Bestätigt: Ethereum wird Muir Glacier Hard Fork am 04. Januar 2020 durchführen

  • Im Rahmen des gestrigen Core Devs Meeting wurde der Muir Glacier Hard Fork final beschlossen.
  • Die Aktivierung des Hard Forks findet bei Blocknummer 9.069.00, voraussichtlich am 04. Januar 2020 statt.

Die Core Entwickler von Ethereum haben gestern den Muir Glacier Hard Fork und damit die Verzögerung der Difficulty Bomb um 4 Millionen Blöcke final bestätigt. Auf dem gestern stattgefundenen Ethereum Core Devs Meeting #77 erklärten die Teilnehmer, dass es in der Ethereum Community einen gemeinsamen Konsens über die Aktvierung von EIP 2387 gibt. Damit wird das Ethereum „Iceage“ um 4 Millionen Blöcke, umgerechnet etwa 1,7 Jahre hinausgezögert.

Das größte Bedenken in der Community war die lange Hinauszögerung um 1,7 Jahre, da hierdurch ein Anreiz zur schnellen Fertigstellung von Ethereum 2.0 verloren gehen könnte. Eric Conner, Entwickler von Gnosis, widerlegte diese Argument jedoch und erklärte im Ethereum Magicians Chat dazu (frei übersetzt):

Ich weiß wirklich nicht, warum die Leute das immer wieder mit der Eth2-Entwicklung in Verbindung bringen. Ja, die ursprüngliche Idee war, keine Stagnation zu erlauben, aber das ist ein alter Gedanke an dieser Stelle. Wie Peter bereits erwähnt hat, ist Eth2 heute weitgehend unabhängig von Eth1. […] Eine Verzögerung der Difficulty Bomb verzögert in keiner Weise die Eth2-Entwicklung.

Wie Hudson Jameson im Rahmen des Core Devs Meeting feststellte, könne der Zeitraum auch nachträglich im Rahmen eines späteren Hard Forks verkürzt werden, wenn der Bedarf besteht. Für die Aktivierung EIP 2387 stelle diese Fragestellung aber kein Hindernis dar, so die einheitliche Meinung, weshalb der EIP finalisiert wurde.

Ein weiterer Einwand war, dass der Anreiz für die Miner ein Upgrade durchzuführen, verloren gehen könnte, wenn die Difficulty Bomb weiter verzögert wird. Tim Beiko führte im ETH Magicans Chat hierzu aus, dass eine Fertigstellung von Ethereum 2.0 sehr gut in den Zeitplan von Muir Glacier passt und beides etwa zeitgleich eintreten sollte:

In Bezug auf das Finality Gadget bezweifle ich, dass wir es in <1 Jahr live im Mainnet sehen werden. Dies würde ziemlich nahe an den ~1,5 Jahren liegen, in denen die Bomb aktiviert wird. Wenn eine große Mehrheit der Ethereum-Nutzer und Infrastrukturanbieter die Finality- Gadget-Kette für die richtige hält, dann haben die Miner einen Anreiz, dieser Kette zu folgen, da sie „ETH“ sein wird und die meiste/alle Aktivität/den größten wirtschaftlichen Wert damit verbunden haben.

Die Aktivierung des Muir Glacier Hard Forks ist bei Blocknummer 9.069.00 geplant. Aufgrund eines Difficulty Upgrades in ein paar Tagen ist das genaue Datum noch nicht genau vorhersagbar. Wie Péter Szilágyi während des Calls erklärte, wird der Muir Glacier Hard Fork aber wahrscheinlich am 04. Januar 2020 stattfinden.

Welche Auswirkungen bringt Ethereum Muir Glacier Hard Fork?

Das Ethereum Improvement Proposal (EIP) für Muir Glacier wurde Ende November zunächst mit EIP 2384 und später konkretisiert durch James Hancock mit EIP 2387 veröffentlicht. Der EIP, welcher unter dem Namen „Muir Glacier“ bekannt ist, wird die Difficulty Bomb im Ethereum Netzwerk weiter verzögern.

Die Difficulty Bomb ist neben dem Retargeting-Algorithmus dafür verantwortlich, dass Ethereum eine konstante Blockzeit erreicht. Der Retargeting-Algorithmus sorgt dafür, dass, wenn eine Blockzeit größer als 20 Sekunden ist, der Schwierigkeitsgrad verringert, und wenn eine Blockzeit kleiner als 10 Sekunden ist, der Schwierigkeitsgrad erhöht wird. Dieser Mechanismus führt zu einer zunehmenden Schwierigkeit ETH zu minen, was wiederum zu einem erhöhten Zeitaufwand für die Gewinnung eines neuen Blocks führt.

Dieser Mechanismus dient als Abschreckungsmittel für Miner, die sich dafür entscheiden könnten, mit dem Proof of Work (PoW) fortzufahren, auch nachdem Ethereum zum Proof of Stake (PoS) mit Ethereum 2.0 übergegangen ist. Allerdings trat die Difficulty Bomb nun früher als erwartet ein und wurde immer deutlicher, wobei die durchschnittlichen Blockzeiten innerhalb eines Monats um fast zwei Sekunden zunahmen. Als Reaktion wurde als „Notfall“-Hard Fork Muir Glacier vorgeschlagen, der nun voraussichtlich am 04. Januar aktiviert wird.

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About Author

Jake Simmons has been a crypto enthusiast since 2016, and since hearing about Bitcoin and blockchain technology, he's been involved with the subject every day. Beyond cryptocurrencies, Jake studied computer science and worked for 2 years for a startup in the blockchain sector. At CNF he is responsible for technical issues. His goal is to make the world aware of cryptocurrencies in a simple and understandable way.

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