- Amazon und Walmart erwägen die bei Käufen anfallenden Kartengebühren durch das Nutzen von Stablecoins einzusparen, was auch die Cash Flow Kontrolle verbessern würde.
- Kryptofreundlichere Regulierung, Lobbyarbeit von Unternehmen und Unterstützung durch die Regierung könnten die Stablecoin-Pläne bald Realität werden lassen.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Freitag prüfen Amazon und Walmart Pläne zur Ausgabe eigener, durch den Dollar gedeckter Digitalwährungen. Die Unternehmen befinden sich in einem frühen Stadium der Erkundung von Stablecoins, die an den Dollar gebunden und durch Reserven wie Staatsanleihen und Bargeld abgesichert wären.
Durch die Verwendung ihrer eigenen digitalen Token könnten diese Unternehmen Zahlungen direkt abwickeln und wären damit nicht mehr auf Kreditkarten-Services wie VISA und Mastercard angewiesen, die derzeit Gebühren von ein bis drei Prozent pro Transaktion erheben. Der Wegfall dieser Gebühren würde erhebliche Einsparungen bringen, angesichts der Milliardenumsätze der beiden Unternehmen.
Neben den Kosteneinsparungen ist die schnellere Abwicklung von Transaktionen ein weiterer wichtiger Grund, warum sich Einzelhändler für Stablecoins interessieren. Herkömmliche Kartenzahlungen werden in der Regel innerhalb von ein bis drei Werktagen abgewickelt. Stablecoins können Gelder fast sofort transferieren, was ein großer Vorteil für Einzelhändler sein kann, die schnellen Zugang zu Einnahmen benötigen, insbesondere wenn sie internationale Lieferketten verwalten.
U.S.-Regulierung kann Pläne vorantreiben
Das GENIUS-Gesetz, das auf die Regulierung von Stablecoins in den USA abzielt, ist im Senat vorangeschritten und soll am 17. Juni zur endgültigen Abstimmung kommen. Einzelhandelsverbände wie die Merchants Payments Coalition unterstützen den Gesetzentwurf, da er den Wettbewerb im Zahlungssektor fördern und die Gebühren für die Kartenverarbeitung senken könnte.
Auch Walmart hat sich für einen entsprechenden Änderungsantrag eingesetzt, um mehr Wettbewerb im Kreditkartensektor zu schaffen. Wenn die Gesetzgebung verabschiedet wird, könnte sie die Einführung von Stablecoins in Unternehmen beschleunigen, da sie einen klaren Rahmen für die Einhaltung der Vorschriften bietet.
Der Zeitpunkt könnte jetzt günstiger sein. Die Trump-Administration hat ihre Unterstützung für eine Krypto-Regulierung zum Ausdruck gebracht, was die Chancen für einen Erfolg solcher Bemühungen erhöht. Im Gegensatz zu 2019, als Amazon und Walmart Gerüchten zufolge erstmals Patente für Stablecoin-Systeme anmeldeten, ist die Haltung der US-Regierung jetzt aufgeschlossener.
Weiter wachsende Milliardenbeträge im Spiel
Nach Angaben von Standard Chartered könnte der Stablecoin-Markt innerhalb von drei Jahren auf 2 Billionen Dollar anwachsen. Wenn große Unternehmen ihre eigenen Kryptowährungen einführen, könnten sie einen bedeutenden Marktanteil erobern, bevor Banken und Kreditnetzwerke sich anpassen.
Shopify hat bereits Pläne angekündigt, USDC-Zahlungen bis Ende 2025 zu unterstützen, und ist damit eine der ersten globalen Plattformen, die einen solchen Schritt bestätigen. Dies erhöht den Druck auf Amazon und Walmart, schnell zu handeln, wenn sie in diesem Bereich führend sein wollen.
Amazon hat die Entwicklung von Kryptowährungen auch über andere Kanäle unterstützt. Letztes Jahr unterstützte es Web3-Gaming durch das Angebot von Credit Packs. Zu einem bestimmten Zeitpunkt schlugen einige Aktionäre sogar vor, Bitcoin in die Bilanz des Unternehmens aufzunehmen.

