Türkei geht gegen Binance vor mit dem Vorwurf der Begünstigung von Geldwäsche

  • Die Türkische Ermittlungsbehörde gegen Finanzkriminalität verhängt gegen Binance eine Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Anti-Geldwäschegesetz.
  • Damit reiht sich die Türkei nun ein in die Lange Liste der Länder, die bereits gegen Binance vorgegangen sind, unter anderen Großbritannien, Deutschland, Südafrika, Singapur und noch mehr.

Eine weitere Aufsichtsbehörde ist gegen die Kryptobörse Binance vorgegangen. Diesmal ist es die Türkische Ermittlungsbehörde gegen Finanzkriminalität, und die Vorwürfe ähneln denen der entsprechenden Behörden in den USA, Großbritannien und einer langen Reihe anderer Staaten. Es ist immer dasselbe: Die Vorwürfe lauten, Binance halte sich nicht an die lokalen Gesetze zur Bekämpfung von Finanzkriminalität.

Die Ermittlungsbehörde für Finanzkriminalität in der Türkei hat BN Teknoloji, der lokalen Dependance von Binance, eine Geldstrafe in Höhe von 8 Millionen Lira – zurzeit rund 705.000 Dollar – auferlegt. Das ist die höchste Geldstrafe, die die türkische Behörde für ein solches Vergehen verhängen kann – Peanuts für Binance.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu ist die Geldstrafe die erste, die die Ermittlungsbehörde gegen eine Kryptobörse verhängt, seitdem Krypto-Dienstleiter in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.

Die Agentur machte keine weiteren Angaben über die Art des Verstoßes und lehnte auf Nachfrage ab, sich weiter dazu zu äussern. Ein Binance-Sprecher sagte, die Börse lege ihre Kommunikation mit den Regulierungsbehörden nicht offen, insbesondere nicht in einer laufenden Angelegenheit.

Der Vorwurf gegen Binance lautet, gegen das Gesetz Nr. 5549 zur Verhinderung des Waschens von Erträgen aus Straftaten verstoßen zu haben. Dieses Gesetz verpflichtet Finanzunternehmen in der Türkei, die Identifikationsdaten ihrer Kundenzu erfassen und zu überprüfen. Außerdem sind sie verpflichtet, verdächtige Aktivitäten ihrer Kunden innerhalb von 10 Tagen zu melden.

Binance hält einschlägige nationale Gesetze notorisch nicht ein

Es ist nicht das erste Mal, dass Binance beschuldigt wird, bei der Prävention von Geldwäsche nicht streng genug zu sein. Die Vorwürfe reichen bis ins Jahr 2018 zurück, als die japanische Börse Zaif, heute Fisco, gehackt wurde und 60 Millionen US-Dollar verlor. Zaif reichte später eine Klage gegen Binance ein, in der vorgetragen wurde, dass Binance die Geldwäsche der 2018 gestohlenen Gelder erleichtert habe. Binances sehr oberflächliche KYC-Praxis habe es den Hackern ermöglicht, ihre Beute in Höhe von neuen Millionen Dollar einfach auszuzahlen.

In jüngster Zeit haben britische Banken ihre Verbindungen zu Binance gekappt, weil die Anforderungen an die Geldwäsche- und KYC-Bestimmungen nicht eingehalten wurden. Die TSB Bank, die etwa fünf Millionen Kunden hat, untersagte ihnen, Geld an Binance zu senden, da die laxen AML- und KYC-Anforderungen der Börse es mehreren Betrügern ermöglichten, Wallets einzurichten und diese dann zu nutzen, um ahnungslose Kunden zu betrügen.

Noch im Jahr 2021 begann eine südafrikanische Bank, ihren Kunden den Kauf digitaler Währungen auf Binance zu untersagen. Lokalen Berichten zufolge verbot die Bank Binance aus demselben Grund – mangelnde Einhaltung der AML- und KYC-Vorschriften in Südafrika.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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