor dem Nichterscheinen des Kuriers haben Kritiker an der Echtheit der Dokumente gezweifelt. Aus ihrer Sicht gibt es zahlreiche Gründe, warum die Dokumente über den Tulip Trust eine Fälschung sind. Ein sehr detaillierte Analyse hierzu hat Sam Williams in einem Medium Beitrag verfasst. Er führt an, dass es zwar keine offensichtlichen Fehler bei Datum und Uhrzeit der PDF-Dokumente gibt, jedoch soll es einige Fehler geben, die beweisen, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Williams führt an, dass die Kopfzeilen der GnuPG-Version zeigen, dass das Dokument nach 2013 signiert wurde:

Während die Versionsnummer selbst nicht signiert ist, ist es unglaubwürdig, dass jemand die Nummer manuell bearbeitet, um die Minor-Version zu entfernen. Dies zeigt, dass die Signatur erst Ende 2013 tatsächlich gemacht wurde und der Schlüssel nicht David Kleiman gehörte.

Darüber hinaus sollen drei der PGP-Schlüssel, auf die im Dokument verwiesen wird, auf 2008 rückdatiert worden sein. Zwar hat Wright diese Behauptung bereits bestritten. Laut Williams ist die Argumentation von Wright aber entkräftigt worden. Wie Williams schreibt, würde das Aktualisieren eines PGP-Schlüssels, den Schlüssel neu signieren und den Zeitstempel aktualisieren, damit er mit der Aktualisierung und Neusignierung übereinstimmt. Dies ist bei Wrights Schlüssel nicht geschehen.

Als dritten Grund führt Williams an, dass die E-Mails und PDF-Dateien, welche die Dateien enthielten, ebenfalls nachweislich gefälscht worden:

Die PDFs enthielten im Wesentlichen Metadaten, darunter E-Mail-Header, die zeigten, dass die Nachricht von Wright im Jahr 2014 tatsächlich an ihn selbst geschickt wurde. […] Außerdem enthielten die PDFs auch Metadaten, die zeigten, dass das PDF-Dokument selbst geändert wurde, um den Text so zu ändern, dass er angibt, dass die Nachricht im Jahr 2011 statt 2014 gesendet wurde.

Neue Dokumente im Fall Wright vs. Kleiman

Zumindest im Fall Craig Wright gegen die Erben von David Kleiman wurden am 01. Januar neue Dokumente bei Courtlistener veröffentlicht. Wie der Tulip Trust-Skeptiker Arthur van Pelt via Twitter erklärte, geht es in den Dokumenten allerdings nicht um die Ankunft des Kuriers. Ausgenommen von einer langen Liste an Bitcoins, die Wright angeblich abgebaut hat, enthalten die Dokumente wenige interessante Neuigkeiten. Die Anwälte von Wright versuchen weiterhin die Aussage seiner Frau, Lynn Wright, vor Gericht zu verhindern.

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About Author

Jake Simmons has been a crypto enthusiast since 2016, and since hearing about Bitcoin and blockchain technology, he's been involved with the subject every day. Beyond cryptocurrencies, Jake studied computer science and worked for 2 years for a startup in the blockchain sector. At CNF he is responsible for technical issues. His goal is to make the world aware of cryptocurrencies in a simple and understandable way.

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