Bank von Russland will komplettes Verbot der Kryptobranche nach chinesischem Vorbild

  • Die russische Zentralbank will einmal mehr Kryptowährungen und alle damit verbundenen Aktivitäten komplett verbieten.
  • Unter Berufung auf finanzielle und soziale Risiken schlägt die Bank Wege vor, wie das Land die Branche abschaffen kann.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Dokument mit dem Titel „Kryptowährungen: Trends, Risiken und Maßnahmen“ fordert die Bank ein landesweites Verbot von Krypto-Emissionen, -Handel und -Mining. Wie schon zuvor begründet die Bank ihre Haltung mit Risiken für die Finanzstabilität und das Wohlergehen der Bürger.

Bemerkenswert ist, dass die Bank das rasche Wachstum der Kryptobranche in Russland zunächst nicht negativ sah. In diesem Zusammenhang verweist sie auf ihren eigenen Bericht vom November 21, aus dem hervorgeht, dass die jährlichen Krypto-Transaktionen in Russland 5 Milliarden Dollar erreicht hatten.

Jetzt aber ist man bei der Bank der Auffassung, dieses Wachstum sei größtenteils auf spekulative Nachfrage zurückzuführen, die sich zu einer Blase entwickle. Als höchste Währungshüterin des Landes sei die Bank nunmehr überzeugt, dass Krypto-Assets ein Risiko für das russische Finanzsystem, die geldpolitische Souveränität und das Wohlergehen der Bürger darstellen.

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Bank von Russland: Alles verbieten, das mit Krypto zu tun hat

Als Abhilfe beabsichtigt die Bank, den Besitz von Kryptowährungen und deren Verwendung per Gesetz verbieten zu lassen.

Bisher wurden digitale Vermögenswerte in Russland als „Geldsurrogate“ eingestuft, die nach russischem Recht schon jetzt illegal sind. Man hätte also bereits jetzt eine juristische Handhabe, die Aktivitäten von Krypto-Börsen und Peer-to-Peer-Krypto-Plattformen im Lande stoppen.

Im vergangenen Jahr versuchte die russische Zentralbank, Investitionen in Kryptowährungen und kryptobasierte Finanzinstrumente zu unterbinden, indem sie die entsprechenden Kartenzahlungen blockierte. Sie wollte auch spezielle Beschränkungen für Krypto-Investmentfonds einführen. Der jüngste Bericht bekräftigt diesen Standpunkt und besagt, dass die russische Finanzinfrastruktur und die Intermediäre sich von Krypto-Transaktionen fernhalten sollten. Digitale Vermögenswerte hätten auf dem Finanzmarkt des Landes keinen Platz, wie die Bank von Russland zuvor festgestellt hatte.

Was das Mining anbelangt, so ist die Bank der Ansicht, dass dies erhebliche Risiken für die Umwelt und die Energieversorgung des Landes mit sich bringe. Das Mining erhöhe auch die Beteiligung der russischen Bevölkerung und Wirtschaft an Kryptowährungen. Vor allem das Ausmaß des Krypto-Minings hat in dem ölreichen Land nach dem Exodus der Miner aus China zugenommen. Seitdem beklagen sich die Behörden in einigen Regionen über einen hohen Energieverbrauch und ein überlastetes Stromnetz.

Zur weiteren Durchsetzung ihrer Absichten plant die Bank von Russland eine Partnerschaft mit den Finanzaufsichtsbehörden anderer Länder. Diese könnten beispielsweise Informationen über Kryptotransaktionen russischer Bürger zur Verfügung stellen.

Im Gegensatz zur Bank von Russland streben andere russische Regierungsinstitutionen eher eine Regulierung als ein vollständiges Verbot an, wie von der Bank vorgeschlagen. Die Staatsduma hat inzwischen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Vorschläge zur Regulierung der Kryptobranche ausarbeiten soll.

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