- Französische Aufsichtsbehörden ermitteln gegen Binance wegen angeblicher unerlaubter Aktivitäten und Geldwäsche, was dem Unternehmen zusätzliche rechtliche Probleme bereitet.
- Obwohl Binance im Jahr 2022 die behördliche Genehmigung erhalten hat, wird das Unternehmen nun verstärkt unter die Lupe genommen, da die Behörden frühere Finanztransaktionen und Marktpraktiken untersuchen.
Wir erinnern uns an frühere Enthüllungen von Crypto News Flash: Anfang 2023 wurde gegen Binance in Frankreich wegen Nichteinhaltung der KYC- und AML-Vorschriften sowie wegen angeblicher Geldwäsche ermittelt. Jetzt steht Binance, die weltweit größte Kryptobörse, erneut im Rampenlicht der Aufsichtsbehörden – dieses Mal steht sie in Frankreich wegen Geldwäschevorwürfen unter Beobachtung.
Obwohl Binance im Mai 2022 die Zulassung als Digital Asset Service Provider (DASP) unter der Aufsicht der Autorité des Marchés Financiers (AMF) erhalten hat, wird das Unternehmen nun in einem Tweet beschuldigt, seine regulatorischen Verpflichtungen zu verletzen. Die französischen Behörden untersuchen mögliche strafrechtliche Vorwürfe und fügen der wachsenden Liste rechtlicher Probleme der Börse weltweit weitere hinzu.
🔴 La justice française ouvre une enquête contre Binance
C'est la plus grande plateforme d'échange de cryptos au monde (250 millions d'utilisateurs)
J'ai contacté le parquet, voici ce qu'il faut savoir :
La Juridiction nationale de lutte contre la criminalité organisée… pic.twitter.com/pN57VFHfZ8
— Grégory Raymond 🐳 (@gregory_raymond) January 28, 2025
Ein vertrautes Muster rechtlicher Anfechtungen
Die Anschuldigungen in Frankreich erinnern an frühere Rechtsstreitigkeiten von Binance, einschließlich des Falls 2023 mit dem US-Justizministerium, der zu einer Rekordstrafe von 4 Milliarden Dollar und dem Rücktritt des ehemaligen CEO Changpeng Zhao (CZ) führte.
Französische Aufsichtsbehörden behaupten, dass Binance von 2019 bis 2024 an nicht lizenzierten Aktivitäten beteiligt war, einschließlich der Schaltung von Werbung durch Influencer, bevor sie eine ordnungsgemäße Registrierung erhalten haben. Die Untersuchung wurde Berichten zufolge durch Beschwerden von Nutzern über finanzielle Verluste und irreführende Informationen ausgelöst.
Zusätzlich zu den Untersuchungen hat Binance BTC, ETH und SOL im Wert von 20 Millionen US-Dollar an den Marktmacher Wintermute übertragen. Kritiker behaupten, dass Wintermute die Märkte manipuliert, indem es künstliche Liquidität bereitstellt, um Kleinanleger auszunutzen – ein Vorwurf, mit dem Binance schon früher konfrontiert war, insbesondere im Zusammenhang mit der Auflistung von Meme-Coins mit geringer Marktkapitalisierung.
Weitere rechtliche Auseinandersetzungen an mehreren Fronten
Der rechtliche Druck auf Binance wird weltweit immer stärker. In den USA hat der Oberste Gerichtshof kürzlich entschieden, dass eine Sammelklage gegen die Börse weitergehen kann, in der ehemalige Investoren Binance beschuldigen, nicht registrierte Wertpapiere verkauft zu haben.
In Großbritannien verklagt die ehemalige Binance-Führungskraft Amrita Srivastava das Unternehmen wegen unrechtmäßiger Entlassung. Sie behauptet, sie sei gefeuert worden, nachdem sie einen Bestechungsversuch eines Kollegen gemeldet hatte.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird Binance (BNB) bei $670,15 gehandelt, was einem Rückgang von 0,88% am letzten Tag und 3,84% in der letzten Woche entspricht. Siehe BNB Kurschart unten.
Die Zukunft von Binance bleibt ungewiss, da die Aufsichtsbehörden die zentralisierten Börsen immer genauer unter die Lupe nehmen. Die französischen Behörden haben noch keine weiteren Details bekannt gegeben, aber diese jüngste Untersuchung signalisiert eine weitere große Hürde für die umkämpfte Börse.

