- Nachdem Bitcoin die wichtige 90.000 USD Marke nach unten durchbrochen hat, scheint eine Korrektur auf 80.000 USD laut Analysten wahrscheinlich.
- Der Fear-and-Greed-Index ist auf „Extreme Angst“ gefallen und spiegelt die derzeitige Nervosität vieler Anleger im Markt wieder.
Zum Redaktionszeitpunkt steht der Bitcoin-Kurs bei 86,350 USD und verzeichnet in den letzten 24 Stunden ein leichtes Plus von 0,86%. Auf Wochenbasis verzeichnet der Bitcoin-Kurs einen Rückgang von 6,16 %, während sich auf Monatssicht ein Minus von 8,70 % ergibt. Im Vergleich zum gesamten Kryptomarkt zeigt BTC eine moderate kurzfristige Korrektur.
Sowohl ETH als auch der breite Altcoinmarkt verzeichnen ebenfalls signifikante Verluste im oft zweistelligen Bereich. ETH sowie BNB fallen mehr als 7%, XRP sogar 14% auf Monatsbasis. SOL fällt 9%, DOGE sogar 18%. Eien Gesamtübersicht zu den Kursen von über 5000 Kryptowährungen gibt es in unserer Kursübersicht.
Laut dem On-Chain Analyst Axel Adler liegt die Hauptursache vor allem im Derivatemarkt. Der Futures-Markt wird klar durch bärischen Druck getrieben. Zwei zentrale Indikatoren liefern dafür konsistente Signale: Der Bitcoin Position Index als auch der Fear-and-Greed-Index.
Der Bitcoin Positioning Index dient dazu, die aktuelle Ausrichtung des Derivatemarktes verständlich abzubilden. Er kombiniert das Open Interest, also die Anzahl aller noch offenen Futures- und Optionspositionen, mit den Funding Rates, die zeigen, ob Long- oder Short-Trader die höheren Finanzierungskosten tragen. Auf diese Weise lässt sich erkennen, ob Marktteilnehmer mehrheitlich auf steigende oder auf fallende Kurse setzen.
Der aktuelle Wert von minus vier liegt deutlich im negativen Bereich. Das bedeutet, dass Short-Positionen klar dominieren und sich viele Trader aktiv gegen steigende Kurse absichern oder gezielt auf weiter fallende Preise spekulieren.
Der Markt befindet sich damit nicht in einer kurzfristigen Korrektur, sondern in einem klar bärisch geprägten Umfeld. Fallen die Kurse in dieser Phase weiter, bestätigt das die zugrunde liegende Marktstruktur: Verkäufer geben den Ton an, während Kaufinteresse nur vereinzelt und ohne spürbare Durchsetzungskraft auftritt.

Eine mögliche Trendwende würde sich erst dann abzeichnen, wenn sich die Marktstruktur spürbar verbessert und der Positioning Index wieder über die Nulllinie steigt, was anzeigen würde, dass Long-Positionen gegenüber Short-Positionen überwiegen. Gleichzeitig müsste der Bitcoin-Kurs eine Vielzahl wichtiger Widerstandsmarken durchbrechen.
Laut Analyst Ted verkaufen derzeit langfristige BTC-Hodler ihre Bestände so schnell wie zuletzt vor 7 Jahren. Eine solche Entwicklung ist oft am Ende eines bullischen Zykluses zu beobachten, da dann auch die Diamoand Hands Gewinne realisieren und damit in Folge ein starker Verkaufsdruck entsteht.

Der technische Analyst Ali Charts warnt vor einem möglichen starken Rückgang bei Bitcoin, da der SuperTrend-Indikator auf dem Wochenchart kürzlich ein Verkaufssignal („Sell“) ausgelöst hat. Historisch folgten auf solche Signale massive Korrekturen, darunter Rückgänge von bis zu 75 % in früheren Zyklen wie 2014, 2018 und 2022.

Fear-and-Gread-Index zeigt extreme Angst
Der Fear-and-Greed-Index versucht, das Bauchgefühl des Bitcoin-Marktes in eine Zahl zu übersetzen. Er reicht von 0 bis 100, wobei sehr niedrige Werte für Angst und hohe Werte für Euphorie stehen. In die Berechnung fließen mehrere Faktoren ein, etwa wie stark der Kurs schwankt, wie viel gehandelt wird, in welche Richtung sich der Markt bewegt und wie sich die Stimmung in sozialen Netzwerken entwickelt.
Aktuell steht der Index tief im Bereich extremer Angst. Das ist typisch für Phasen, in denen viele Investoren nervös werden, Positionen abbauen und lieber auf Nummer sicher gehen. Auffällig ist, dass diese Angst kein kurzer Ausreißer ist. Der 30-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 20, der 90-Tage-Durchschnitt bei etwa 32.

Diese Entwicklung zeigt klar und deutlich, dass sich die Stimmung schon seit Monaten Schritt für Schritt verschlechtert. Gerade für Erstkäufer ist wichtig zu verstehen, dass extreme Angst nicht automatisch eine gute Kaufgelegenheit bedeutet.
In der aktuellen Situation geht sie Hand in Hand mit einer klar bärischen Marktstruktur. Viele Trader fühlen sich nicht nur unwohl, sie wetten aktiv auf weiter fallende Kurse. Der Druck auf den Markt ist daher tief verankert und nicht bloß das Ergebnis eines emotionalen Schreckmoments.

