- Die spanische BBVA ist dem EU-Bankenkonsortium Qivalis beigetreten, das einen Euro‑Stablecoin auf den Markt bringen wird. Damit sind nun zwölf Banken in dem Projekt, darunter die ING, BNP Paribas, UniCredit, die DZ Bank und die CaixaBank.
- Für den europäischen Finanzsektor ist das ein deutliches Signal: Die Banken wollen im globalen Stablecoin‑Wettbewerb nicht länger ausschließlich mit US-Stablecoins hantieren müssen, sondern selbst eine tragfähige digitale Stablecoin- Infrastruktur schaffen.
Der „Euro Coin“ soll MiCA-reguliert von der Niederländischen Zentralbank lizenziert werden und damit zu den ersten voll regulierten Stablecoins Europas zählen.
Der Stablecoin‑Markt wird derzeit klar von US‑Anbietern dominiert. Tether (USDT) und Circle (USDC) kontrollieren den Großteil des globalen Umsatzes, während Euro‑Stablecoins bislang kaum relevant sind.
Für Banken und Unternehmen im DACH‑Raum bedeutet das eine Abhängigkeit von US‑Infrastrukturen, die weder regulatorisch noch geopolitisch wünschenswert ist.
Das Qivalis-Konsortium wird das ändern und einen Euro‑Stablecoin etablieren, der sowohl für den Zahlungsverkehr als auch für alle mit tokenisierten Wertpapieren zusammenhängenden Belange genutzt werden kann.
Konsequenzen eines Euro-Coins
Mit der spanischen BBVA gewinnt das Konsortium zusätzliche technische Erfahrung, insbesondere im Bereich Blockchain‑basierter Finanzprodukte.
Für die Wirtschaft wird ein Euro‑Coin erhebliche Vorteile bringen: schnellere grenzüberschreitende Zahlungen, geringere Transaktionskosten und erstmals echte 24/7‑Abwicklung.

Besonders relevant ist das für exportorientierte Mittelständler, FinTechs und institutionelle Investoren. Gleichzeitig könnte der EU-Stablecoin als Settlement‑Asset für tokenisierte Anleihen, Fondsanteile und andere Geldmarktprodukte dienen – ein Bereich, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz stark wächst und standardisierte Onchain‑Zahlungsmittel benötigt.
Pilotprojekte beginnen 2026
Sollte die Lizenzierung wie geplant erfolgen, rechnen Marktbeobachter mit ersten Pilotprojekten in diesem Jahr. Zunächst dürften B2B‑Zahlungen und Treasury‑Anwendungen im Fokus stehen.
Langfristig soll der EU-Stablecoin in Europa die US-Konkurrenz verdrängen. Entscheidend wird sein, ob das EU-Bankenkonsortium mindestens dieselbe Interoperabilität und Nutzerfreundlichkeit liefern kann – Bereiche, in denen US‑Anbieter bislang klar voraus sind.

